Buch des Monats – Juli

Nachdem mir mehrere Freunde den Roman „Drachenläufer“ empfohlen haben, las ich es schließlich auch. Da es mir sehr gut gefallen hat, möchte ich es nun als „Buch des Monats“ vorstellen. Die Originalausgabe ist zwar schon 2003 erschienen und 2007 ist das Werk verfilmt worden, aber die Handlung ist aktueller denn je.

Drachenläufer

DrachenlaeuferAmir, der Sohn eines reichen und angesehenen Kaufmanns, ist eng befreundet mit dem Sohn des Dieners seines Vaters, Hassan. Beide wurden von der gleichen Amme genährt, aber ansonsten trennen sie gesellschaftliche Gräben. Schließlich wird einer der beiden zum Verräter, woraufhin ihre Freundschaft zerbricht. Sie denken dennoch oft aneinander und kommen von ihrer Vergangenheit nicht weg. Auch als Amir in die USA emigriert, bleiben sie in Gedanken verbunden.
Während die Geschichte der beiden Jungen frei erfunden ist, erfährt man viel über Afghanistan, was man vielleicht vorher nicht so genau wusste.
Das Buch beginnt in Kabul 1975. Der Einmarsch der Russen und später die Gräueltaten der Taliban zeugen von einer traurigen Geschichte eines Landes, das für uns weit weg scheint und dessen Zustände auch heute noch traurig sind. Die Auswirkungen auf die Bewohner und Bewohnerinnen in Kriegsgebieten kann dieses Werk vielleicht besser vermitteln, als Sachbücher oder Nachrichten. Die Kultur, das Leben, die Fremde, die Betroffenheit, aber auch Themen wie Freundschaft, Schuld, Verrat und Vergebung spielen eine große Rolle.
Doch im Mittelpunkt stehen stets Amir und Hassan, die trotz unterschiedlicher Herkunft eine tolle Freundschaft leben und den komplizierten Herausforderungen im Leben trotzen.

Oft ist der Roman sehr traurig, da er die verheerende Politik in Afghanistan der letzten 30 Jahre widerspiegelt. Man erlangt Einblicke in ein Land, das es heute so nicht mehr gibt. Leider kann man Parallelen zu anderen Ländern ziehen, die ebenfalls unter der Schreckensherrschaft radikal islamischer Gruppen leiden. Dennoch ist es ein Buch, das Anlass zum Hoffen gibt, das auch in schlimmen Zeiten das Gute im Menschen zutage kommt und zu siegen vermag. Khaled Hosseini hat das Buch sehr toll, nachvollziehbar, ergreifend und fesselnd geschrieben.

Über den Autor:
Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul, Afghanistan, als Sohn eines Diplomaten geboren. Seine Mutter unterrichtete Persisch und Geschichte. Die Familie verließ Afghanistan 1976, als Khaleds Vater eine Stelle an der Afghanischen Botschaft in Paris bekam. 1980 emigrierte die Familie in die Vereinigten Staaten. Hosseini studierte Medizin in San Diego und arbeitete anschließend als Internist. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Kalifornien. »Drachenläufer« ist sein erster Roman, er ist inzwischen in über 40 Ländern erschienen, war in den USA monatelang Bestseller Nr. 1 und hat sich weltweit bereits über 9 Millionen Mal verkauft. 2007 erschien sein zweiter Roman »Tausend strahlende Sonnen«.

Daten zum Buch:
Erschienen bei Berlin Verlag
Originaltitel: The kite runner
Übersetzt von Angelika Naujokat, Michael Windgassen
Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN: 978-3-8270-7023-4

Ich wünsche diesem Buch viele und vor allem auch jugendliche Leser!
Eure Sonja Stummer

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