Wer tanzt mit der kleinen Maus?

WertanztmitderkleinenmausEine kleine Maus möchte tanzen. Sie spaziert von Tier zu Tier und fragt, ob es mit ihr tanzen will.
Die Maus fragt das Schaf. Doch es möchte lieber springen. Der Schnecke ist es lieber zu kriechen und der Reiher möchte auf einem Bein stehen. Die Maus ist traurig. Plötzlich meint die Eule, dass sie mit der Maus tanzen werde. Von der guten Laune der beiden angesteckt, beginnen nun auch andere Tiere zu tanzen.

Das Buch handelt von Freundschaft und Motivation. Die Geschichte ist sehr einfach. Daher lässt sie sich schon mit den kleinsten Kindern durchlesen und besprechen. Die Zeichnungen sind sehr herzig gemalt. Selbst die Gesichtsausdrücke lassen sich erkennen. Man merkt wie viel Liebe und Leidenschaft in das Buch investiert worden ist.
Empfohlen ist das Buch ab 3 Jahren, doch ich finde, dass man auch schon kleinere mit dieser schönen Geschichte und den kindgerechten Bildern begeistern kann.

Details zum Buch:
Autorin: Anita Bijsterbosch (Text & Bild)
Arcari-Verlag
32 Seiten, Hardcover, gebunden, A4 quer
ISBN 978-3-905945-98-0

Sonja Stummer

Vielleicht ist es ja Liebe

Vielleicht ist es ja Liebe Als die Protagonistin Isabelle sich von ihrem langjährigen Freund Quentin plötzlich trennt, merkt sie, dass sie ohne ihn weder die Miete noch sonst irgendetwas bezahlen kann. Obwohl sie Kinder hasst, muss sie aus Geldnot das seltsame Jobangebot einer Bloggerin annehmen und als Nanny arbeiten. Nebenbei soll sie sich an dessen Vater heranmachen, damit er seine neue Geliebte nicht heiratet. Die Familie, in die sie hineingerät, ist sehr schräg. Doch Isabelle schafft es mit ihrer direkten, egoistischen, unverschämten, aber auch sehr charmanten Art Trubel in die gesamte Familie zu bringen.
Nicht nur weil der Roman am Comer See spielt, sondern auch aufgrund der einfachen Lesbarkeit eignet sich diese Geschichte optimal als Sommerlektüre.
Der Schreibstil der Autorin ist locker, leicht und flüssig. Die Handlung absurd und komisch, manchmal wenig spektakulär. Interessant wird das Werk durch die unvorhersehbaren Ereignisse und spontanen Wendungen.

Über die Autorin:
Marie Vareille wurde 1985 in Montbard, einer Kleinstadt im Burgund, geboren. Sie hat in New York und Paris Management studiert und arbeitet derzeit für ein kleines Start-up-Unternehmen. Neben dem Schreiben führt sie auch einen Blog über romantische Komödien. Nach »Manchmal ist es schön, dass du mich liebst« ist »Vielleicht ist es ja Liebe« ihr zweiter Roman, der auf Deutsch erscheint.

Details zum Buch:
Penguin-Verlag
Taschenbuch, Broschur, 345 Seiten
ISBN: 978-3-328-10256-4
Erschienen:  11. Juni 2018

Eure Sonja

Ein französischer Sommer

Ein franzoesischer Sommer von Jessica BrockmoleClare, eine gebürtige Schottin, verbringt nach dem Tod ihres Vaters den Sommer des Jahres 1911 in Frankreich. In Mille Mots lernt sie Luc kennen. Er kümmert sich um Clare, sie finden Vertrauen zueinander und verlieben sich auch ein bisschen. Danach reist die junge Malerin mit ihrem Großvater, einem Sprachforscher, nach Portugal und Nordafrika, während in Europa der Weltkrieg beginnt. Luc muss für sein Land kämpfen und wird schwer verwundet. Sie schreiben einander Briefe, dennoch reißt der Kontakt zwischen ihnen ab. Durch Zufall sehen sie sich Jahre später in einem Pariser Atelier wieder und versuchen ihre Beziehung wiederherzustellen.

Dieser gefühlvolle Roman von Jessica Brockmole wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Die Autorin schafft es mit ihrer sanften Wortwahl eine romantische und zugleich spannende Geschichte zu erzählen und die Leserin zu begeistern.

Über die Autorin:

Jessica Brockmole hat seit jeher eine große Leidenschaft für historische Romane. Die Idee zu ihrem Debüt, dem internationalen Bestseller „Eine Liebe über dem Meer“, entstand während eines langjährigen Aufenthalts in Schottland. „Ein französischer Sommer“ ist ihr zweites Buch. Die Autorin lebt heute mit ihrem Ehemann und ihrem zwei Kindern in Indiana, USA.

Details zum Buch:
Verlag: Diana-Verlag
Taschenbuch, 415 Seiten
ISBN: 878-3-453-29181-2

Eure Sonja Stummer

Buch des Monats – Juli

Nachdem mir mehrere Freunde den Roman „Drachenläufer“ empfohlen haben, las ich es schließlich auch. Da es mir sehr gut gefallen hat, möchte ich es nun als „Buch des Monats“ vorstellen. Die Originalausgabe ist zwar schon 2003 erschienen und 2007 ist das Werk verfilmt worden, aber die Handlung ist aktueller denn je.

Drachenläufer

DrachenlaeuferAmir, der Sohn eines reichen und angesehenen Kaufmanns, ist eng befreundet mit dem Sohn des Dieners seines Vaters, Hassan. Beide wurden von der gleichen Amme genährt, aber ansonsten trennen sie gesellschaftliche Gräben. Schließlich wird einer der beiden zum Verräter, woraufhin ihre Freundschaft zerbricht. Sie denken dennoch oft aneinander und kommen von ihrer Vergangenheit nicht weg. Auch als Amir in die USA emigriert, bleiben sie in Gedanken verbunden.
Während die Geschichte der beiden Jungen frei erfunden ist, erfährt man viel über Afghanistan, was man vielleicht vorher nicht so genau wusste.
Das Buch beginnt in Kabul 1975. Der Einmarsch der Russen und später die Gräueltaten der Taliban zeugen von einer traurigen Geschichte eines Landes, das für uns weit weg scheint und dessen Zustände auch heute noch traurig sind. Die Auswirkungen auf die Bewohner und Bewohnerinnen in Kriegsgebieten kann dieses Werk vielleicht besser vermitteln, als Sachbücher oder Nachrichten. Die Kultur, das Leben, die Fremde, die Betroffenheit, aber auch Themen wie Freundschaft, Schuld, Verrat und Vergebung spielen eine große Rolle.
Doch im Mittelpunkt stehen stets Amir und Hassan, die trotz unterschiedlicher Herkunft eine tolle Freundschaft leben und den komplizierten Herausforderungen im Leben trotzen.

Oft ist der Roman sehr traurig, da er die verheerende Politik in Afghanistan der letzten 30 Jahre widerspiegelt. Man erlangt Einblicke in ein Land, das es heute so nicht mehr gibt. Leider kann man Parallelen zu anderen Ländern ziehen, die ebenfalls unter der Schreckensherrschaft radikal islamischer Gruppen leiden. Dennoch ist es ein Buch, das Anlass zum Hoffen gibt, das auch in schlimmen Zeiten das Gute im Menschen zutage kommt und zu siegen vermag. Khaled Hosseini hat das Buch sehr toll, nachvollziehbar, ergreifend und fesselnd geschrieben.

Über den Autor:
Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul, Afghanistan, als Sohn eines Diplomaten geboren. Seine Mutter unterrichtete Persisch und Geschichte. Die Familie verließ Afghanistan 1976, als Khaleds Vater eine Stelle an der Afghanischen Botschaft in Paris bekam. 1980 emigrierte die Familie in die Vereinigten Staaten. Hosseini studierte Medizin in San Diego und arbeitete anschließend als Internist. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Kalifornien. »Drachenläufer« ist sein erster Roman, er ist inzwischen in über 40 Ländern erschienen, war in den USA monatelang Bestseller Nr. 1 und hat sich weltweit bereits über 9 Millionen Mal verkauft. 2007 erschien sein zweiter Roman »Tausend strahlende Sonnen«.

Daten zum Buch:
Erschienen bei Berlin Verlag
Originaltitel: The kite runner
Übersetzt von Angelika Naujokat, Michael Windgassen
Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN: 978-3-8270-7023-4

Ich wünsche diesem Buch viele und vor allem auch jugendliche Leser!
Eure Sonja Stummer

Der Glasmurmelsammler

GlasmurmelsammlerFergus lebt nach einem Schlaganfall, bei dem er alle seine Erinnerungen verloren hat, im Pflegeheim. Seine Tochter Sabrina besucht ihn regelmäßig und möchte ihm helfen, seine Vergangenheit zurückzuholen. Er ist jedoch sehr verschlossen und es gelingt ihr nur sehr schwer mehr über ihren Vater zu erfahren. Schließlich findet Sabrina Kisten mit persönlichen Gegenständen von ihm. Enthalten ist auch eine teure Murmelsammlung, bei der allerdings die beiden wertvollsten Murmeln fehlen. Diesem Geheimnis möchte Sabrina auf den Grund gehen. Je mehr sie sich also bemüht und recherchiert, desto deutlicher kristallisiert sich heraus, dass Fergus ein Doppelleben unter anderem Namen geführt hat.

Der Roman der Erfolgsautorin Cecilia Ahern ist sehr einfühlsam und nachdenklich, zeitweise auch spannend. Ausgefallen, manchmal aber verwirrend, ist der ständige Wechsel der beiden Erzähler: Fergus und Sabrina. Interessant ist, wie es Sabrina schafft, sich selbst besser kennen zu lernen, indem sie sich mit der Vergangenheit ihres Vaters auseinandersetzt. Im Großen und Ganzen ist es eine schöne, gut geschriebene Geschichte, die sich leicht lesen lässt. Aber durch das Vorkommen von einzigartigen Murmeln und der Geheimniskrämerei der Hauptperson enthält der Roman Besonderheiten.

Über die Autorin:
Cecelia Ahern ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt. Sie wurde 1981 in Irland geboren und studierte Journalistik und Medienkommunikation in Dublin. Mit 21 Jahren schrieb sie ihren ersten Roman, der sie sofort international berühmt machte: ›P.S. Ich liebe Dich‹, verfilmt mit Hilary Swank. Danach folgten Jahr für Jahr weitere weltweit veröffentlichte Bücher in Millionenauflage. Die Autorin wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, schreibt auch Theaterstücke und Drehbücher und konzipierte die TV-Serie ›Samantha Who?‹ mit Christina Applegate sowie einen Zweiteiler für das ZDF. Auch ihr Roman ›Für immer vielleicht‹ wurde fürs Kino verfilmt. Cecelia Ahern lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Norden von Dublin.

Details zum Buch:
Verlag: Krüger
Hardcover mit Schutzumschlag, 345 Seiten
Originaltitel: The marble collector
aus dem Englischen von Christine Strüh
ISBN: 978-3-8105-0152-3

Sonja Stummer

Ausfahrt Nizza

Cover_AusfahrtNizzaAusfahrt Nizza

Piersandro Pallavicini
Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl

Der pensionierte Verlagsleiter Cesare, seine Frau Franca, der Witwer Persegati und der gewichtige Luciano Buttafava samt seiner Frau Adriana sind auf dem Weg nach Nizza. Die Runde hat sich im Rotary Club in Vigevano kennengelernt. Cesare empfindet zwar keine Tiefe Freundschaft für die Anderen, aber er kann ihre Gesellschaft immerhin so gut ertragen, dass er hin und wieder etwas gemeinsam mit ihnen unternimmt. Um Persegati nach dem Tod seiner Frau auf andere Gedanken zu bringen, beschließen sie mit ihm einen Ausflug zu machen.

Cesare hat Multiple Sklerose und zur Linderung der Symptome hat ihm sein Arzt Cannabis verordnet. Nach einer turbulenten Anreise und einem beschämenden Zwischenfall im Museum hat Cesare schon bald seinen gesamten Vorrat aufgebraucht. Dann glaubt er auch noch in einem vorbeifahrenden Taxi seinen alten Freund Leo Meyer gesehen zu haben, zu dem er schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Und so macht sich Cesare auf die Suche: nach Cannabis, Leo Meyer und einer umstrittenen Klinik, die Sterbehilfe anbieten soll.

„Ich lache wie verrückt. Scheiß drauf, dass ich im Museumsklo vergessen habe, die Hose runterzulassen. Scheiß auf Lucianos bösartige Witze. Ich habe nicht mehr lange zu leben, ich habe Cannabis geraucht, ich habe einen großartigen französischen Weißwein getrunken. Scheiß auf die Welt.“

Den körperlichen Verfall und die zunehmende geistige Verwirrung der fünf RentnerInnen beschreibt der Autor mit viel Realitätssinn und Humor. In Rückblenden erfahren wir von Cesares Leben, seiner engen Freundschaft zum gefeierten Schriftsteller Leo Meyer und von Francas Eifersucht, die mehr als nur Freundschaft vermutet. Dringende Leseempfehlung!

Über den Autor
Geboren 1962 in Vigevano, lebt mit seiner Familie in Pavia, Lombardei (Italien). Er verfasst regelmäßig Beiträge für Zeitschriften, Comics, Rock- und Heavy-Metal-Magazine und Rezensionen für die Literaturbeilage „TuttoLibri“ von „La Stampa“. Im Hauptberuf ist er Professor für Chemie an der Universität Pavia im Fachgebiet Nanotechnologie für medizinische Anwendungen.
Seit 1999 literarische Veröffentlichungen, u. a. „Il mostro di Vigevano“ (1999), „Madre nostra che sarai nei cieli“ (2002), „Atomico dandy“ (2005), „African inferno“ (2009).

Details zum Buch
FolioVerlag
Erschienen am 10. März 2014
Hardcover, 293 Seiten
ISBN 978-3-85256-641-2
€ 22,90

Rezensiert von Marlies Presser