Ein Tag in aller Liebe

Francoise Dorner
Ein Tag in aller Liebe

Übersetzung aus dem Französischen von Ulrike Werner

Violette wird auf der Beerdigung ihrer Schwiegermutter einfach von ihrem Mann Richard vergessen. Ein junger Mann hilft ihr in ihrer Not. Doch der junge Mann will nicht nur helfen, er führt einen Racheplan aus. Er will sich an Richard, seinen leiblichen Vater, rechen. Und dafür braucht er Violette.
Was der junge Mann aber nicht bedacht hat, dass er sich in Violette verlieben könnte.
Was Richard nicht bedacht hat, als der junge Mann ihm mit dem Vatersein konfrontiert, dass er immer noch Gefühle für die Mutter des jungen Mannes in sich trägt.
Was Violette nicht wusste, was es heißt zu lieben.

Kleines Buch mit großer Wirkung.
Das Buch, oder besser gesagt Büchlein, misst gerade mal 12 x 17,6 cm, die es aber in sich haben. Liebe, Leidenschaft und unerfüllte Liebe, alles in 140 Seiten reingepackt, bescheren dem Leser eine unerwartete Geschichte.

Über den Autor:
Françoise Dorner, geb. 1949, lebt und arbeitet in Paris. Sie schreibt Drehbücher und Bühnenstücke und ist Romanschriftstellerin. 2004 erhielt sie den Prix Goncourt du Premier Roman für ihr Debüt ›La fille du rang derrière‹, (dt. Die Frau in der hinteren Reihe, erschienen bei Diogenes). Weitere Veröffentlichungen folgten.

Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 11. November 2016
Hardcover, 140 Seiten
ISBN: 978-3-431-03951-1
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
UVP: € 12,-

 

Elisabeth Schlemmer

 

Buch des Monats Oktober

DerMenschIstVerschieden.jpgFür das Buch des Monats habe ich diesmal ein witziges, philosophisch interessantes Werk ausgesucht, in dem sich jede Person wiederfindet: „Der Mensch ist verschieden“ von dem Autorenehepaar Michael Köhlmeier und Monika Helfer.

In ganz besonderer Weise charakterisieren die beiden die Menschen und benennen die Eigenarten direkt und in einfallsreichen Dialogen. Man fragt sich: „Bin ich ein Wüstenmacher, eine Vampirgewordene oder doch eine Liebessüchtige?“ Auch seine Freunde erkennt man in den humoristischen, fantasievollen, teils skurrilen und doch auch wieder wahren Beschreibungen von dreiunddreißig Charakteren. Die Wortwahl und der Schreibstil sind sehr kreativ, treffend und – wie könnte es auch bei einem derart berühmten Schriftstellerpaar anders sein – unglaublich gut gewählt.

Für mich ist das Werk eine für alle äußerst lesenswerte Erweiterung und Aktualisierung der vier Persönlichkeitstypen aus dem Altertum (Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker und Choleriker), weil es die Ausprägungen und Eigenheiten des Menschen in der heutigen Zeit in amüsanter sowie kurzweiliger Weise beschreibt.

Details zum Buch:
Verlag: Haymon
1. Auflage, 2017
ISBN 978-3-7099-7269-4
112 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

Viel Spaß beim Lesen, Schmunzeln und Selbsterkennen!
Eure Sonja

 

Herrliche Bücher

Ich habe heute für euch einige wirklich tolle Klassiker herausgesucht, die man unbedingt lesen sollte. Henry James ist hier genauso vertreten wie Tim Parks.

Das Mädchen und der Träumer von Dacia Maraini erschienen bei Folio

Dies ist ein Buch, dass fesselt und bewegt. Eine Geschichte, die unbedingt geschrieben gehörte, die aufregt und erfreut, über Menschlichkeit, Liebe und Verlust schreibt. Keine leichte Lektüre, aber dafür absolut lesenswert und bereichernd!

Zum Inhalt:

Ein überwältigender Roman über Verlust und Menschlichkeit, berührend und fesselnd.

Träume sind Bruchstücke einer Wirklichkeit. Das weiß der Lehrer Nani Sapienza, als er von einem Mädchen träumt, das seiner verstorbenen Tochter ähnlich sieht. Nachdem er am Morgen danach von der vermissten Lucia im Radio hört, ist er überzeugt, dass sie ihm im Traum erschienen ist. Lucia ist spurlos verschwunden, und nach Wochen der vergeblichen Suche geben Polizei und Eltern auf. Nur Nani hört nicht mit seinen Schlussfolgerungen und besessenen Nachforschungen auf und zieht den Argwohn der Kleinstadt auf sich – aber seine Schüler der vierten Grundschulklasse, die nie genug von den wundersamen Erzählungen ihres Lehrers bekommen, bringt er zum Nachdenken. Die Suche nach Lucia wird bald zu einer Suche nach sich selbst.

Thomas & Mary von Tim Parks erschienen bei Kunstmann

Tim Parks hat mit diesem Buch einen glorreichen Roman geschrieben, der unter die Haut geht und bewegt. Es ist eine Situation, die hier beschrieben wird, die wir eher nicht so gerne erleben möchten, sehr einfühlsam erzählt mit viel Ehrlichkeit und dennoch nicht zu dramatisch. Eine Geschichte, die das Leben sie erzählt.

Zum Inhalt:

30 Jahre sind Thomas und Mary verheiratet. Sie haben zwei Kinder, einen Hund, ein Haus im Grünen. Aber nach Jahren des Auseinanderlebens kommt es – endlich – zu einer Entscheidung.

In dieser umgekehrten Liebesgeschichte erzählt Tim Parks, was passiert, wenn die Zuwendung und Hingabe, die ein Paar am Anfang füreinander hatte, sich verwandelt: in lange Spaziergänge mit dem Hund, in die Vermeidung, zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen, in Spannungen, wer die Kühlschranktür offen gelassen oder den Tisch nicht abgeräumt hat.

Zwischen Komödie und Tragödie pendelt dieser wunderbar leichte Roman, in dem 30 Jahre Ehe mit kühlem Kopf und warmem Herzen überprüft werden, die Abhängigkeiten, die Zärtlichkeit, der Verrat. Es ist die leidenschaftlich intime Chronik einer Ehe, die Tim Parks erzählt, wie sie vielen Leserinnen und Lesern bekannt sein dürfte. Und wie er die Ausläufer des schmerzlichen Verlusts schildert, der durch die ganze Familie geht, wenn das Paar im Grunde seiner Herzen beschlossen hat, dass es vorbei ist – das macht ihm keiner nach.

Die Unvergesslichen von Val Emmich erschienen bei Droemer

Dieses Buch ist einfach WOW – ein Debütroman, der besser nicht geschrieben sein könnte. Eine spannende Konstallation der Hauptakteure und eine geniale Geschichte macht dieses Buch zu etwas Unvergesslichem! Absolut lesenswert!

Zum Inhalt:

Wie muss es sein, niemals vergessen zu können?

Die 10-jährige Joan fürchtet nichts so sehr, wie eines Tages in Vergessenheit zu geraten. Denn anders als sie selbst scheinen die Leute um sie herum ständig alles Mögliche zu vergessen: Joan ist einer von nur 30 Menschen auf der Welt mit einem fast perfekten Gedächtnis, die ihr gesamtes bisheriges Leben, wie ein Videoband im Kopf hat und jeden Moment und jedes Gespräch erinnern kann.

Als der Songwriter Gavin, ein Freund ihrer Eltern, Joan darum bittet, ihre Erinnerungen an seinen plötzlich verstorbenen Partner Sydney mit ihm zu teilen, wittert Joan ihre große Chance: Sie wird für Gavin das Videoband in ihrem Kopf zu jedem einzelnen Moment mit Sydney zurückspulen. Dafür wird er ihr helfen, einen unvergesslichen Song zu schreiben.

DIE UNVERGESSLICHEN zeigt das ungewöhnliche Zusammentreffen eines Mädchens, das nicht vergessen kann, und eines Mannes, der nicht vergessen will. Das Roman-Debüt des amerikanischen Schauspielers und Singersongwriters Val Emmich ist dabei tragikomische Familiengeschichte, coole Musikkomödie und warmherziges Liebesdrama in einem.

Die Kostbarkeiten von Poynton von Henry James erschienen bei Manesse

Henry James Romane sind absolute Klassiker und dieses Buch hier kannte ich bisher noch nicht. Dieses Buch ist eine Neuübersetzung eines Spätwerks des Autors und vielleicht bisher ein bisschen weniger bekannt als die großen namhaften Klassiker. Schon auf der ersten Seite taucht man tief in die Welt von James ein und braucht nach Ende des Buches noch einige Zeit, um wieder in der Realität anzukommen. Ein traumhaftes Buch!

Zum Inhalt:

Wer sagt, dass Blut dicker ist als Wasser? Henry James erklärt in seinem Roman «Die Kostbarkeiten von Poynton» die Familie zum Schauplatz boshafter Verteilungskämpfe. Nach dem gefeierten Erfolg von «Die Europäer» und «Washington Square» führen wir die Henry-James-Renaissance mit dieser Neuübersetzung eines Spätwerks fort.

Wertvolle Gobelins, Elfenbeinschnitzereien, edle Bronzen und alte spanische Altardecken … Adela Gereth hat in «Poynton Park», ihrem Landsitz aus dem 17. Jahrhundert, lebenslang leidenschaftlich erlesene Einrichtungsgegenstände aus ganz Europa gesammelt. Dass nun weder Sohn Owen noch die von ihm umworbene Mona Brigstock diese Kostbarkeiten zu würdigen wissen, bereitet Adela Kopfzerbrechen. Dass das junge Paar sie ausquartieren will, bringt sie gar an den Rand der Verzweiflung. Dabei hat sie in Fleda Vetch doch bereits eine adäquate und sachkundige Schwiegertochter ausgemacht. Fleda findet tatsächlich nicht nur Gefallen am Haus, sondern auch an Owen – und sitzt plötzlich zwischen allen Stühlen. Bekannt für seine sprachliche wie psychologische Raffinesse, lässt uns Henry James auch mit diesem Roman wieder in die Abgründe menschlicher Beziehungen blicken.

Für Christus und Venedig von Sibyl von der Schulenburg erschienen bei Wieser

Dies ist ein großartiger historischer Roman, der in die Welt des alten Venedigs entführt und die Leser verzaubert. Die Geschichte ist wirklich toll geschrieben und es macht viel Freude jede einzelne Seite dieses Buches zu lesen und am Geschehen teilzuhaben. Absolut lesenswert!

Zum Inhalt:

August 1716. Korfu erbebt unter einem Orkan von Einschlägen, die Hitze hockt unerträglich zwischen den Trümmern. Die Entscheidungsschlacht, ob Korfu in den Händen des Abend landes verbleibt oder in den strategischen Bereich des Morgen landes fällt, tobt.

Im Jahre 1716 wird die westliche Welt durch das türkischosmanische Reich bedroht. Die Machthaber Europas rüsten sich, um die Invasion aus dem Orient aufzuhalten. Der deutsche Feldherr Graf Johann Matthias von der Schulenburg ist beauftragt, die venezianische Insel Korfu als letzten Vorposten Europas zu verteidigen und damit Prinz Eugen von Savoyen Zeit zu verschaff en, seine Truppen nach Osten zu führen. Dreitausend Mann gegen vierzigtausend Feinde, aber auf dem Spiel stehen Venedig, Europa, das Christentum – und der Nachruhm.

Am Neujahrsmorgen 1715 jagten von Wien aus Kuriere in sämtliche Richtungen. Vom General Schulenburg an seine Schwester Melusine Kendal in London, vom Botschafter Grimani an den Dogen in Venedig, vom Generalleutnant Bonneval an eine unbestimmte Adresse im Orient, von der Gräfin Bokum an den König August in Dresden. So verschieden die Empfänger auch waren, diese Nachrichten blieben durch den Inhalt untereinander verbunden und legten sich wie ein Netz über Europa.

Viel Freude beim Lesen.

Barbara

Ein französischer Sommer

Ein franzoesischer Sommer von Jessica BrockmoleClare, eine gebürtige Schottin, verbringt nach dem Tod ihres Vaters den Sommer des Jahres 1911 in Frankreich. In Mille Mots lernt sie Luc kennen. Er kümmert sich um Clare, sie finden Vertrauen zueinander und verlieben sich auch ein bisschen. Danach reist die junge Malerin mit ihrem Großvater, einem Sprachforscher, nach Portugal und Nordafrika, während in Europa der Weltkrieg beginnt. Luc muss für sein Land kämpfen und wird schwer verwundet. Sie schreiben einander Briefe, dennoch reißt der Kontakt zwischen ihnen ab. Durch Zufall sehen sie sich Jahre später in einem Pariser Atelier wieder und versuchen ihre Beziehung wiederherzustellen.

Dieser gefühlvolle Roman von Jessica Brockmole wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Die Autorin schafft es mit ihrer sanften Wortwahl eine romantische und zugleich spannende Geschichte zu erzählen und die Leserin zu begeistern.

Über die Autorin:

Jessica Brockmole hat seit jeher eine große Leidenschaft für historische Romane. Die Idee zu ihrem Debüt, dem internationalen Bestseller „Eine Liebe über dem Meer“, entstand während eines langjährigen Aufenthalts in Schottland. „Ein französischer Sommer“ ist ihr zweites Buch. Die Autorin lebt heute mit ihrem Ehemann und ihrem zwei Kindern in Indiana, USA.

Details zum Buch:
Verlag: Diana-Verlag
Taschenbuch, 415 Seiten
ISBN: 878-3-453-29181-2

Eure Sonja Stummer

Himbeeren mit Sahne im Ritz

Zelda Fitzgerald
Himbeeren mit Sahne im Ritz
Erzählungen

Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Eva Bonné
Nachwort von Felicitas von Lovenberg

Den Anfang macht die Leinwandkönigin Grace, die fest daran glaubt, dass sie eines Tages ganz groß rauskommt. Den Titel der Erzählungen verdanken wir der zweiten Geschichte, die den Anfang im Ritz nimmt, und über Gay der Revuetänzerin handelt. Einer Frau die das Leben, die Schönheit für sich gepachtet hat, bis es Zeit war, stilvoll den Abgang zu machen. Die nächste Geschichte führt uns in die Südstaaten, ein weiteres Mädchen, welches mit dem Schicksal zu hadern hatte.

Eines haben alle Geschichten gemeinsam, sie handeln von Frauen, die sich mit dem Schicksal anlegen. Die nicht den einfachen Weg einschlagen, sondern etwas aus sich machen wollen, und dadurch Wege einschlagen, die von der Norm abweichen und in manchen Gesellschaftsschichten als anrüchig angesehen werden. Diese Frauen nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und warten nicht darauf, bis der Ritter in der glänzenden Rüstung erscheint.
Für die damalige Zeit sind es äußerst wagemutige Geschichten. Aber auch wenn diese Geschichten vor fast 100 Jahren geschrieben worden sind, haben sie immer noch ihre Gültigkeit.
Zelda Fitzgerald hätte sich nicht hinter den Namen ihres Mannes verstecken müssen. Sie hätte, wenn sie sich an ihren Protagonistinnen orientiert hätte, in den Vordergrund drängen, und denen zeigen sollen, dass auch Frauen schreiben können.

Über die Autorin:
Zelda Fitzgerald, geb. Sayre, wird im Jahr 1900 in Montgomery geboren. Sie macht eine Ballettausbildung und zieht nach der Heirat mit Francis Scott Fitzgerald 1920 nach Frankreich. Am 26. Oktober 1921 bringt sie ihr einziges Kind zur Welt, die Tochter Frances Scott („Scottie“). Zelda Fitzgerald veröffentlicht in der „Chicago Sunday Tribune“ einige Kurzgeschichten, die allerding unter dem Namen ihres Mannes erscheinen. Sie setzt ihre mit achtzehn abgebrochene Ballettausbildung fort, parallel dazu nimmt sie Kunstunterricht. Seit 1930 Schizophrenie diagnostiziert wird, lebt sie in einer Nervenklinik, wo sie 1948 bei einem Brand ums Leben kommt.

Verlag: Manesse Verlag Zürich
Erscheinungsdatum: 26. September 2016
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7175-2400-7
UVP: € 25,70

 

Elisabeth Schlemmer

 

Die Liebe unter Aliens

Die Liebe unter AliensTerézia Mora

Die Liebe unter Aliens

 

Ein japanischer Professor in Berlin geht in Pension: wie soll er jetzt Struktur in sein Leben bringen ohne seine Lehrarbeit? Der Plan, ein Buch zu schreiben, misslingt. Und so beginnt Masahiko mit Spaziergängen, in deren Lauf er eine Putzerei entdeckt, die ebenfalls von einer Japanerin geführt wird. Eigentlich ist er ja glücklich verheiratet, aber er spürt, dass hier das Schicksal auf ihn wartet. In der Zwischenzeit wird alles, was er tut, zum So-tun-als-ob:

„Es ergab sich nämlich, dass Masahiko Satos neue Routine daraus bestand, erst eine Weile in seinem Zimmer zu verharren, wo er nicht arbeitete, nur so tat, dann hinauszugehen, wo er nicht spazierte, nur so tat, und dass er auf dem Rückweg einkaufte, konnte er nur deswegen nicht simulieren, weil Spazierengehen und Nur-so-tun-als-ob-man-spazierte für den Betrachter gleich aussehen, aber ein Einkauf nicht, denn entweder hast du etwas eingekauft oder nicht. Wie auch immer, das Wesentliche ist, dass alles, was er tat, im Grunde nur Tarnung war, denn der einzig wichtige Punkt eines jeden Tages war jener, da er endlich bei der Reinigung vorbeikam.“ (S 246 f.)

Zehn Erzählungen drehen sich um zehn Leben, zehn Schicksale. Neben dem japanischen Professor lernen wir ein junges Paar kennen, Tom ist Kochlehrling und lebt mit seiner Freundin Sandy auf beengtem Raum zusammen. Sandy will unbedingt ans Meer, doch auf dem Weg dorthin verschwindet sie plötzlich. Wir treffen einen geschiedenen Vater, eine junge Frau, die Dank Stipendien durch Universitätsstädte reist, einen Alkoholiker, der eine Prüfung für Verwaltungsangestelltenanwärter macht. Allen ist gemeinsam, dass sie sich Hoffnung bewahrt haben, auch wenn ihnen das Leben doch immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Der Wunsch nach und die Angst vor Nähe, die Unmöglichkeit, den Ansprüchen anderer und von sich selbst gerecht zu werden, spiegelt sich in den unaufgeregt erzählten Geschichten wider.

In einer wunderbaren Sprache, mit Humor und viel Einfühlungsvermögen, werden wir Leser hineingezogen in die Leben der Protagonisten, die auftauchen, uns berühren und sich wieder verabschieden! Eine beeindruckende Sammlung von Kurzgeschichten!

 

Über die Autorin:

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Sie zählt auch zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Ungarischen.

 

Details zum Buch:

1.Auflage 2016

Luchterhand Literaturverlag

ISBN 978-3-630-87319-0

 

Bettina Armandola

 

Meine Tage mit Fabienne

Hubertus Meyer-Burckhardt
Meine Tage mit Fabienne

Herr Kannstatt ist Immobilienkaufmann, liebt die Musik über alles, aber vor allem liebt er die Regelmäßigkeit in seinem Wohnhaus. Er kennt die Schritte seiner Nachbarn, weiß die Geräusche zu deuten, kennt ihre Tagesabläufe. Das beruhigt ihn, gibt ihm ein Gefühl der Sicherheit.

Und dieses Leben wird jetzt gestört durch eine junge Hutmacherin, Fabienne.
Eine Frau, die das Leben für sich gepachtet hat.

Sie genießt es in vollen Zügen, reist alle in ihren Strudel mit hinein – auch Kannstatt. Nichts ist mehr wie es war. Sie gibt ihm das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Doch seine Einsicht ist zu spät, sie ist fort.

Fabienne hat sich einen anderen Ort gesucht, den sie aufmischen kann.

Einfach lesen und genießen.
Diese Geschichte bringt viele Facetten des Lebens zum Vorschein, die wir schätzen und doch gleichzeitig hassen. Die Regelmäßigkeit, der Alltag des Lebens, ist es Glück oder ein Fluch?

Über den Autor:
Hubertus Meyer-Burckhardt, 1956 in Kassel geboren, betrat bereits im Alter von 15 Jahren die Bühne des dortigen Staatstheaters und wusste gleich, dass er einmal „irgendetwas mit Unterhaltung“ machen wollte. Was lag da näher, als in München die Hochschule für Fernsehen und Film zu besuchen. Er wurde TV-Produzent. Es folgten viele Filme – und viele Preise, und danach Jahre im Vorstand der Axel Springer AG sowie bei ProSieben Sat1 und später eine Professur an der Hamburg Media School. Er hofft, seinen beiden Kindern bisher ein guter Vater gewesen zu sein und empfiehlt im Übrigen die Liebe nie und nimmer zu suchen, sofern man sie finden möchte. Er wohnt in Hamburg und ist dauernd unterwegs.

Verlag: Lübbe
Erscheinungsdatum: 4. März 2016
Hardcover, 224 Seiten
ISBN: 978-3-431-03953-5
UVP: € 18,-

 

Elisabeth Schlemmer

Die Unvollkommenheit der Liebe

Die Unvollkommenheit der LiebeElizabeth Strout

Die Unvollkommenheit der Liebe

 

Lucy Barton ist mit einer Blinddarmentzündung im Spital in New York, doch es treten Komplikationen auf und sie muss wochenlang im Krankenhaus bleiben, weil ihr Zustand sich aus unerklärlichen Gründen nicht bessert. Ihr Mann und die beiden kleinen Töchter kommen nur selten auf Besuch, doch plötzlich sitzt ihre Mutter, die sie jahrelang nicht gesehen hat und die extra angereist ist, an ihrem Bett und weicht für Tage nicht von ihrer Seite.

In den langen Stunden des Wartens auf Genesung erzählt ihre Mutter von gemeinsamen Bekannten aus dem kleinen Ort, in dem sie aufgewachsen ist und in Lucy werden Erinnerungen an ihre Kindheit wach. An ihren Vater, mit dem sie seit Ewigkeiten kein Wort mehr gewechselt hat, an ihre Geschwister und an die ärmlichen Verhältnisse, in denen die Familie wie Außenseiter gelebt hat…

Zwischen Unausgesprochenem und dem Bedürfnis danach, zu hören, dass sie geliebt wird, entsteht in der Schriftstellerin Lucy ein neues Buch, in dem sie ihre Geschichte festhält. Das Schuldgefühl, dass sie ihren eigenen Töchtern nicht die unbeschwerte Kindheit zuteil werden lassen konnte, die sie sich selbst so ersehnt hat, steht der sprachlosen Liebe ihrer eigenen Mutter gegenüber und damit der Erkenntnis, dass Liebe niemals vollkommen sein kann.

Der Titel dieses wunderbaren Romans hätte mich leicht in die Irre führen können. Für mich klingt „Die Unvollkommenheit der Liebe“ zuerst mal nach einem richtigen Kitschroman (im Original heißt das Buch „“My name is Lucy Barton“), was sich glücklicherweise als falsch herausstellt. Denn das Buch ist frei von Sentimentalitäten und besticht durch seine Wahrhaftigkeit. Es ist die Geschichte einer Frau, die ihren eigenen Weg finden muss und dies auch tut, wenngleich sie – wie wir alle – nicht frei davon ist, Fehler zu machen. Eine wunderschön geschriebene Geschichte mit einer ihr eigenen Poesie!

 

Über die Autorin:

Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine geboren. Nach dem Jurastudium begann sie zu schreiben und hat inzwischen bereits mehrere Romane veröffentlicht, die alle zu Bestsellern wurden. Für ihren Roman „Mit Blick aufs Meer“ bekam sie 2009 den Pulitzerpreis.

 

Details zum Buch:

1.Auflage

Deutschsprachige Ausgabe 2016

Luchterhand

ISBN  978-3-630-87509-5

 

Bettina Armandola

 

Die Liebenden von Palstrey Manor

Frances Hodgson Burnett
Die Liebenden von Palstrey Manor

Aus dem Englischen von Michaela Meßner

Wer hätte das gedacht, dass sie sich 34-jährig noch verlieben würde? Niemand, am wenigsten sie selbst.
Emily Fox – Seton stamm aus einer vornehmen aber verarmten Familie ab, sie lebt in einem kleinen Zimmer, bestreitet ihren Unterhalt, in dem sie Besorgungen für wohlhabende Damen macht. Und dort lernt sie Lady Maria Bayne kennen. Diese resolute Dame weiß Emily’s Können geschickt für ihre Sache einzusetzen. Emily kann schlecht nein sagen, daher engagiert sie sie für einen Sommerfest in ihrem Haus am Land. Dort arbeitet Emily zwar bis zum Umfallen, sie hat aber noch Zeit ein paar besonders nette Personen kennenzulernen. Ihr Blick bleibt aber immer an Lord Walderhurst hängen, der gefragteste Junggeselle und Cousin der Gastgeberin. Er hat etwas sehr Charismatisches an sich. Emily erlaubt sich trotz ihrer nüchternen Einstellung, ein paar Träumereien. Und dann tritt ausgerechnet dieser Mann zur Rettung von Emily ein und hält um ihre Hand an.

Eine nüchtern erzählte Geschichte, die gleichzeitig aber so viel kindliche Romantik enthält, dass sie schon wieder herzlich ist. Auch wenn sie in einem anderen Jahrhundert spielt, ist der Ritter in glänzender Rüstung immer ein gefragtes Thema und lädt zum Träumen ein.

Über die Autorin:
Frances Hodgson Burnett (1849-1924) wurde in Manchester geboren und wanderte nach dem Tod des Vaters mit ihrer Familie 1865 in die USA aus. Nach ersten Kurzgeschichten, die in Zeitschriften veröffentlicht wurden, schrieb sie im Lauf ihres Lebens über 40 Kinder- und Jugendromane. Zu ihren bekanntesten Romanen, die auch mehrfach verfilmt wurden, gehören „Der kleine Lord”, „Eine kleine Prinzessin” und „Der geheime Garten”.

Verlag: Manhattan
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2016
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-442-54778-4
UVP: € 19,60

 

Elisabeth Schlemmer

 

 

Dieses altmodische Gefühl

Bruno Pellandini
Dieses altmodische Gefühl

Baumeister Illo ist geschieden, hat immer noch ein gutes Verhältnis zu seiner Exfrau, gemeinsam haben sie eine Tochter, die mitten in der Pubertät steckt. Aber irgendetwas fehlt in seinem ansonsten, perfekt choreografiertem Leben – es ist die Liebe. Bei einer Baustelle, im Dachgeschoss eines Wohnhauses, passiert es. Die Decke droht einzustürzen, Illo eilt zu den darunter liegenden Wohnungen und SIE macht auf.
Pernilla, bald 70 Jahre, früher eine begnadete Theaterschauspielerin, jetzt eine gut aussehende Frau, der man das Alter nicht ansieht. Sie fasziniert ihn vom ersten Augenblick an. Der Deckeneinsturz ist eine gute Gelegenheit die Dame besser kennen zu lernen. Illo ist hin und weg, ob Pernilla das Gleiche fühlt, kann er nicht sagen. Ihm ist nur wichtig, dass er, sooft es geht, an ihrer Seite ist.
Doch das Gefühl, dass dieses Gefühl nur einseitig ist, schleicht sich immer wieder ein und haftet hartnäckig in seinen Gedanken.

Ein Mann, der alle Register fährt, um die Frau seines Herzens zu beeindrucken, egal was die anderen über den Altersunterschied sagen, für ihn zählt nur eines „das Gefühl“. Herausgekommen ist eine wunderschöne Geschichte.

Über den Autor:
Bruno Pellandini, 1966 in St. Gallen geboren, studierte Geschichte und Filmwissenschaft an der Universität Zürich. Er schreibt Prosa und Theaterstücke, die er teilweise in Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern publiziert. Sein erster Roman „Malinovskij. Ein Rausch“ erschien 2006, es folgten u.a. die Erzählung „Krawanker“ (2010) und die Stücke „Koffer packen, „Alles für Wenzel“ und „Bentley fahren“ (2012). Bruno Pellandini lebt seit 1995 in Wien.

Verlag: Residenz Verlag 
Erscheinungsdatum: 30. August 2016
Hardcover, 296 Seiten
ISBN: 9783701716692
UVP: € 22-

 

Elisabeth Schlemmer