Buch des Monats Dezember

Es ist wieder Zeit für das Buch des Monats und ich muss sagen die Entscheidung ist mir sehr leicht gefallen. Mein Buch des Monats Dezember ist: Stille Wasser von Donna Leon erschienen bei Diogenes!

Stille Wasser ist bereits der 26. Fall rund um den italienischen Commissario Brunetti und vielleicht ist daher meine Wahl für manche ein wenig verwunderlich. Aber ich werde euch gleich erklären warum genau dieses Buch mein absolutes Buch des Monats ist.
Ich habe bisher alle erschienenen Bücher von Donna Leon gelesen und mich jedes Mal auf das nächste neue Buch und den nächsten Fall gefreut. Commissario Brunetti ist anders, als viele andere Polizisten – er ist sehr menschlich und real geschildert und man glaubt ihn als reale Figur zu kennen, wenn man einige seiner Fälle gelesen hat. Sehr persönlich geht es hier in seinen Büchern nicht immer nur um die Fälle, sondern um eine persönliche Betroffenheit, auch mit einer gewissen Traurigkeit verbunden, weil nicht jeder Fall zu seiner Zufriedenheit gelöst werden kann.

Donna Leon nimmt sich keiner 0815 Fälle an, sondern schafft es immer wieder aufs Neue politische, umweltbezogene oder auch wirtschaftliche Probleme einfließen zu lassen und so mit ihren Büchern auf wichtige Themen und Situationen hinzuweisen. Ob es die Einwanderungspolitik in Venedig ist, Touristen, Umweltverschmutzung oder zahlreiche andere Themen, sie bringt die Situation auf den Tisch, die Menschen beginnen nachzudenken und auch sich mehr mit diesen Themen zu beschäftigen. Umwelt – bzw. die Verschmutzung des Wassers ist in diesem 26. Fall ein sehr wichtiger Punkt, sowie die Ausgebranntheit des Commossarios, der in seinen bisherigen Dienstjahren mit sehr vielen schwierigen Situationen umgehen musste und daran zu kauen hat.

Auch unsere Hauptfigur ändern sich und wird älter und ich finde diesen recht ruhigen Fall, in den er ganz persönlich hineinschlittert extrem sympathisch und tiefsinnig. Er nimmt sich eine Auszeit – nicht nur von seinem Job, sondern auch von seinem Alltag und seiner Familie und versucht zur Ruhe zu kommen und zu sich selber zu finden, neue Energie zu tanken. Eine Situation, die mit Sicherheit sehr viele Menschen betrifft.

Mich hat dieses Buch auch ein wenig traurig gestimmt, da mir wieder einmal die Situation unserer Welt gezeigt wurde und ich hoffe Brunetti sammelt wieder Kraft für einen neuen Fall. Ich möchte nicht gerne auf ihn verzichten. Ein Buch zum Nachdenken – wie man auch schon auf dem gut gewählten Coverfoto erkennen kann. Nachdenken und die Welt besser machen!

Mein Buch des Monats! Ich hoffe auch ihr lasst euch inspirieren und versucht die Welt ein wenig besser zu machen!

Viel Freude beim Lesen!

Barbara

Buch des Monats November- Das geheime Leben des Monsieur Pick

Das ist mein Buch des Monats November  – eine unterhaltsame, rätselhafte Geschichte über die Liebe, die zum Schmunzeln einlädt.

David Foenkinos

Das geheime Leben des Monsieur Pick

Ein zauberhaftes Buch über den Mut sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.


In einem kleinen Dorf in der Bretagne gibt es eine ganz besondere Bibliothek, in der Bücher gesammelt werden, die nie erscheinen durften. Eines Tages entdeckt dort eine junge Lektorin ein Manuskript, das das Leben vieler Menschen verändert. Der Autor, Henri Pick, war der Pizzabäcker des Ortes.  Seine Witwe hat mit ihm über 40 Jahre lang die Pizzeria des Ortes betrieben und beteuert habe zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als Einkaufslisten. Das ganze Leben bewegte sich nur im Takt des Restaurants und er war ein einfacher, ehrlicher Mann, der keine Geheimnisse hatte und jetzt soll er ein Buch verfasst haben, das das Zeug zum Bestseller hatte?  Wie war es möglich, dass er solch ein Zweitleben führte?

Dieses Buch ist von Beginn an bis – zum überraschenden Ende – ein Vergnügen. Ich musste mich überwinden es wieder aus der Hand zu geben, so sehr hat mich das Geheimnis um Monsieur Pick gefesselt. Die perfekte Lektüre für lange Winterabende und auch ein sehr nettes Geschenk für die Lieben zu Weihnachten.

Über den Autor:
David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“, der auch als Film mit Audrey Tautou das Publikum begeisterte. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. Der vielfach ausgezeichnete Roman „Charlotte“ hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft und wurde auch in Deutschland zum Bestseller. „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ war in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste und kommt 2019 in die Kinos.

Details zum Buch:
DVA Verlag
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-421-04760-1
 € 19,99 [D] /€ 20,60 [A] /CHF 26,90 

Elisabeth Sagmeister

Buch des Monats – Oktober

Diesen Monat präsentiere ich euch einen richtigen Leckerbissen. 🙂

Auf den ersten Blick, denkt man sich… naja klingt ganz nett, Hollywood 1921, Stars und Sternchen und mittendrin ein Möchtegern-Detektiv. Aber dieses Buch hat Suchtpotenzial.. Und ich hoffe stark, dass es noch viele weitere Fälle von Hardy Engel geben wird.

Christof Weigold 
Der Mann, der nicht mitspielt
aus dem Hause Kiepenheuer & Witsch

Gebundene Ausgabe, mit Schutzumschlag,
traumhafte! 640 Seiten
ISBN: 978-3-462-05103-2
Erschienen am: 15.02.2018

Hardy Engel ist Deutscher und versucht sein Glück in  Hollywood. Doch so ganz will es nicht klappen und er sattelt auf Privatdetektiv um. Die Aufträge sind rar, bis die bildhübsche Pepper Murphy bei ihm hereinschneit und ihn bittet ihre Mitbewohnerin, die Schauspielerin Virginia Rappe, zu suchen.
Das Geld stimmt und Hardy nimmt den Auftrag an. Aber irgendetwas stimmt da nicht. Diese Pepper hat gelogen.
Dass sie nicht die Wahrheit gesagt hat, erfährt er früh genug. In San Francisco findet er die Gesuchte, doch sie soll nicht mehr lange am Leben bleiben. In der Nacht erliegt sie den Verletzungen und stirbt.
Aber welche Verletzungen? Hardy konnte noch mit ihr sprechen, doch rein äußerlich hat er nichts gesehen.  Was wurde ihr angetan, und vor allem wer hat ihr was getan? War es etwa der beliebte Komiker Fatty, bei dem sie zuletzt war, oder der eigenartige Arzt? Fragen über Fragen, die Hardy beschäftigen, und dann auch noch die attraktive Pepper, die auf ihn wartet. Nachdem die Medien vom Tod der Schauspielerin erfahren haben, gehen die Wogen hoch und auf Hardy wartet viel Arbeit, aber vor allem erwartet in ein Sumpf voller Lügen, Täuschungen und Mord.

Hardy Engel ist ein Detektiv nach meinem Geschmack, smart, einfallsreich und nie um eine Antwort verlegen. Er verbeißt sich richtig in diesen Fall, bis er sich ganz sicher sein kann, dass er den wahren Mörder gefunden hat. Auch wenn bis zum Schluss nicht feststeht, wer alles seine Finger im Spiel hat. Doch Hardy zeigt Durchhaltevermögen und kann auch den Gentleman beiseitelegen, um die Fäuste sprechen zu lassen. Doch die meiste Zeit, hilft sein Charisma und vor allem seine Schauspielausbildung um geschlossene Türen zu öffnen und Damen zum Reden zu bringen. Der Hollywoodsumpf hat ihn fest im Griff und er benötigt all seine Kraft, um daraus zu entkommen.

Viel Spaß beim Lesen!

Wünscht Eure Elisabeth

Sieger – Buch des Monats – Buchklub

Es ist soweit – ich bin begeistert über eure rege Teilnahme, die Mails und das Interesse an meiner Buchklubidee und ich freue mich sehr euch heute ankündigen zu können, dass er stattfinden wird! Und es gibt auch schon ein Siegerbuch, das ihr euch gewünscht habt: Die Wahrheit des Blutes von Jean-Christophe Grange erschienen bei Bastei Lübbe! Ein wahrer Klassiker von einem wirklich genialen Autor hat hier das Rennen gemacht und ist euer Wunschbuch geworden!

 

Wie funktioniert jetzt der Ablauf?

Jeder organisiert sich eine Version des Buches und hat den ganzen Oktober Zeit das Buch zu lesen und zu genießen.

Ab 1. November können wir uns dann sowohl hier auf der bookreviews.at Website, als auch auf Facebook unter http://www.facebook.com/bookreviews.at über das Buch austauschen. Damit dies gebündelt stattfinden kann und auch Diskussionen entstehen können, würde ich es tendenziell gerne hier direkt auf der Seite machen, wenn das für euch passt.

In der Zwischenzeit freue ich mich auf Mails und Kommentare von euch, welche Bücher aus den Genres Belletristik & Literatur ihr gerne bei uns gemeinsam lesen möchtet. Eure Wünsche werde ich dann sehr gerne bei der nächsten Auswahl berücksichtigen und vorschlagen.

Ich freue mich auf einen guten Start des Buchklubs und wünsche euch bis dahin eine tolle Zeit mit euren Büchern. Bleibt bei uns dran, jeden Tag gibt es aus den unterschiedlichsten Genres Empfehlungen und Vorschläge für euch!

Und gerne könnt ihr unsere Seite all euren lesebegeisterten Freunden und Freundinnen weiterempfehlen – wir freuen uns auf ein tolles Lesemiteinander!

Eure

Barbara

Bücher des Monats September

 

Selten habe ich so wahrhaftige, berührende und gleichzeitig witzige Bücher gelesen wie die von Joachim Meyerhoff! Über den Sommer habe ich „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ ( Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04681-6), „Alle Toten fliegen hoch  Amerika“ (Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04436-2) und „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ (Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04944-2) verschlungen!

Der ausgezeichnete Schauspieler Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar und aufgewachsen in Schleswig, hat viel zu erzählen, denn sein Leben hat alles, was es für einen (oder auch mehrere) spannende(n) Roman(e) braucht. „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ erzählt von Joachims Kindheit als jüngstem Sohn, der mit einem cholerischen Temperament ausgestattet ist. Sein Vater ist Direktor einer psychiatrischen Klinik in der norddeutschen Provinz, die Familie lebt am Gelände der Einrichtung, was dem kleinen Joachim und seinen beiden älteren Brüdern interessante Begegnungen mit den Patienten beschert und ihn für sein weiteres Leben prägt: das Schreien und Stöhnen der Bewohner der Klinik in der Nacht hat für ihn etwas zutiefst Beruhigendes. Die Begegnungen mit Krankheit und Tod haben für Joachim etwas Selbstverständliches, trotzdem ist seine Kindheit nicht nur traurig, sondern auch unwiderstehlich lustig, wenn beispielsweise das Schliessen der Blutsbrüderschaft mit seinem Hund beinahe in einem Massaker endet oder er in der Schule eine Krankheit simuliert, um in Ruhe daheim fernsehen zu können…

In „Alle Toten fliegen hoch  Amerika“ verabschiedet sich der uns liebgewordene Held als Austauschschüler nach Wyoming. Um seine Chancen bei dem Programm zu erhöhen, gibt sich Joachim als strenggläubiger Naturliebhaber aus, was ihm einen Platz in einem kleinen Nest in der Prärie beschert…Nach kurzer Zeit muss Joachim, der seine Gasteltern inzwischen lieb gewonnen und auch mit dem Großteil der Söhne Freundschaft geschlossen hat, seinen Aufenthalt unterbrechen: bei einem Autounfall ist sein mittlerer Bruder ums Leben gekommen…

„Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ begleitet Joachim Meyerhoff bei seinen ersten Theaterengagements in Bielefeld und Dortmund und auch bei seinen ersten Liebesbeziehungen, die sich alsbald als logistische Herausforderung entpuppen. In Bielefeld hat er seine Freundin Hanna, die ihn mit ihrem messerscharfen Verstand und ihrer literarischen Besessenheit immer wieder herausfordert und ihm das Leben nicht eben leicht macht. Wegen eines Engagements in Dortmund nimmt sich Joachim in der neuen Stadt eine Wohnung und reist an den vorstellungsfreien Tagen nach Bielefeld zu Hanna. In Dortmund allerdings wartet bald die feierfreudige und unkomplizierte Tänzerin Franka auf ihn und dann gibt es da auch noch eine mütterliche Bäckersfrau…

Alle drei Romane Joachim Meyerhoffs haben mich begeistert, wobei ich bei dem Band über Amerika am meisten lachen musste!

Die Schicksalsschläge in der Familie, vom frühen Unfalltod des mittleren Bruders bis zum Krebstod des Vaters, bei dem sich herausstellt, dass er offenbar ein Doppelleben geführt hat, werden ebenso als Teil des Lebens erzählt wie die (unfreiwillig) komischen Ereignisse, die sich in der Familie ereignen. Diese Bücher sind lustig, traurig, voll von Schwächen und Stärken, von Liebe und Betrug: sie sind wie das Leben! Und für mich waren sie eine Bereicherung, die ich jedermann nur weiterempfehlen kann! Den ausstehenden Band „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ werde ich in jedem Fall noch lesen und freue mich, dass ich diesen Genuss noch vor mir habe!

 

Eure Bettina Armandola

 

 

Leseklub

Leseklubs sind en vogue, sogar Hollywood Stars wie Reese Witherspoon oder Emma Watson haben ihre eigenen Klubs gegründet. Die Liebe zum Lesen hat auch mich dazu gebracht Rezensionen zu schreiben und euch täglich neue Bücher vorzustellen. Ich würde gerne ein neues Projekt mit euch starten und hoffe ihr seid mit dabei.

Die Idee wäre pro Monat 1 Buch auszuwählen – abwechselnd aus einem anderen Genre – dieses Buch dann zu lesen und bei uns hier darüber zu diskutieren und zu sprechen.

Was haltet ihr davon?

Auf unserem Facebook Account: https://www.facebook.com/bookreviews.at 

könnt ihr ab 7. September abstimmen, ob ihr mitmachen wollt, oder ihr die Idee nicht so gut findet.

Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen und euch fleißige Leser auch in die Auswahl der Bücher gerne einbinden.

Alles Liebe und ich drücke die Daumen, dass es klappt!

Barbara

 

Buch des Monats – August

Unsere Jahre in Millers Valley von Anna Quindlen

Mein Buch des Monats:

Unsere Jahre in Miller’s Valley 

von Anna Quindlen 

Die vollständige Rezension findet ihr hier. 

Die Autorin gehört mit ihren Romanen und Sachbüchern zu den ganz großen Autoren in den USA. Und mit diesem Roman beweist sie es wieder.

Die Geschichte der Mimi Miller aus Miller’s Valley, ist eine tolle Geschichte, die das Leben der Mimi von klein auf, bis zum Erwachsenen Dasein erzählt. Besonders die sprachlichen und erzählerischen Qualitäten sind hier hervorzuheben und ein wesentlicher Grund, wieso es unter so vielen tollen Büchern, zum Buch des Monats wurde.

Ein Buch, welches sich liest, als würde man „nicht“ lesen, sondern erzählt bekommen, die Intensität der Geschichte zu erleben, das Grundwasser zu riechen, die Verzweiflung der Anwohner zu schmecken, die Sorgen der Eltern zu tragen, einfach ein Teil der Geschichte zu werden.
Dann hat das Buch seine Aufgabe erfüllt und dem Leser ein neues Abenteuer beschert.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein spannendes Abenteuer und viel Freude beim Lesen.

Eure Elisabeth

Buch des Monats Juli

Mein Buch des Monats ist ein Buch, das mich wirklich sehr bewegt hat. Es ist ein Bildband von National Geographic und heißt „Artenreich“. Es ist so wunderschön gemacht, stylisch, hochwertig, erstklassig und vorallem eines: sehr informativ. Die Fotos gehen bis ins Herz und sind wirklich einzigartig gemacht. Alles dreht sich um die Artenvielfalt der Tiere unserer Erde – viele von Ihnen sind fast ausgestorben oder sogar schon ausgestorben, manche „nur“ gefährdet – umso berührender sind die Fotos und die herrlich geschriebenen Texte dazu. Es ist seit langem ein Buch, dass ich wirklich sehr oft zur Hand nehme, seitdem ich es besitze und es genieße darin zu blättern. Ich zeige meinen Kindern gerne die Fotos und die vielen Tierarten – für mich ist es auch ein Lexikon, dass man weitergeben kann und welches die Bibliothek oder das Wohnzimmer ziert. Ein wunderschönes Buch und deswegen absolut mein Buch des Monats – vielleicht sogar des Jahres!

Die Rezension dieses Buches findet ihr in Kürze auch hier bei uns. Ich hoffe ihr habt sie schon entdeckt.

Eure Barbara

Buch des Monats Juni: Wer hier schlief

Wer hier schliefEs ist wieder Zeit für das Buch des Monats, also eines, das uns besonders gefallen/ berührt/ beeindruckt hat. All das trifft bei diesem Roman der österreichischen Autorin Isabella Straub zu, die einen schrägen Plot mit seltsamen Protagonisten genial umgesetzt hat!

Philipp Kuhn ist dabei, sein Leben radikal zu verändern: er hat soeben seine Partnerin Vera, dank der er ein sorgenfreies Leben als Mitarbeiter ihrer Sicherheitstürenfirma und Mitbewohner in ihrer großzügigen Villa genossen hat, verlassen. Nun ist er mit seinem letzten Besitz, einer Reproduktion aus Hausners Adam- Serie, unterwegs, um mit Myriam ein neues Leben zu beginnen. Doch diese taucht am vereinbarten Treffpunkt nicht auf, meldet sich nicht am Handy, arbeitet nicht mehr an der Rezeption des Hotels, in dem sie angestellt war und in ihrer Wohnung lebt eine fremde Frau.

Es dauert seine Zeit, bis Philipp erkennt, dass er das Opfer eines Betrugs geworden ist: seine Ersparnisse, die er bei Myriam aufbewahrt hat, sind verschwunden, die lebensnotwendigen Refluxtabletten, die er wegen seiner Magenbeschwerden nehmen muss, neigen sich dem Ende zu und sein Kinderzimmer wurde von seiner Mutter untervermietet. Zumindest ist die Firmenmitgliedschaft im Fitnesscenter noch gültig, sodass Kuhn dort im Meditationsraum etwas Ruhe finden kann. Dort ist es auch, wo er Tamara kennenlernt.

Die ist Teil einer Hausbesetzerszene, die leerstehende Wohnungen renoviert und während dieser Zeit kostenfrei dort leben darf. Sie rekrutiert Philipp, Teil der SUHOS zu werden. Mit seinem vermeintlichen Wissen über Sicherheitstüren soll er die „Suddenly Homeless“ unterstützen und ihnen den Weg ebnen, um in leerstehenden Häusern übernachten zu können. Zwischen seiner immer aussichtsloser werdenden Suche nach Myriam und der Sorge, einen Schlafplatz zu finden, hin- und hergerissen, macht Philipp Kuhn die Bekanntschaft mit neuen Menschen, existenziellen Problemen und nicht zuletzt auch mit sich selbst…

„Alles, was wichtig war im Leben, hatte nur eine einzige Silbe: Herz. Kopf. Bauch. Frau. Sex. Bett. Haus. Traum. Bild.

Die Sprache war sparsam, dachte Kuhn, also konnte er es auch sein.“ (S 124)

Mit Ironie, Witz und großer Menschenkenntnis hat mich dieser, auch sprachlich faszinierende Roman von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen! Der Kritik von Sabine Oppolzer, ORF, kann ich mich nur anschließen: „Man überschlägt sich mit Adjektiven wie eloquent, leichtfüßig, originell, grotesk, anspruchsvoll, empfehlenswert oder bereichernd.“ Unbedingt lesen!!!!

Über die Autorin:

Isabella Straub wurde 1968 in Wien geboren und arbeitete nach ihrem Studium der Germanistik und Philosophie als Journalistin und Werbetexterin. Ihr Roman „Südbalkon“ erhielt unter anderem den Franz-Tumler-Preis für das beste deutschsprachige Debüt. Die Autorin lebt in Klagenfurt und Wien.

Details zum Buch:

1.Auflage 2017

Blumenbar bei Aufbau Verlag

ISBN 978-3-351-05042-9

 

Bettina Armandola

 

 

 

Buch des Monats – Mai

Mein Buch des Monats:

Der Premierminister 

von Andrew Marr 

Die vollständige Rezension findet ihr hier. 

Wir alle waren überrascht, dass sich Großbritannien über einen EU-Austritt berät. Die Befürworter waren felsenfest überzeugt, dass die Gegner keine Chance haben werden, und dann kam die böse Überraschung für Alle, die Briten haben NEIN gesagt. Sie steigen aus. Und der Autor hat diesen, wie ich finde sehr spektakulären Tag, hergenommen und in eine sehr humorvolle Geschichte gepackt.

Ich muss gestehen, anfangs war ich mehr als skeptisch, der Titel, das Cover… zu klischeehaft, und dann geht es auch noch um Politik! Um Gottes willen! Aber, wie sehr kann man sich täuschen. Die ersten Seiten noch „vorsichtig“ gelesen, dann immer gieriger, begierig zum Ende zu gelangen, zu erfahren, wer da alles seine Finger im Spiel hatte. Zu staunen, den Kopf zu schütteln, warum ist man nicht selbst darauf gekommen?!

Wie es bei Büchern so ist, die nie enden sollen, sind 352 Seiten einfach zu wenig, diese Bücher könnten ewig dauern, aber leider wurde das noch nicht erfunden… 😉

In diesem Sinne wünsche ich Euch viele tolle und spannende Bücher, die Euren Tag versüßen.

Eure Elisabeth