Sisi
Kaiserin wider Willen
Allison Pataki

Dieser Roman hat mich sehr beeindruckt. Ich hatte als Volksschulkind die Möglichkeit, die berühmte Hermesvilla, das Jagdschloss von Kaiserin Sisi, welches ihr Kaiser Franz Joseph als Geschenk erbauen ließ, des Öfteren zu besuchen. Der Vater meiner beiden Schulfreunde war der Forstdirektor der Stadt Wien und die Familie wohnte im Areal der Hermesvilla. Das war immer ein besonderes Ereignis die Umgebung zu erkunden und war mit einer gewissen Mystik verbunden. Man konnte die Villa damals noch nicht besuchen, da die Fenster noch mit Holzlatten, noch vom Krieg her, verkleidet waren. Ein wenig später wurde die berühmte Hermesvilla renoviert. Heute gibt es immer wieder Ausstellungen und außerdem ein Restaurant. Auch finden viele Hochzeiten in diesem wunderschönen Areal statt.
Sisi wuchs sehr frei, in Bayern in Possenhofen auf. Eigentlich war ihre Schwester dazu bestimmt, eine Hochzeit mit Kaiser Franz Joseph einzugehen. Dies kam aber nicht zustande, denn Franz Joseph verliebte sich sofort in Sisi. Sie war noch sehr jung und wusste nicht, was alles auf sie zukommen würde. Aber es war eine Liebesheirat zwischen Sisi und Kaiser Franz Joseph.
Für mich fast unvorstellbar, in diesem jungen Alter ein fremdbestimmtes Leben zu führen. Sie hatte mit ihrer Schwiegermutter große Probleme und deren Wunsch war eigentlich nur, dass Sisi so bald wie möglich einen Thronfolger gebären sollte. Aus der Ehe zwischen Sissi und Kaiser Franz Joseph gingen vier Kinder hervor. Das erste Kind, Sophie Friederike verstarb im Alter von nur 2 Jahren, dann kam Gisela, später Rudolf (Kronprinz und Thronfolger) und zuletzt Marie Valerie.
Es gab im Hause der mächtigen Habsburger genug Intrigen, die Sisis Leben sehr belasteten. Das Volk liebte sie sehr. Sie selbst war über diese Situation nicht glücklich. Es gab nicht immer nur Romantik.
Sisi verreiste dann sehr viel, um vom Etikett des Hofes etwas Abstand zu bekommen. Sie lernte in Ungarn den Grafen Andrassy kennen, der in ihrem Leben eine sehr große Rolle spielte. Für den Grafen war sie der Inbegriff der Weiblichkeit und er nannte sie „Ungarns schöne Vorsehung“. Diese Beziehung zu dem Grafen verlieh Sissi Hoffnung und Lebenssinn. In den Jahren, in denen sie mit ihm für die Einrichtung der Doppelmonarchie arbeitete, waren die, in denen sie zu sich selbst fand. Sie wurde als Frau wie auch als politische Kraft akzeptiert.
Die Autorin Allison Pataki hat unglaublich viel Zeit investiert, um diesen historischen Roman zu schreiben. Diese Geschichte über Macht, Liebe und eine der spannendsten Epochen der Geschichte Europas hat Allison Pataki hervorragend zu Papier gebracht. Er ist so fesselnd und mitreißend geschrieben, dass ich das Buch in kurzer Zeit fertiggelesen habe.
Viel Freude und Spannung beim Lesen dieses hervorragenden, historischen Romanes.
Brigitte H. Schild
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