Charlottenburg – Die jungen Ärztinnen

Ida, Vicki und Clara haben nur einen Wunsch: Sie wollen Frauenärztinnen werden. Heutzutage wäre an diesem Vorhaben nichts Ungewöhnliches und die drei würden Medizin studieren und als Ärztinnen arbeiten.
Der Roman von Lena Wildenstein spielt aber vor mehr als 100 Jahren als Frauen noch nicht ihren Beruf selbst aussuchen durften und häufig geglaubt wurde, dass das weibliche Gehirn nicht zum Studieren ausreicht. Die drei widersetzen sich allerdings den Vorurteilen und begeben sich auf eine Berliner Universität. Als sogenannte Gasthörerinnen. Von den männlichen Mitstudenten werden sie schief angeschaut, bei Prüfungen – trotz umfangreichen Wissens – oft negativ beurteilt.
Als sie im Krankenhaus Charité zu arbeiten beginnen wollen, erfahren sie, dass weibliche Ärztinnen dort für ihre Arbeit nichts bezahlt bekommen, männliche schon. Eines Tages stirbt eine junge Frau aufgrund einer illegalen Abtreibung. Sofort wird behauptet, dass Vicki und Clara Schuld daran haben und sie landen im Gefängnis bis deren Unschuld bewiesen werden kann. Egal was sie unternehmen, sie meinen es immer gut, doch es gibt so viele Neider und unfaire Gesetze, sodass ihnen immer wieder das Hackl ins Kreuz geworfen wird. Doch die drei sind stark und geben nicht auf.

Das Werk zeigt die Rechte und das Leben der Frauen des beginnenden 20. Jahrhunderts. So war ihnen das Arbeiten nur in klassischen Frauenberufen gestattet und Vergewaltigungen in Ordnung. Wenn eine Frau ein uneheliches Baby bekam, wuchs es woanders auf und musste verschwiegen werden, denn der Ruf war zu wahren. Auch der 1. Weltkrieg mit der Ungewissheit über ihre Männer und dem Leid, welches ein Krieg mit sich bringt, sind Themen dieses Buches.
Als Leserin gewinnt man gut Einsicht in die damalige Zeit und kann sich die Gegebenheiten vorstellen. Man ist überrascht, wie stark sich die Rolle der Frau in den letzten 100 Jahren verändert hat, bedankt sich innerlich bei allen, die dazu beigetragen haben und denkt leidvoll an die Frauen, die noch immer unterdrückt werden und keine Rechte haben. Für jene ist das Werk leider aktueller denn je. Ich wünsche ihnen viel Kraft, Hoffnung, Energie und Mut.
Ich habe den Roman extrem gerne gelesen. Es ist sehr interessant, immer spannend und äußerst ereignisreich.

Über die Autorin:
Lena Wildenstein ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die mit Vorliebe über Pionierinnen schreibt. Den vorliegenden Roman hat sie in Bussen, Zügen und Flugzeugen zwischen Europa und Asien verfasst – und in ihrer Lieblingsstadt Berlin.

Details zum Buch:
Verlag: Droemer TB
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-426-30751-9

Eure Sonja

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