Liebe geht immer

LiebeGehtImmerCharlotte lebt glücklich und zufrieden in Berlin: Sie hat einen guten Job, zahlreiche Freundinnen und ihren Freund Oliver, mit dem sie seit langem ein Paar ist. Doch als sie plötzlich gekündigt wird und ihre Beziehung endet, ändert sich ihr Leben schlagartig. Von nun an versucht sie Optimal-Charlotte zu werden und stellt ihr Leben auf den Kopf: Sie möchte abnehmen, sich besser stylen, die Nachrichten verfolgen, um zu wissen was auf der Welt passiert, eine Sprache lernen und Rache mit Oliver. Ihr Leben wird durch einen neuen Job und einen gewissen Lars zunehmend turbulenter. Doch es klappt nicht alles so, wie sie es sich vorgestellt hat und sie bemerkt, dass ihre Verwandlung nicht allen gut gefällt. Schließlich wurde sie ja vorher mit ihrer noch alten Art geschätzt und geliebt.

Im Roman „Liebe geht immer“ geht es um Selbstoptimierung und Selbstfindung mit der schlussendlichen Erkenntnis, dass man sich selbst lieben lernen muss, um erfolgreich zu sein. Charlotte ist zu Beginn eine pummelige, naive Frau, die später mit Lügengeschichten und einer drastischen Verwandlung ihren Traumjob verwirklichen möchte. Ob man den Charakter der Hauptperson sympathisch findet oder nicht, ist Geschmackssache. Auf jeden Fall ist Myriam Klatt in ihrem ersten Werk ein leicht zu lesender Roman, der unterhaltsam, locker und manchmal auch spannend ist, gelungen.

Über die Autorin:
Myriam Klatt, Jahrgang 1984, studierte Literatur und Politik, war TV-Reporterin und lebt heute als freie Autorin und Redakteurin in Berlin. „Liebe geht immer“ ist ihr erster Roman.

Details zum Buch:
Aufbau-Verlag
Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN: 978-3-7466-3393-0

Eure Sonja Stummer

Die neuen Frauen – Revolution im Kaiserreich 1900-1914

Beuys_24491_MR1.inddGeschichte einmal anders! Barbara Beuys schildert die Entwicklung der Frauenbewegung vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs. Sie macht dies anhand zahlreicher Frauenbilder. Jede von ihnen lieferte einen wichtigen Beitrag zur Emanzipation von Frauen. Indem sich die starken Frauen für das Wahlrecht einsetzten, zu arbeiten begannen, auf die Universität gingen und Themen wie Sexualität zur Sprache brachten, gingen sie in die Geschichte ein und prägen unser Leben heute.

Das Buch ist sehr lebendig, interessant und gut recherchiert. Aufgrund der Fülle der Inhalte und wegen der kleinen Schrift empfinde ich es als Herausforderung mehr als ein paar Seiten auf einmal zu lesen. Doch wer Interesse an Geschichte und/oder Gleichberechtigung von Frauen hat, dem sei dieses Werk wärmstens empfohlen.

Details zur Autorin:
Barbara Beuys, geboren 1943, studierte Geschichte, Philosophie, Soziologie. Sie arbeitete als Redakteurin beim Stern und bei der ZEIT. Sie veröffentlichte über ein Dutzend Bücher u.a.: Familienleben in Deutschland, Vergeßt uns …

Details zum Buch:
Hanser Verlag
Taschenbuch, 380 Seiten
ISBN: 978-3-458-36119-0

Eure Sonja Stummer

Hack’s selbst!

9783407754103

Sonja Eismann / Chris Köver / Daniela Burger

Hack’s selbst!
Digitales Do it yourself für Mädchen

„Hacken heisst besser machen“, stellen die Autorinnen gleich zu Beginn klar – es geht nicht um Anleitungen zu kriminellen Handlungen im Netz, sondern um die Faszination Technik und die Freude am selbst Erforschen.

Spielerisch werden Jugendliche angeleitet, Dinge des technischen Alltags der Kids selbst zu erstellen und nicht nur zu konsumieren – eine eigene App programmieren, ein Spiel entwickeln, einen Avatar zeichnen, einen Video-Blog gestalten oder einen Stop-Motion-Film für Vine drehen.

Zahlreiche Role-Models – erfolgreiche Frauen in kreativen und/oder technischen Berufen – holen die Jugendlichen bei ihrem Wissensstand ab und animieren, vom passiven User zum aktiven Forscher und Entwickler zu werden.

Sehr gut gelungen finde ich die Abschnitte über Sicherheit – die Tipps, sein WLAN abzusichern, E-Mails zu verschlüsseln oder sicherer zu twittern, sind für jeden hilfreich. Ich finde es schade, dass sich der Buchtitel so explizit an Mädchen richtet. Die Inhalte ermuntern geschlechtsneutral, die Technik, die unseren Alltag so sehr bestimmt,  als Ausgangspunkt für Kreativität zu interpretieren. Mit diesem Buch kann man junge Erwachsene intelligent und ohne erhobenen Zeigefinger fördern. Spannende und kreative Stunden – auch beim gemeinsamen Hacken – sind garantiert!

Über die Autorinnen:
Chris Köver, 1979 geboren, hat mit 20 Jahren ihre erste Webseite gebaut, auf der alles blinkte, und verbrachte fortan viel Zeit im Netz. Es ist also kein Zufall, dass sie als Journalistin am liebsten über Technik und Netzkultur schreibt. Zusammen mit Sonja Eismann und Daniela Burger gibt sie das Missy Magazine heraus.

Sonja Eismann, 1973 geboren, hatte beim allerersten Computer, an dem ihr Vater sie vor über 25 Jahren tippen ließ, immer Panik, dass alles explodiert, wenn sie eine falsche Taste drückt. Diese Angst hat sie heute zum Glück überwunden und haut als freie Autorin und Uni-Dozentin von Berlin aus unbekümmert zu Themen wie Feminismus und Mode in die Tasten.

Daniela Burger, 1969 geboren, hat vor vielen Jahren als ersten Rechner einen von ihrem Opa ausrangierten Atari bekommen und ist heute immer noch fasziniert davon, wie Computer unsere Welt erweitern. Sie arbeitet als selbstständige Grafikerin in Berlin.

Details zum Buch:
Verlag: Beltz & Gelberg
Hardcover, 144 Seiten
empfohlen ab 13 Jahren
ISBN 978-3-407-75410-3
UVP: € 16,95

Katja Csukker

Sex, der dein Leben verändert

Sex_Dressler25 mutige Frauen erzählen besondere Bettgeschichten: Katja sammelt erstmals sexuelle Erfahrungen mit einer Frau. Monika verliert bei einem Klassentreffen ihre Jungfräulichkeit an ihren ehemaligen Mitschüler Rainer. Melanie trifft auf ihre Facebook-Bekanntschaft Nico, einem reichen Anwalt. Carolin erzählt von ihrem Traummann Benny und die Vegetarierin Ulrike von ihrer Analsexerfahrung vor einem Imbissstand.

So unterschiedlich wie die Erzählungen geschrieben sind, so unterschiedlich sind auch die Frauen. Jede hat andere Interessen, Wünsche und Sehnsüchte. Manchmal geht es um Liebe, meistens um Lust, selten – aber auch – gar nur um Geld. Für jede Frau ist es auf jeden Fall das eine Mal, das sie nie vergessen wird. Denn danach hat sich ihr ganzes Leben radikal verändert.

In Summe klingen alle Kurzgeschichten sehr ehrlich und offen. Sexuelle und erotische Details halten sich in Grenzen. Die Storys werden ohne viel Kitsch erzählt und sind recht nett sowie unterhaltsam zu lesen. Einige Erlebnisse sind so spannend oder gar schockierend, sodass man nur zu gerne wissen möchte, wie sie weitergegangen sind.

Über die Autorin:
Odette Dressler wuchs in Brandenburg auf und nahm sich vor einigen Jahren Rainald Grebes Songtext zu Herzen: „Ich fühl mich so leer, ich fühl mich Brandenburg… Halleluja Berlin!“ Seitdem lebt sie mit Freund und Hund in der Hauptstadt und schreibt am liebsten über Lust und Liebe.

Details zum Buch:
Verlag: Eden Books
320 Seiten, broschiert, keine Bilder
ISBN: 978-3-944- 296-920

Sonja Stummer

Als die Sonne im Meer verschwand

Als die Sonne im Meer verschwand von Susan AbulhawaDas Leben in Gaza ist unbeschwert. Die Bewohner leben vom Fischen und die Religion gibt dem Tag eine Struktur. Doch die Idylle wird zerstört als israelische Soldaten Dörfer in Brand stecken, Männer ermordet und Frauen vergewaltigt werden und die Einwohner flüchten müssen. Umm Mamduhs Familie wird zerstört, da ihre Kinder fliehen und von nun an in unterschiedlichen Ländern wohnen. Viele Jahre später kehrt die Urenkelin Nur von Amerika nach Gaza zurück. Sie bringt ihre Familie zusammen, lernt die Kultur und das Leben ihrer Vorfahren kennen, welche sie bislang nur aus Erzählungen kennt. Sie ist überwältigt von dem Land und der schwierigen Geschichte.

Susan Abulhawa hat einen Roman über starke palästinensische Frauen geschrieben, die eingebettet in ihre muslimische Religion ihr Leben in der Großfamilie selbstbewusst meistern. Man merkt welche Ausmaße die politische Situation in einem vom Krieg gerüttelten Land auf das familiäre Leben in Gaza annimmt und kann sie somit besser verstehen. Beim Lesen muss man beachten, dass es eine erfundene Geschichte einer Palästinenserin ist, die den Nahostkonflikt nicht der Wahrheit entsprechend darstellt. Dennoch ist es ein sehr gutes Werk, das gelesen werden kann, wenn es auch teilweise vielleicht ein bisschen zu langatmig ist.

Die Autorin
Geboren als Kind palästinensischer Flüchtlinge wuchs Susan Abulhawa in Kuwait, Jordanien und Jerusalem auf. Als Teenager ging sie in die USA, wo sie heute gemeinsam mit ihrer Tochter lebt. Die Autorin engagiert sich aktiv für die Menschenrechte und die Lebensumstände von palästinensischen Kindern in besetzten Gebieten. Ihr Debüt »Während die Welt schlief« wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt und zum internationalen Bestseller. »Als die Sonne im Meer verschwand« ist ihr zweiter Roman.

Details zum Buch:
gebunden mit Schutzumschlag, 384 Seiten
Verlag: Diana Verlag
Hardcover: 19,99 €
ISBN: 978-3453291706

Sonja Stummer

Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug

frauendielesen_bd2_720x600.pngStefan Bollmann

Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug

Verlagsinfo: „Lesende in einem Moment der Intimität zu zeigen, faszinierte Künstler aller Epochen. Doch bis Frauen erlaubt ist zu lesen, was sie möchten, dauert es viele Jahrhunderte.“

 

Nachdem Bollmanns Werk „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ auf großen Zuspruch und Intersse gestoßen war, war es naheliegend, einen zweiten Band nachfolgen zu lassen.

„Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ ist ein hochinteressantes Buch, das an Hand mehr oder weniger bekannter Gemälde die Geschichte weiblichen Lesens in den Fokus stellt, dabei die Aspekte „Gefährlichkeit“ und Klugheit“ der über Jahrhunderte vom Patriachat gefürchteten Intelligenz von Frauen beleuchtet, deren Aufblühen durch das Lesen überhaupt erst möglich war.

„Nicht ohne Grund wurden Männer seit dem 18.Jahrhundert nicht müde, lesende Frauen als Gefahrenherd zu bezeichnen. Könnte es nicht sein, dass sie darin durchaus recht hatten – dass die Initialzündung zur modernen Emanzipation der Frauen in der Tat ihre Leselust war?“ (S.65)

Hierbei treten ein ganzer Strauß teils stereotyper Frauenfiguren auf: Heilige und Sünderinnen, die Bibelfesten und die Einsamen, die Müßggängerinnen und die Genüßlichen, die Verführten wie auch die Verführerinnen (letztere besonders gefährlich!), Lehrerinnen und Salondamen bis hin zu modernen Leserinnen, um nur einige zu nennen.

Ein Buch, das informativ, amüsant und bildend ist. Hab ich gern in meiner Bibliothek, schenke ich auch gern weiter.

Absolute Weiterempfehlung!

Details zum Buch:
Elisabeth Sandmann Verlag
Gebunden mit Schutzumschlag
21.7 x 28 cm, 160 Seiten
100 Abbildungen in Farbe und Duotone
ISBN 978-3-938045-40-4

 

Jackie Hechmati

 

 

Manchmal rot (E-Book)

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Manchmal rot

Eva Baronsky

 

 

Sie ist Putzfrau, er ist Anwalt.

Sie kennen einander nicht, obwohl sie seine Wohnung regelmäßig putzt. Was daran liegt, dass seine gerade eben Verflossene sie engagiert hat und er einfach unfassbar viel arbeitet. Und sich dabei immer mehr verliert.

Obwohl sein Dasein ein Albtraum ist, ist ihr Alltag noch um Eckhäuser schlimmer.

Sie ist bereits verloren, gefangen in einer tristen Welt, mit teils offen, teils passiv aggressiv agierenden sogenannten Freunden bzw der Mutter. Schwach, harmoniebedürftig und sich absolut minderwertig fühlend scheint auch kein Ausweg aus ihrem tristen Alltag zu führen, der geprägt ist von Opferbereitschaft, Ausgenutzt werden und Scham ob ihres Analphabetismus.

Hoffnungslos und bedrückend erscheint das alles … bis es knallt! Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Kurzschluss beim Glühbirne austauschen fegt sie von der Leiter und das verändert alles.

Für sie, aber auch für ihn.

Viel mehr möchte ich vom Inhalt nicht verraten. 🙂

Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Nicht nur der Inhalt und die Sinnsuche, sondern auch die Sprache, in der Baronsky schreibt, die Stilmittel, die sie einsetzt, wie die verschiedenen Perspektiven, die Zeitsprünge oder auch der Wechsel von „sie“ zu dem manchmal aufblitzenden „ich“ … das alles fügt sich zu einem wundervoll verwobenen, magischen Gesamtkunstwerk. Hier wird nicht einfach eine Geschichte erzählt, die rein inhaltlich schon spannend wäre, nein, hier wird mit Sprache gemalt, gelöscht, übermalt. Sehr bildhaft, sehr schön, sehr poetisch, und bei aller Verwirrtheit der Protagonistin – die sich wunderbar auf die Leserin überträgt – sehr klar.

Mit „Manchmal rot“ hat Eva Baronsky ein wunderschönes, berührendes, witziges, geradliniges, mitreißendes Stück Literatur und zugleich emamzipatorisches Märchen geschrieben, das ich mit großem Genuss gelesen habe.

Absolute Leseempfehlung!

Über die Autorin:
Eva Baronsky, 1968 geboren, lebt im Taunus. Für ihren überraschenden und sehr erfolgreichen Debütroman „Herr Mozart wacht auf“ (2009) erhielt sie den Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Nach „Magnolienschlaf“ (2011) erscheint 2015 ihr dritter Roman „Manchmal rot“.

Details zum Buch:
Aufbau Verlag
EBOOK
EPUB, MOBI
Veröffentlicht 13.2.2015
ISBN/EAN 9783841208729
Sprache deutsch

Jackie Hechmati

Rockerblut: Verbotenes Verlangen

rockerblut Joanna Wylde

Rockerblut: Verbotenes Verlangen

Verlagsinfo: „Sophies Leben gerät immer mehr aus den Fugen: Nachdem sie in der ersten Liebesnacht mit Zach schwanger wurde, ließ dieser sie mit ihrem kleinen Sohn sitzen. Jetzt, acht Jahre später, taucht auch noch Zachs Stiefbruder Ruger – das Mitglied einer zwielichtigen Rockerbande – auf und will sich als Beschützer aufspielen. Zwar weiß Sophie, dass Ruger, der furchteinflößende und muskulöse Biker des Reapers Motorradclubs, gefährlich ist, aber gerade das macht ihn auch so verdammt anziehend. Lange kann sie der Versuchung nicht widerstehen, und erfährt schon bald am eigenen Leib, dass man nicht nur auf einem Motorrad einen heißen Ritt wagen kann.“

Ja, ihr habt richtig gelesen, hier geht es in erster Linie um heißen, leidenschaftlichen Sex. Natürlich im Rahmen einer großen Liebesgeschichte zweier Menschen, die trotz aller tatsächlichen und missverständlichen Hindernisse nicht von einander lassen können. Ein Genre-Klassiker, wie ihn sich die einschlägige, durchgehend weibliche Fangemeinschaft nicht besser wünschen kann.

Besondere Würze erhält die Geschichte durch das von der Autorin glaubhaft gut recherchierte Bikermilieu, Motorräder, MCs und „harte Jungs“ à la „Sons of Anarchy“. Hach, diese gutaussehenden Macho-Typen mit ihrer derben Sprache, den Superbodys und ihrer Lederkluft, deren Anblick alleine jede „brave“ Frau schon zittern lässt … aber eben nicht nur zittern sondern auch beben. 😉

Was für mich persönlich jetzt nicht notwendig gewesen wäre, ist die Verherrlichung oder zumindestens Verharmlosung diverser Straftaten bis hin zu Entführung, Folter und Mord. Das geht gar nicht, wurde aber von der Autorin als scheinbar notwendiges Lokalkolorit bzw durchaus auch als Storyimpuls eingebaut. Also, fühlt euch diesbezüglich gewarnt.

Rockerlust ist der zweite, in sich unabhängige Band der „Rocker“-Reihe von Joanna Wylde (ich vermute mal, der Name ist ein passend gewähltes Pseudonym :-):

Band 1 – Rockersklavin (Marie & Horse)
Band 2 – Rockerblut (Sophie & Ruger)
Band 3 – Rockertochter (Em & Hunter)
Band 4 – Rockerlust (London & Picnic)

Mir hat das Buch immerhin so viel Spaß gemacht, dass ich mich schon auf die weiteren bereits erschienen Bände freue, besonders weil ich mit etlichen Namen schon mit liebgewordene Charactere verbinde.

Seit langem, langem mal wieder ein „Mommy Porn“, der es wirklich draufhat, und die Dinge herrlich (für manch eine vielleicht zu derb?) beim Namen nennt, fernab jeder Zepter und Grotten!

Also, Ladies, rauf aufs Bike und ab in den (Lese)Genuss!

Details zum Buch:

  • Broschiert: 368 Seiten
  • Verlag: Lago
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3957610192
  • ISBN-13: 978-3957610195
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 2,7 x 20,8 cm

 

Jackie Hechmati

Unbeugsame Lehrerinnen

unbeugsameLehrerinnenJeder war in der Schule. Jeder kennt sie – Lehrerinnen. Doch, dass vor allem Lehrerinnen dazu beigetragen haben, dass alle sie kennen, ist vielen wahrscheinlich neu. Denn vor allem sie haben es mit ihrem unermüdlichen Eifer geschafft, dass Mädchen in die Schule gehen, Matura machen und alle Studienrichtungen wählen dürfen. Zudem entwickelten Lehrerinnen neue Bildungskonzepte und stellten beim Unterrichten das Kind in den Mittelpunkt. So trugen sie entscheidend zur Emanzipation der Frauen bei und spielten eine wesentliche Rolle bei der Einführung des Frauenwahlrechts. Sie kämpften für gleiche Gehälter und schafften das Lehrerinnenzölibat ab. Unter den Lehrerinnen gibt es außerdem eine große Anzahl an Literatur- und Friedensnobelpreisträgerinnen.

Im Werk von Luise Berg-Ehlers werden zahlreiche nennenswerte Pädagoginnen erwähnt. Die Autorin, welche selbst lange Zeit im Bildungsbereich tätig war, erzählt neben dem Leben und Wirken zahlreicher Lehrerinnen über deren Einstellungen, Reformen und Konflikten, denen sich die Lehrpersonen zu stellen hatten.

Ich kann dieses Buch allen sehr empfehlen. Vor allem aber Lehrkräften, Personen, die an Gleichberechtigung interessiert sind, und Leuten, die Vorurteile von und schlechte Erinnerungen an Lehrerinnen haben.

Verlag: Elisabeth Sandmann
Gebunden mit Schutzumschlag
184 Seiten, 88 Abbildungen
ISBN 978-3-945543-01-6

Sonja Stummer

Die 100 bedeutendsten Frauen Osteuropas

Cover_BedeutendeFrauenHelena Verdel / Traude Kogoj
Die 100 bedeutendsten Frauen Osteuropas

Im Gegensatz zu den anderen in der Reihe „Europa erlesen“ erschienenen Büchern, die sich einer Stadt oder Region widmen, geht es hier um bedeutende Frauen des europäischen Ostens. Wie die Autorinnen im Vorwort bemerken, ist der Titel auch als ironisches Zitat zum vielfach grassierenden Listen- und Ranking-Unwesen zu verstehen, denn es gibt mit Sicherheit noch viele weitere Frauen, die Eingang in dieses Buch hätten finden können.

Die einzelnen Biografien sind im Schnitt 3 bis 4 Seiten lang und schaffen einen Anreiz, sich mit der einen oder anderen Persönlichkeit näher zu beschäftigen. Das Buch will Bewusstsein schaffen für Frauen und ihre Leistungen, da die Geschichtsschreibung diesen Anteil lange Zeit vernachläßigt bis ignoriert hat. Die Autorinnen stellen Frauen vor, die Außergewöhnliches vollbracht haben oder sich eine gesellschaftliche Position erkämpft haben, die ansonsten Männern vorbehalten war. Zumeist sind die vorgestellten Frauen Künstlerinnen, Wissenschafterinnen oder Politikerinnen. Auch einige bekannte Namen sind dabei, wie Marie Curie, Martina Navratilowa oder Mutter Theresa. Über die Hintertür erfährt man zudem einiges über die historischen Entwicklungen in den verschiedenen osteuropäischen Ländern.

Leider gibt es im Text etliche Tippfehler und die Farbe des Einbandes ist schon nach kurzer Zeit an den Rändern abgegriffen. Ansonsten ist es ein schönes, kleines Büchlein: gebunden, mit Lesebändchen und goldenem Prägedruck.

Über die Autorinnen

Leider gibt es weder auf der Homepage noch im Buch selbst Informationen über die Autorinnen.

Details zum Buch

Wieser Verlag
Hardcover, ca. 256 Seiten
ISBN: 3-85129-421-1
EUR 14,95

Rezensiert von Marlies Presser