Samy

SamyZdenka Becker

Samy

 

Samy wächst in der Nähe von Bratislava als einziger Sohn seiner alleinerziehenden Mutter auf. Der Vater ist ein Wiener Psychiater, der aus Indien stammt und jahrelang nicht weiß, dass er mit der jungen Slowakin Olga bei einem Kongress in Berlin ein Kind gezeugt hat und so lernt Samy seinen Vater erst nach Jahren kennen.

Der dunkelhäutige kleine Bub hat mit vielen Anfeindungen zu kämpfen, vor denen ihn seine Mutter so gut wie möglich beschützen will. Während die Großeltern sich ganz langsam damit abfinden, dass sie einen „Zigeuner“ zum Enkel haben, sind die Klassenkameraden weit weniger gnädig. Sein Freund  aus Kindertagen, Harry, wird zu seinem größten Feind, der ihm mit seinen Brüdern auflauert und ihn verprügelt und als Jugendlicher eine Neonazigruppe gründet.

Im Erwachsenenalter, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, ändert sich im Leben von Samys Familie einiges: die Mutter wird von einer überzeugten Kommunistin zur Katholikin und Samy beginnt ein Studium.

Doch auch hier verfolgt Samy das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, nirgendwo dazuzugehören und von seiner Umwelt abgelehnt zu werden. Auch wiederholte Reisen nach Wien, bei denen er seinen Vater und dessen Familie beobachtet, bringen ihm nicht die Antworten, die er erhofft hat. Und so beginnt Samy, immer mehr abzurutschen…

Es ist die vergebliche Suche Samys nach seinen Wurzeln und seiner Zugehörigkeit und der allgemein grassierende Ausländerhass, dem dieser wegen seiner dunklen Hautfarbe zum Opfer fällt, obwohl er Slowake ist, der im Mittelpunkt dieses Romans steht. Es ist aber auch die große Liebe Olgas zu ihrem Sohn und der vergebliche Wunsch, ihn zu verstehen und ihm zu helfen. Diese Ohnmacht führt zu einem tragischen Ende, das für den Leser aber, obwohl unvermeidbar und schlüssig, doch auch beklemmend ist.

„Samy“ ist ein spannender Roman, toll geschrieben und – leider- voller Aktualität!

 

Über die Autorin:

Zdenka Becker wurde in Tschechien geboren, wuchs in der Slowakei auf und lebt seit 1975 in Österreich. Sie arbeitete als freie Journalistin, Übersetzerin und Dolmetscherin, nachdem sie ein Studium an der Wirtschaftsuniversität Bratislava und eine Dolmetschausbildung in Wien absolviert hatte.

 

Details zum Buch:

2018

Gmeiner Verlag

ISBN 978-3-8392-2254-6

 

Bettina Armandola

 

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