Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten

Monsieur Picasso und der SommerCamille Aubray

Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten

Juan-les-Pins 1936: ein berühmter Maler hat sich in einer Villa in der Nähe des Café Paradis eingemietet. Es handelt sich um niemand geringeren als Pablo Picasso, der vor privaten Querelen aus Paris geflüchtet ist. Nun soll die junge Ondine, Tochter der Besitzer des Cafés, ihn bekochen. Bald ist das Mädchen fasziniert von der Ausstrahlung des Künstlers und seiner Bilder und sie wird für einige Gemälde zu seinem Modell…

New York, 2013: Céline, die Enkelin Ondines, ist auf Weihnachtsbesuch bei ihrer Mutter Julie, die ihr ein Kochbuch ihrer Großmutter überreicht, in dem diese ihre Rezepte für Picasso notiert hat.

Als ihre Mutter nach einem Schlaganfall im Pflegeheim landet, wohin ihre gierigen Halbgeschwister sie nach dem Tod des Vaters verfrachtet haben, beschliesst Céline, sich auf die Spuren ihrer Vorfahren zu machen und nimmt an einem Kochkurs des bekannten Küchenchefs Gil in Frankreich teil. Denn hier muss das Vermächtnis Ondines, ein Bild von Picasso, das dieser ihr geschenkt hat, versteckt sein. Doch die Suche gestaltet sich alles andere als einfach und Céline weiß bald nicht mehr, wem sie vertrauen kann. Wird es ihr gelingen, das Kunstwerk aufzutreiben, um ihre Mutter aus dem Pflegeheim zu befreien?

Drei Handlungsstränge verweben sich in diesem Roman: der von Ondine, ihrer Tochter Julie und von Céline. Die Lebensgeschichte von drei Frauen einer Familie, die es mehr oder weniger gut geschafft haben, das Leben zu führen, das sie sich vorgestellt haben und sich in einer Männerwelt durchzusetzen. Flüssig geschrieben und mit dem Charme eines französischen Sommers schlägt der Roman die Leser in seinen Bann und sie fiebern mit Céline mit, die sich auf die Suche nach einem verlorenen Bild und einer geheimnisvollen Familiengeschichte gemacht hat!

 

Über die Autorin:

Camille Aubray hat Kreatives Schreiben an der University of London studiert. Sie unterrichtete an der New York University und lebt in Connecticut und Südfrankreich.

 

Details zum Buch:

Deutschsprachige Ausgabe 2017

Fischer Krüger

ISBN 978-3-8105-3021-9

 

Bettina Armandola

Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Ich treffe dich...Stephanie Butland

Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Die junge Loveday lebt in einer Welt voller Bücher: sie liebt ihren Job in dem kleinen Buchantiquariat, das ihr väterlicher Freund Archie betreibt, sie freut sich über die Entdeckungen, die sie beim Auspacken neuer Buchkisten, die gespendet wurden oder von Hausauflösungen stammen, macht und sie hat sich mehrere Anfangssätze ihrer Lieblingsromane tätowieren lassen.

Wie Loveday aber selbst bemerkt, sind ihre sozialen Kontakte sehr reduziert, zu sehr ist sie in ihrer Vergangenheit gefangen. Denn als Zehnjährige war ihre bis dahin heile Welt zerbrochen…Nun versucht sie, sich in ihrem Leben zurechtzufinden, was ihr auch bis zu dem Zeitpunkt gut gelingt, als mehrere Bücher aus der Bibliothek ihrer Mutter auftauchen und sie in ihre Kindheit zurückversetzen. Dann lernt sie Nathan kennen, der ebenso wie sie Bücher liebt und sie zu einem Poetry Slam einlädt. Loveday schwankt: soll sie die neue Nähe zu einem anderen Menschen zulassen oder ist sie dafür zu gebrochen?

In Rückblicken in ihre Kindheit und den Ereignissen in der Gegenwart, die sich bald überstürzen, erzählt Loveday ihr Leben. Der Autorin gelingt es von der ersten Seite an, ihre Leser zu fesseln und die Vorgänge in dem jungen Mädchen verständlich zu machen. Wie schwer es sein kann, mit einem Geheimnis zu leben und sich unsichtbar machen zu wollen, aber auch, wie man den Mut aufbringen kann, sein Leben zu leben, ist der Dreh- und Angelpunkt in diesem lesenswerten Roman, den man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte!

 

Über die Autorin:

Stephanie Butland lebt im Nordosten Englands und arbeitet als Coach und Motivationstrainerin, wenn sie nicht gerade Romane schreibt. Gelegentlich tritt sie bei Poetry-Performances auf.

 

Details zum Buch:

Deutsche Erstausgabe Oktober 2017

Knaur Taschenbuch

ISBN 978-3-426-52075-8

 

Bettina Armandola

Das Gesetz des Sterbens

Das Gesetz des SterbensDas Gesetz des SterbensIan Rankin

Das Gesetz des Sterbens

 

Eigentlich befindet sich Detective Inspector John Rebus im Ruhestand. Doch dann wird ein bekannter Anwalt aus Edingburgh ermordet, bei dem eine schriftliche Morddrohung entdeckt wird. Und auch bei Rebus´ Lieblingsfeind, der Unterweltgröße Big Cer Cafferty trifft eine Morddrohung ein.

Als polizeilicher Berater unterstützt Rebus Detective Siobhan Clarke und entdeckt, dass eine Spur in die gemeinsame Vergangenheit der Bedrohten führt. Der gemeinsame Nenner scheint eine Einrichtung für Jugendliche namens „Acorn House“ zu sein…

Auch wenn John Rebus keine offizielle Position mehr innehat, hat er doch seinen ermittlerischen Scharfsinn noch nicht verloren. Und so gelingt es ihm bald, schlafende Hunde zu wecken und dem Ursprung des Mordens auf die Spur zu kommen!

Spannend wie gewohnt erzählt Ian Rankin die Geschehnisse rund um den wohl inzwischen allen Lesern ans Herz gewachsenen John Rebus, der bereits seinen zwanzigsten Fall zu lösen hat. Beste Krimiunterhaltung auf hohem Niveau ist garantiert!

 

Über den Autor:

Ian Rankin wurde 1960 in Schottland geboren. Als Schriftsteller und Krimi- Autor hat er Kultstatus erreicht, seine Romane rund um Inspector John Rebus landen regelmässig auf den Bestsellerlisten.

 

Details zum Buch:

2017

Goldmann Verlag

ISBN 978-3-442-48691-5

 

Bettina Armandola

 

 

Tod im Höllental

Tod im HöllentalAstrid Fritz

Tod im Höllental

 

Man schreibt das Jahr 1416, der Winter steht in Freiburg vor der Tür, aber die Noch-Beginen-Schwester Serafina ist glücklich: ihre Hochzeit mit dem Stadtmedicus Achaz steht kurz bevor.

Als ein Basler Wanderprediger in die Stadt kommt und gegen die Beginen hetzt, werden die freien Schwesternsammlungen bald Ziel feiger Anschläge und Anfeindungen. Dann wird die junge Lämmlein- Schwester Mia mit einer Kopfwunde in einer engen Gasse aufgefunden und die Meisterin der Christoffel- Schwestern beschliesst, sich auf den Weg durchs Höllental nach Villingen zu machen, um den Konstanzer Bischof als Fürsprecher zu gewinnen.

Als aber Hund Michel blutverschmiert zurückkehrt, hält es Serafina nicht länger. Sie begibt sich auf die Suche nach ihren Schwestern ins Höllental und begibt sich damit bald selbst in Gefahr…

Auch der vierte Fall für Serafina ist für Freunde historischer Romane ein Lesevergnügen und führt den Leser ins frühe 15. Jahrhundert, wo es ebenso wie heute schon Neid, Habgier und Machtstreben gab.

 

Über die Autorin:

Astrid Fritz studierte Germanistik und Romanistik. Sie arbeitete als Fachredakteurin in Darmstadt und Freiburg und verbrachte drei Jahre in Santiago de Chile. Heute lebt sie in der Nähe von Stuttgart.

 

Details zum Buch:

2018

Rowohlt Taschenbuch Verlag

ISBN 978 3 499 27347 6

 

Bettina Armandola

Augen, die geweint haben, sehen klarer

Augen, die geweint haben...Petrus Ceelen

Augen, die geweint haben, sehen klarer

Erfahrungen im Umgang mit Leid

 

Seelsorger Petrus Ceelen war dreißig Jahre lang für Obdachlose, Aidskranke, Gefangene und Drogenabhängige da. Die Erfahrungen, die er im Umgang mit leidenden Menschen, auch mit denen, die kurz vor ihrem Tod standen, machte, teilt er in diesem Büchlein mit seinen Lesern.

Quintessenz ist es, da zu sein für die Bedürftigen, nicht von einem überlegenen Standpunkt aus zu predigen, sondern den Moment, die Gegenwart mit all ihren Ängsten und Schmerzen zu teilen. So erzählt Petrus Ceelen von seinen eigenen Erfahrungen im Umgang mit Sterbenden ebenso wie er auch von Papst Franziskus berichtet, der das Gebot der Nächstenliebe und Bescheidenheit, das Da- Sein für die Ärmsten lebt und ihnen so ihre Würde zurückgibt.

Worte können keine Taten ersetzen und so soll auch dieses kleine Buch ein Anstoß sein, selbst Mitmenschen, die unserer Hilfe bedürfen, beizustehen ohne sich selbst zu verlieren. Denn, um mit dem Herzen zu verstehen, heißt es auf Seite 27:

„Der leidende Mensch

braucht Mitgefühl,

kein Mitleid.“

 

Details zum Buch:

2017

Edition Communio im

Echter Verlag

ISBN 978-3-429-04329-2

 

Bettina Armandola

 

 

Das Erbe der Rosenthals

Das Erbe der RosenthalsArmando Lucas Correa

Das Erbe der Rosenthals

 

Berlin, 1939: die jüdische Familie Rosenthal hat Plätze auf dem Dampfschiff der HAPAG „St. Louis“ ergattert, ihre letzte Chance dem Nationalsozialismus und seiner willkürlichen Gewalt zu entkommen. Die zwölfjährige Hannah, ihre Eltern und der beste Freund des Mädchens, Leo, gemeinsam mit dessen Vater, haben es an Bord des Schiffes mit Zielhafen Kuba geschafft.

New York, 2014: die zwölfjährige Anna hat ihren Vater noch vor ihrer Geburt verloren, er fiel dem 9/11- Attentat auf die Twin Towers zum Opfer. Nun entdeckt sie das Geheimnis ihres Vaters durch einen Briefumschlag mit Fotos, den ihr die Tante ihres Vaters Louis aus Kuba geschickt hat.

Bald kreuzen sich die Lebenswege von Hannah und Anna, die mit ihrer Mutter nach Kuba reist, um mehr über die Vergangenheit ihres Vaters zu erfahren. Beide, die bald siebenundachtzigjährige Hannah als auch die kleine Anna haben Verluste in ihrem Leben erlitten und fühlen gleich zu Beginn eine große Nähe zueinander…

Abwechselnd erzählen Hannah im Alter von zwölf Jahren und Anna aus ihrem Leben. Die Geschichte der gutsituierten Rosenthals, erlebt von einem jungen Mädchen, das nicht alles verstand, was um sie herum geschah, der plötzliche Hass, der den „Unreinen“ entgegenschlug, der Fall der gesellschaftlich gefeierten Mutter zur Unperson, die Hilflosigkeit des Vaters, von all dem berichtet Hannah- und auch von ihrer ersten großen Liebe zu Leo, der mit ihr gemeinsam auf der „St. Louis“ einer vermeintlichen Freiheit entgegenschwimmt. Vermeintlich, denn in Kuba wird den Flüchtlingen die Einreise verweigert. Hannah und ihre Mutter dürfen an Land übersetzen, aber die meisten anderen Passagiere müssen den Rückweg in den sicheren Tod antreten, da sich auch die USA und Kanada weigern, die Passagiere aufzunehmen.

Eingebettet in die historische Handlung über die Irrfahrt der „St. Louis“ entfaltet sich die Familiengeschichte der Rosenthals von Berlin über Kuba bis ins New York der Gegenwart: eine Geschichte der Flucht, die leider auch heutzutage aktuell ist und die den Leser Anteil nehmen lässt am Schicksal von Menschen, die auf der Suche nach einem Leben ohne Repressalien und Gewalt sind! Ein toller Roman!

 

Über den Autor:

Armando Lucas Correa lebt in Manhattan und ist Herausgeber des Magazins „People en espanol“. Zuvor lebte er auf Kuba und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet für seine journalistischen Arbeiten. „Das Erbe der Rosenthals“ ist sein erster Roman.

 

Details zum Buch:

2018

Bastei Lübbe AG

ISBN 978-3-7857-2602-0

 

Bettina Armandola

 

Am falschen Ufer der Rhone

Am falschen Ufer der RhonePaul Grote

Am falschen Ufer der Rhone

 

Die Patentochter von Martin Bongers ist glücklich auf dem Weingut, das sie gemeinsam mit Martin bewirtschaftet. Doch der ist der Meinung, dass sie bei einem Praktikum im weltberühmten Chateauneuf-du-Pape ihr Wissen erweitern kann. Nach anfänglichem Zögern ist Simone bereit, etwas Neues zu wagen und kommt bei einem Spitzenwinzer unter, der allerdings erst Martins zweite Wahl ist. Sein Bekannter, bei dem er sie zuerst unterbringen wollte, ist nach dem Gewinn des Concours de la St. Marc auf mysteriöse Art und Weise verschwunden. Bald stellt sich heraus, dass auch ein anderer Gewinner dieses Weinwettbewerbs ein furchtbares Schicksal ereilt hat: er wurde überfahren, der Verursacher beging Fahrerflucht…

Am anderen Ufer der Rhone sucht der junge Önologe Thomas Aschenbach Vergessen und hilft einem Bekannten auf seinem Weingut aus. Als dessen Nachbar von einer Diebesbande überfallen wird, stellt er sich den Kriminellen in den Weg und bringt nicht nur sich selbst, sondern auch Simone in Gefahr…

Bald stellt sich die Frage, ob einer der Winzer selbst hinter den kriminellen Machenschaften steckt und die beiden jungen Leute, Simone und Thomas, versuchen auf eigenen Faust, die Verbrechen aufzuklären, die offenbar auch etwas mit einem Brüderpaar zu tun haben, von denen einer sein Gut in Chateauneuf-du-Pape und der andere am „falschen Ufer der Rhone“ hat.

Paul Grote hat wieder einen Weinkrimi verfasst, der viel Wissenswertes über den Weinanbau, die verschiedenen Rebensorten und die Weinherstellung bietet. Eingebettet in eine Krimihandlung, richtet sich der Roman doch in erster Linie an Weinliebhaber und -kenner. Mir war das Verhältnis zwischen Weinbau und Krimi etwas zu unausgewogen, denn es dominieren doch die Weinverkostungen und Diskussionen über die Weinberglage über die Handlung, was ich persönlich ein bisschen schade fand.

 

Über den Autor:

Paul Grote wurde 1946 in Berlin geboren und studierte Soziologie und Politik, bevor er eine journalistische Laufbahn in Hamburg einschlug und später als freier Reporter aus Südamerika berichtete. Dort entdeckte er seine Liebe zum Wein und Weinbau. 2004 erschien sein erster Weinkrimi, dem viele weitere folgten.

 

Details zum Buch:

Originalausgabe 2017

dtv

ISBN 978-3-423-21691-3

 

Bettina Armandola

Wasser Atmen

Wasser AtmenElisabeth Klar

Wasser Atmen

 

Die Bioakustikerin Erika Wawracek erforscht die Bedeutung der Lärmverschmutzung in den Meeren und deren Auswirkung auf die Kommunikation der Wale. Als ihr Freund Cécil sie überreden will, gemeinsam mit ihm an einem Forschungsprojekt in der Antarktis teilzunehmen, ist sie sich nicht sicher, ob sie das überhaupt möchte. Doch wie so oft, wenn ihr platonischer Weggefährte ihr etwas vorschlägt, ist sie letztendlich doch bereit, mitzumachen. So war es schon beim Aikido und beim Tauchen, beides Tätigkeiten, die ihr Angst machen, denen sie sich aber dennoch wieder und wieder stellt…

Auch die Studentin Judith, die im Rahmen ihrer Magisterarbeit in den Musikwissenschaften Erika interviewt, fühlt sich verloren in einer übermächtigen Welt, die von Geräuschen und Klängen dominiert wird. Neben Cécil und der kämpferischen Feministin Karo wird bald auch Judith Teil von Erikas Freundeskreis.

Dieser sprachgewaltige und bildhafte Roman wird nicht so sehr von Handlungen, als von Gedanken, Eindrücken und Erinnerungen geprägt, vom Wasser und dessen alles verschlingender Macht, vom Fallen, von Geräuschen, die Unheilvolles ankündigen und dem Versuch, das Leben durch immer wiederkehrende Abläufe unter Kontrolle zu bringen. Es sind faszinierende Psychogramme von Frauen, die ihre Angst vor dem Scheitern zu bekämpfen versuchen und das auf ganz individuelle Art und Weise tun.

Dieses Buch ist verstörend und faszinierend zugleich, die entstehenden Bilder brennen sich beim Lesen ein und beunruhigen den Leser zutiefst. Der Autorin gelingt es, Diffuses darzustellen und die latente Bedrohung in unseren Leben zu thematisieren. Dieses, im positiven Sinn unbequeme, Buch gehört definitiv gelesen!

 

Über die Autorin:

Elisabeth Klar wurde 1986 in Wien geboren und studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Transkulturelle Kommunikation. Sie arbeitet in der Softwareentwicklung und leitet Literaturworkshops. Für ihr Debüt „Wie im Wald“ erhielt sie dern Förderpreis der Stadt Wien und stand auf der Shortlist des Rauriser Literaturpreises 2015.

 

Details zum Buch:

2017

Residenz Verlag

ISBN 978 3 7017 1679 1

 

Bettina Armandola

Super Samojeden

Super SamojedenHelmut Sicheritz

Super Samojeden

Wissenswertes über die weißen Hunde

 

Als ich das erste Mal einen Samojeden persönlich kennenlernen durfte, war ich sofort verzaubert. Das kleine Fellknäuel, damals etwa drei Monate alt, hat sofort alle meine Mutterinstinkte angesprochen (und das, obwohl ich eigentlich ein ausgewiesener Katzenmensch bin ;)): das lag nicht nur an der Optik, sondern auch an der freundlichen und verspielten Art! Seither habe ich Samojeden und speziell die beiden Hündinnen meiner Freundin, Youma und Smilla, ins Herz geschlossen.

Nun hat Helmut Sicheritz, selbst stolzer Besitzer vom Samojeden Chevy, ein liebevoll gestaltetes und genau recherchiertes Buch mit viel persönlicher Erfahrung verfasst, das Neueinsteigern die wichtigsten Fakten über diese Hunderasse, ihre Geschichte, ihre Haltung und Pflege und die Faktoren, die bei Ausstellungen oder Rennen zum Tragen kommen, vermittelt.

Mehrere Kapitel des Buches befassen sich mit der interessanten Geschichte des Samojeden in seiner Ursprungsform bis zu dem Hund, wie wir ihn heute kennen. Viel Raum wird auch dem Umgang mit den Vierbeinern eingeräumt, besonders was die Bewegung angeht, die im Leben jeden Samis eine essentielle Rolle spielt! So lernen wie die verschiedenen Kategorien des „Mushing“ kennen: der Zughundesport kann unter anderem mit Scooter, Bike oder Schlitten stattfinden. Hier teilt der Autor seine selbst gemachten Erfahrungen, was Training, Ausrüstung und Rennen betrifft. Weitere Kapitel beleuchten die Themen Zucht, Kauf, Pflege, Kastration und Ernährung, alles wichtige Informationen für diejenigen, die selbst einen Samojeden in ihre Familie aufnehmen möchten.

Trotz der geballten Information ist dieses Buch sowohl unterhaltsam als auch humorvoll und besticht ganz besonders durch die tollen Fotografien und Illustrationen! Für alle „Sami“- Freunde und jene, die es noch werden wollen, das perfekte Geschenk und die ideale Lektüre zur Entscheidungsfindung!

 

Details zum Buch:

Eigenverlag Helmut Sicheritz

2018

ISBN 978-3-200-05521-6

 

Bettina Armandola

 

Die Grossmächtigen

Die GrossmächtigenHédi Kaddour

Die Grossmächtigen

 

Nahbès, eine maghrebinische Stadt im Jahr 1922: die Grossmächtigen haben die Stadt unter sich aufgeteilt, der eine Stadtteil wird von den französischen Kolonialisten regiert, der andere von den einheimischen Großgrundbesitzern und betuchten Händlern. Als ein amerikanisches Filmteam auftaucht, das vor einem Skandal um den bekannten Komiker Fatty Arbuckle geflüchtet ist, vermischen sich die Kulturen.

Raouf, der Sohn des Caid, wird der einheimische Begleiter der amerikanischen Schauspielerin Kathryn, die im Film ihres Mannes die Hauptrolle spielt, die junge Witwe Rania emanzipiert sich und will ein selbstbestimmtes Leben ohne ständige Bevormundung von Männern führen, was zu dieser Zeit ein Skandal ist, und der Kolonialist Ganthier verliebt sich in die Journalistin Gabrielle…

Der erste Weltkrieg ist noch nicht lange vorbei und die Narben sind noch nicht verheilt, das ist spürbar sowohl in der Situation der Kolonien, als auch in Paris oder in Berlin, wohin es Raouf, Ganthier, Kathryn und Gabrielle verschlägt. Die brodelnde Stimmung wird aufgezeigt, der Name eines noch relativ unbekannten Hitler taucht auf, die besetzten Gebiete im Elsass proben den Widerstand und die Frage nach Patriotismus und Nationalismus steht im Raum. Daneben entwickeln sich zwischenmenschliche Beziehungen und besonders die Rolle der Frau und der unterdrückten Völker wird zum Thema.

Zwischen der maghrebinischen Wüste und Europa entwickelt sich ein eigenwilliger Roman, der vier Jahre der beginnenden 1920er Jahre umspannt und den Leser nicht nur fesselt, sondern auch einiges an Konzentration abverlangt. Ein spannender Einblick in eine Zeit, über die ich persönlich noch nicht allzu viel wusste: hier vereinen sich Tempo, Poesie und Weisheit zu einem spannenden Roman!

 

Über den Autor:

Hédi Kaddour ist der Sohn eines Tunesiers und einer Französin und verbrachte viele Jahre in Tunesien. Heute lebt er in Paris und ist Professor für Französische Literatur und journalistisches Schreiben. Für seine Romane „Waltenberg“, „Savoir-vivre“ und „Die Grossmächtigen“ erhielt er zahlreiche Preise.

 

Details zum Buch:

1.Auflage 2017

Aufbau Verlag

ISBN 978-3-351-03681-2

 

Bettina Armandola