In den Wäldern Sibiriens

in den wäldern sibiriensSylvain Tesson

In den Wäldern Sibiriens

Tagebuch aus der Einsamkeit

„Fünf Tagesmärsche vom nächsten Dorf entfernt, inmitten einer unendlich weiten Natur, habe ich mich sechs Monate lang bemüht, glücklich zu sein. Zwei Hunde, ein Holzofen, ein Fenster mit Blick auf den See genügen.“ Sylvain Tessons Aufzeichnungen handeln vom Versuch, durch Weltabgeschiedenheit und Einsamkeit frei über die eigene Zeit verfügen zu können. „Ein Buch von magnetischer Anziehungskraft“ (Le Monde Des Livres), das in Frankreich Hunderttausende begeistert hat und international von Lesern und Kritik gefeiert wird.
Ich hatte mir vorgenommen, vor meinem 40. Lebensjahr als Eremit in den Wäldern zu leben, und zog für sechs Monate in eine Hütte am Ufer des Baikalsees. Das nächste Dorf 120 Kilometer entfernt, keine Nachbarn, keine Zugangsstraßen, gelegentlich ein Besuch. Im Winter Temperaturen um die minus 30 Grad, im Sommer Bären an den Ufern.
In dieser Wildnis schuf ich mir ein schlichtes und schönes Leben, ich machte die Erfahrung eines aus einfachen Handlungen bestehenden Daseins. Jeden Tag verzeichnete ich meine Gedanken in einem Heft. Dieses Tagebuch eines Einsiedlerlebens halten Sie in Händen.

Heutzutage ist es nicht mehr außergewöhnlich, wenn man sich eine Auszeit nimmt und z.B. den Jakobsweg geht. Sylvain Tesson hat sich eine Auszeit genommen und ging an den Baikalsee. Viele von uns würden wahrscheinlich nur ein paar schöne Tage an dem See verbringen wollen. Eisige Winde in einer undichten Blockhütte bei – 25° ist nicht jedermanns Sache. Er hat aber bewusst den Februar für seine Anreise bestimmt. Mitten im eisigen Winter hat er sich auf den Weg gemacht, eine kleine Blockhütte für ein halbes Jahr als Wohnsitz zu nutzen. Ausgestattet mit dem wichtigsten Lebensmitteln und Handwerkszeug, sowie mit einer Kiste Bücher für die Abwechslung, begab er sich in die Einsamkeit. Er lernte die Natur intensiv kennen, aber auch die Menschen, die in dieser Region leben. Diese sind viel offener und zugänglicher. Zumindest kam es mir in seiner Erzählung so vor. Es könnte aber auch der Wodka gewesen sein, der bei diesen Treffen immer reichlich floss. Jedenfalls ist es erstaunlich, was er in diesem halben Jahr alles erlebt hat.

Über den Autor:
Sylvain Tesson, geboren 1972 in Paris, ist Schriftsteller, Filmemacher und ein großer Reisender. Er fuhr mit dem Fahrrad um die Welt und unternahm monatelange Expeditionen – durch den Himalaya, von Sibirien nach Indien zu Fuß und immer wieder nach Zentralasien. Für seine Reisebeschreibungen und Essays wurde er mit dem Prix Goncourt de la nouvelle und dem Prix Medicis ausgezeichnet. Zuletzt erschien „In den Wäldern Sibiriens“.

Details zum Buch:
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
270 Seiten
ISBN: 978-3-8135-0564-1
Knaus Verlag

Christina Burget

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