Lügen im Paradies

Colombe Schneck

Colombe verbringt die Ferien ihrer Kindheit, sowohl Sommer wie auch Winter, immer im Kinderheim eines Schweizer Ehepaars in den Bergen. Dort wird sie liebevoll, aber streng in Gesellschaft zahlreicher anderer Kinder aller Altersklassen betreut, die ebenso wie sie aus kaputten Elternhäusern stammen.

Die Kinder sind besonders empfänglich für das große Gemeinschaftsgefühl und die Zuwendung ihrer Ersatzeltern, für das einfache Essen und die körperliche Herausforderung durch Klettern und Skifahren, die ihnen Vater Karl mit strenger Hand vermittelt.

Im Erwachsenenalter muss sich Colombe nun aber damit auseinandersetzen, ob sie die Vergangenheit weichgezeichnet hat, als sie über ihre „Schweizer Familie“ schreiben möchte. Es stellt sich heraus, dass die eigenen Kinder von Karl und Anne-Marie bei weitem keine so positiven Erinnerungen an ihre Kindheit haben, in der sie wenig Liebe zu spüren bekamen, aber viel Verantwortung zu tragen hatten und als Betreuer der Pflegekinder arbeiten mussten. Die Wirklichkeit, so stellt sich im Zuge ihrer Recherchen heraus, ist bei weitem nicht das Heidi-Idyll, das sich Colombe so gern vorgestellt hätte.

Wie Erinnerungen verändert werden und unbewusst die Vergangenheit in einen verklärten Glanz tauchen, zeigt dieses Buch der Autorin auf beeindruckende Art und Weise! So stellt man sich bei der Lektüre auch selbst manchmal die Frage, von der dieses Buch geleitet wird: Wie viel Lüge braucht ein glückliches Leben?

Details zum Buch:

Deutsche Erstausgabe 2025

Rowohlt Verlag

ISBN 978-3-498-00724-9

Bettina Armandola

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