Und immer wieder aufbrechen

Als der Widerstandskämpfer Baba Msimang beginnt gegen die Apartheit in Südafrika zu kämpfen und sich dem ANC (African National Congress – einer illegalen Partei) anschließt, flieht die Familie ins Ausland. So wird Sisonke im Exil in Swasiland geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbringt sie in Sambia, Nairobi und Kanada und studiert schließlich in den USA. Erst mit über 20 Jahren – als Nelson Mandela Präsident wird und immer mehr Gleichberechtigung zwischen Schwarzen und Weißen erahnt werden kann – kommt sie das erste Mal in ihre Heimat Südafrika. Doch egal wo sie lebt, sie und ihre Familie kämpfen für Freiheit, gegen Rassismus und Gewalt. Stets schlägt ihr Herz für Südafrika. Sisonke engagiert sich politisch und arbeitet für hochrangige Institutionen wie die UN. Immer mit dem Ziel ihr geliebtes Südafrika ein bisschen besser zu machen.

In ihrer Autobiographie wird man nicht nur Zeugin eines beeindruckenden Lebens einer starken Frau, sondern erlebt auch einen Teil der Geschichte Südafrikas hautnah mit. Sisonke beschreibt offen und ehrlich ihre Gedanken, Meinungen und Gefühle. Wenn auch ein Höhepunkt oder etwas Spannung fehlt, so ist das Werk niemals langweilig, sondern stets gut und mitreißend erzählt. Der Schreibstil ist einfach gehalten und ohne große literarische Besonderheiten, was aber gut zu einer Biographie einer (noch) nicht Schriftstellerin passt.
Im Großen und Ganzen ist es ein informatives, wichtiges und unterhaltsames Werk, das zumindest von allen, die sich für Gleichberechtigung, Feminismus und Heimat interessieren, gelesen werden sollte.

Über die Autorin:
Sisonke Msimang wurde im Exil in Swasiland geboren, wuchs in Sambia, Nairobi und Kanada auf, studierte in den USA – und ist Südafrikanerin. Als sie Südafrika das erste Mal betritt, ist sie schon über 20 Jahre alt. Sisonke Msimang war als Executive Director der Open Society Foundations für Südafrika zuständig und arbeitete für die UN. Ihre Lebensgeschichte zeigt, wie untrennbar das Private und das Politische miteinander verbunden sind und wie nah Hoffnung, Enttäuschung und Wiederhochrappeln beisammen liegen. Sisonke Msimang hat keine Scheu vor Selbstreflexion: Sie ist aufrichtig mit sich selbst – und regt an, es ihr gleichzutun. Mit „Und immer wieder aufbrechen“ (aus dem Englischen von Tatjana Kruse) erscheint erstmals ein Buch von Sisonke Msimang in deutscher Übersetzung. Das englische Original „Always Another Country“ erschien 2017, 2018 folgte „The Resurrection of Winnie Mandela“.

Details zum Buch:
Haymon-Verlag
Originaltitel: Always Another Country. A Memoir of Exil and Home.
Aus dem Englischen von Tatjana Kruse
404 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-7099-8140-5

Eure Sonja

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