Reich und arm – Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft

Reich und Arm von Joseph StiglitzDer Nobelpreisträger Joseph Stiglitz berührt hier ein sehr wichtiges Thema. Denn weltweit nimmt die Schere zwischen arm und reich ein immer größeres Ausmaß an.
Der Autor führt uns ein in die Dimensionen der wachsenden Ungleichheit und entwickelt Ideen für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Stiglitz analysiert die Wirtschaft der USA der letzten Jahrzehnte sehr genau und gibt an, ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen, was die Politik gemacht hat und welche Auswirkungen es gegeben hat und was warum getan hätte werden sollen.
Das Werk schildert vor allem die Verhältnisse in der USA, doch auch andere Länder dienen dem Vergleich und der besseren Veranschaulichung. Wenngleich in Europa noch andere Werte zählen, so lassen sich dennoch erste Gemeinsamkeiten erkennen.

Die Analyse und detaillierte Beschreibung der Ursachen und Auswirkungen sind meines Erachtens brillant. Die Sprache ist verständlich, die Zusammenhänge plausibel. Die Lösungsansätze derart schlüssig, sodass man sich fragt, wieso die Politik diese nicht schon längst in die Tat umgesetzt hat.
Nicht nur für Interessierte der Wirtschaftswissenschaften, sondern vor allem für Politiker sollte dieses Werk eine Pflichtlektüre sein.

Über den Autor:
Joseph Stiglitz, geboren 1943, war Professor für Volkswirtschaft in Yale, Princeton, Oxford und Stanford, bevor er 1993 zu einem Wirtschaftsberater der Clinton-Regierung wurde. Anschließend ging er als Chefvolkswirt zur Weltbank und wurde 2001 mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet. Heute lehrt Stiglitz an der Columbia University in New York und ist ein weltweit geschätzter Experte zu Fragen von Ökonomie, Politik und Gesellschaft. Bei Siedler erschienen unter anderem seine Bestseller „Die Schatten der Globalisierung“ (2002), „Die Chancen der Globalisierung“ (2006) „Im freien Fall“ (2010) und zuletzt „Der Preis der Ungleichheit” (2012).

Details zum Buch:
Originaltitel: The Great Divide
aus dem Englischen von Thorsten Schmidt
gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 512 Seiten
ISBN: 978-3-8275-0068-7
Verlag: Siedler

Sonja Stummer

Die gläserne Frau

DieGläserneFrauWas wäre, wenn Prinzessin Diana ihren Tod durch einen Autounfall nur vorgetäuscht hat und sie seitdem irgendwo auf der Welt alleine und ohne jeglichen Trubel lebt?
Monica Ali widmet sich in ihrem neuen Werk diesem Thema.
Lydia hat es satt, dauernd von skrupellosen Paparazzi verfolgt zu werden. Sie entscheidet sich von ihrer Familie wegzugehen und übersiedelt in ein kleines, entlegenes Dorf, um dort eine neue Identität anzunehmen und ein bescheidenes Leben zu führen. Niemandem erzählt sie von ihrer Vergangenheit. Dennoch taucht eines Tages ein sensationsgeiler Reporter auf, der sie wiedererkennt. Er belagert sie, schießt persönliche Fotos und setzt alles darauf eine einzigartige Aufdeckerreportage zu schreiben.

Während das Thema ein sehr interessantes ist, mangelt es für mich leider an der Umsetzung. Zu Beginn werden viele Personen vorgestellt, was zu Verwirrung führt. Dann plätschert der Roman seitenweise fad dahin, bis er zum Schluss endlich einmal richtig spannend wird.

Über die Autorin:
Monica Ali wurde 1967 in Bangladesch geboren, lebt jedoch seit ihrem dritten Lebensjahr in England. Mit „Brick Lane“, ihrem ersten Roman, landete sie nicht nur sofort auf der Granta-Liste der besten englischsprachigen Autoren, der Roman wurde auch ein riesiger Erfolg in England. „Brick Lane“ wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt. 2006 erschien „Alentejo Blue“, ein Band mit Erzählungen, 2009 der Roman „Hotel Imperial“. Monica Ali zählt zu den wichtigsten und profiliertesten Schriftstellerinnen Englands. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in London.

Droemer-Verlag
Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN: 978-3-426-30464-8

Sonja Stummer

Anna Dengel

Anna Dengel Entwurf.inddDas Unmögliche wagen
Anna Dengel – Ärztin, Missionarin, Ordensgründerin

Ingeborg Schödl

„Die Stärke der Frauen ist viel Größer als sie selbst vermuten.“

Anna Dengel wird 1892 im Tiroler Lechtal geboren. Sie ist sehr zielstrebig und zieht 1914 nach Cork/Irland um dort Medizin zu studieren. Nach der Promotion 1919 reist sie nach Indien, um dort einige Jahre als Ärztin zu arbeiten. Zurück in Österreich überlegt sie in ein Kloster einzutreten, verwirft diesen Gedanken aber und reist 1924 in die USA. Gemeinsam mit einer guten Bekannten will sie dort einen Orden gründen, der ihren Vorstellungen entspricht: ein Missionsorden, der sich vor allem um die Gesundheitsversorgung der weiblichen Bevölkerung kümmert. Im Wege steht dem ein kirchenrechtliches Verbot aus dem 13. Jahrhundert, das Ordensfrauen die Tätigkeit auf dem Gebiet der Chirurgie und Geburtshilfe untersagt. Dengel setzt sich daher – gemeinsam mit anderen – für die Abschaffung dieses Verbotes ein. Im Jahr 1936 fruchtet ihre Überzeugungsarbeit und das Verbot fällt. Somit kann auch ihr Orden von der kirchlichen Autorität anerkannt werden. In den folgenden Jahren gründet sie Niederlassungen in der ganzen Welt. 1980 stirbt Anna Dengel in Rom.

Das Leben von Anna Dengel war sehr beeindruckend, vor allem wenn man die damaligen Vorstellungen über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und deren Möglichkeiten in Bezug auf Ausbildung und Berufswahl bedenkt. Das Buch würdigt Anna Dengels Schaffen und informiert über den Orden der Missionsärztlichen Schwestern und den 2012 gegründeten Verein „Freunde Anna Dengel“. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Missionierung fehlt. Zahlreiche schwarz-weiß Fotografien runden das Werk ab.

Über die Autorin
Ingeborg Schödl, geb. 1934 in Wien, freie Publizistin, ehemalige Redakteurin bei der Wiener Kirchenzeitung und langjähriges ORF-Gremiumsmitglied, kirchliche und staatliche Auszeichnungen, im Jahr 2004 wurde ihr der Professorentitel verliehen. Schödl hat zahlreiche Bücher veröffentlicht u. a. „Im Fadenkreuz der Macht. Das außergewöhnliche Leben der Margarethe Ottillinger“ (Czernin, 2004), „Hildegard Burjan. Frau zwischen Politik und Kirche“ (Wiener Dom-Verlag, überarb. und akt. Neuauflage 2008), zuletzt bei Tyrolia „Vom Aufbruch in die Krise. Die Kirche in Österreich ab 1945“ (2011).

Details zum Buch
Tyrolia-Verlag
Veröffentlicht 2014
Hardcover, 168 Seiten
ISBN: 978-3-7022-3327-3
€ 17,95

Rezensiert von Marlies Presser

Mofongo

mofongoMofongo

Cecilia Samartin

 

Als Abuela Lola nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause kommt, scheint sie ein anderer Mensch zu sein. Sie färbt sich die Haare götterspeiserot und legt es noch stärker als zuvor darauf an, ihren Kindern zu beweisen, dass sie von einem Pflegeheim nichts wissen will. Nur ihr zehnjähriger Enkel Sebastian versteht sie, und der kann eine Verbündete gerade gut gebrauchen. Nachdem er herausgefunden hat, dass sein Vater von Sebastians Lehrerin genauso begeistert ist wie er selbst, hängt der Haussegen ziemlich schief

Mofongo* ist ein faszinierender, vielschichtiger Familienroman, man genießt ihn wie ein kulinarisches Meisterwerk – garniert mit einer Prise typisch südamerikanischem magischem Realismus – in mehreren, aber nie genügend Gängen.

• Bewegender Familienroman im Stil Isabell Allendes
• Gefeiert von Lesern und Kritikern in den USA und Europa
• Weltweit über 1 Million verkaufte Exemplare
• Mit zahlreichen Rezepten

 

Ich bin eigentlich kein großer Fan von Familiengeschichten in Romanen, meistens sind sie verwirrend mit vielen Hauptakteuren, wenig Inhalt und Drama pur. Doch dieses Buch ist anders – es rührt den Leser bis in das tiefste Innere. Es ist herrlich geschrieben, einnehmend und bezaubernd. Ich, an ihrer Stelle, würde mich verzaubern lassen und in die Welt von Sebastian & seiner Familie eintauchen. Aber Achtung, es ist keine leichte Lektüre!

 
Über die Autorin:
Cecilia Samartin wurde 1961 in Havanna geboren und musste als Mädchen aufgrund der politischen Unruhen mit ihrer Familie in die USA fliehen. Sie studierte Psychologie in Los Angeles und arbeitete einige Jahre lang als Familientherapeutin sowie als Migrationsberaterin. Ihre Romane standen in mehreren Ländern auf den Bestsellerlisten und sie wird regelmäßig weltweit zu Lesereisen eingeladen. Cecilia Samartin lebt in San Gabriel, Kalifornien.

 

Details zum Buch:
Verlag Urachhaus
ISBN-13: 978-3-8251-7848-2
Einband: Gebunden
Original Titel: Mofongo

 

 

Barbara Ghaffari

Die Seelenquelle

die seelen quelleDie Seelenquelle

Stephen R. Lawhead

 

 

Kit sitzt fest. Eigentlich sucht er mit seiner Freundin Mina nach den Stücken der zerteilten Karte der Parallelwelten. Dafür reisen die beiden auf den Ley-Linien durch Raum und Zeit. Doch nun ist Kit gestrandet — in der Steinzeit. Er muss schnell zu Mina zurückfinden, denn auch andere sind unerbittlich auf der Jagd nach der Karte. Und Kit weiß, wieso: Sie weist den Weg zur Seelenquelle. Einem Ort von unglaublicher Kraft, wo Tote wieder ins Leben gerufen werden können.
Von der Steinzeit ins Oxford des Mittelalters, von Spanien nach Ägypten … an all diese Orte führt die Suche nach einem Preis jenseits aller Vorstellungskraft.
Die Ley-Reisen Roman von Lawhead sind wirklich in den Bann ziehend. Man erlebt verschiedene Kulturen, Jahrhunderte, Personen, Bräuchte und Abenteuer…und das mit eigentlich nur wenigen Hauptakteuren. Faszinierend wie unterschiedliche Handlungsstränge und Personen erzählt werden, ohne, dass es für den Leser verwirrend wird. Man lebt mit jeder einzelnen der Personen mit und genießt die Abenteuer. Gerade für dunkle Herbsttage eine ideale Flucht in eine schöne Traumwelt!
Über den Autor:
Stephen R. Lawhead wurde 1950 in Kearney, Nebraska, geboren. Seine ersten Romane waren Fantasy-Sagas um König Artus und die keltische Mythologie. Um den Quellen seiner Inspiration näher zu sein, zog er mit seiner Familie nach England. Der erste Band seiner Kreuzzugs-Trilogie, Der Sohn des Kreuzfahrers, machte ihn international auch als Autor historischer Romane bekannt. Steve Lawhead lebt heute nach Aufenthalten in Österreich und den USA wieder in der Nähe von Oxford, England. Und auch literarisch hat er zu seiner ersten Liebe, der Fantasy, zurückgefunden.
Details zum Buch:
Bastei Lübbe Verlag
übersetzt von Dr. Arno Hoven
Paperback, 415 Seiten
Ersterscheinung: 11.01.2013
ISBN: 978-3-404-20690-2
Maria Rainer