Anna Dengel

Anna Dengel Entwurf.inddDas Unmögliche wagen
Anna Dengel – Ärztin, Missionarin, Ordensgründerin

Ingeborg Schödl

„Die Stärke der Frauen ist viel Größer als sie selbst vermuten.“

Anna Dengel wird 1892 im Tiroler Lechtal geboren. Sie ist sehr zielstrebig und zieht 1914 nach Cork/Irland um dort Medizin zu studieren. Nach der Promotion 1919 reist sie nach Indien, um dort einige Jahre als Ärztin zu arbeiten. Zurück in Österreich überlegt sie in ein Kloster einzutreten, verwirft diesen Gedanken aber und reist 1924 in die USA. Gemeinsam mit einer guten Bekannten will sie dort einen Orden gründen, der ihren Vorstellungen entspricht: ein Missionsorden, der sich vor allem um die Gesundheitsversorgung der weiblichen Bevölkerung kümmert. Im Wege steht dem ein kirchenrechtliches Verbot aus dem 13. Jahrhundert, das Ordensfrauen die Tätigkeit auf dem Gebiet der Chirurgie und Geburtshilfe untersagt. Dengel setzt sich daher – gemeinsam mit anderen – für die Abschaffung dieses Verbotes ein. Im Jahr 1936 fruchtet ihre Überzeugungsarbeit und das Verbot fällt. Somit kann auch ihr Orden von der kirchlichen Autorität anerkannt werden. In den folgenden Jahren gründet sie Niederlassungen in der ganzen Welt. 1980 stirbt Anna Dengel in Rom.

Das Leben von Anna Dengel war sehr beeindruckend, vor allem wenn man die damaligen Vorstellungen über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und deren Möglichkeiten in Bezug auf Ausbildung und Berufswahl bedenkt. Das Buch würdigt Anna Dengels Schaffen und informiert über den Orden der Missionsärztlichen Schwestern und den 2012 gegründeten Verein „Freunde Anna Dengel“. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Missionierung fehlt. Zahlreiche schwarz-weiß Fotografien runden das Werk ab.

Über die Autorin
Ingeborg Schödl, geb. 1934 in Wien, freie Publizistin, ehemalige Redakteurin bei der Wiener Kirchenzeitung und langjähriges ORF-Gremiumsmitglied, kirchliche und staatliche Auszeichnungen, im Jahr 2004 wurde ihr der Professorentitel verliehen. Schödl hat zahlreiche Bücher veröffentlicht u. a. „Im Fadenkreuz der Macht. Das außergewöhnliche Leben der Margarethe Ottillinger“ (Czernin, 2004), „Hildegard Burjan. Frau zwischen Politik und Kirche“ (Wiener Dom-Verlag, überarb. und akt. Neuauflage 2008), zuletzt bei Tyrolia „Vom Aufbruch in die Krise. Die Kirche in Österreich ab 1945“ (2011).

Details zum Buch
Tyrolia-Verlag
Veröffentlicht 2014
Hardcover, 168 Seiten
ISBN: 978-3-7022-3327-3
€ 17,95

Rezensiert von Marlies Presser

Kommentare sind geschlossen.

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: