Die Bücherfrauen

Die drei Frauen Angelina, Traci und Gayle könnten kaum unterschiedlicher sein, als sie einander kennen lernen und Gutes bewirken wollen. Angelina schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit über die Carnegie-Bibliotheken, die von den Siedlerfrauen – wie ihre Großmutter eine war – in den entlegensten Gebieten Kansas gegründet worden waren. Traci wurde nach ihrer Geburt in einem Mistkübel gefunden, versucht sich nun als Künstlerin und gibt zusätzlich als Gastreferentin Kunstkurse. Gayle sucht in Prairie Hill, Kansas, nach Erinnerungsstücken. Denn diese Stadt ist von einem Tornado zerstört worden. Die drei Freundinnen beschließen die Stadt wieder aufzubauen, samt Bibliothek und Kulturzentrum. Orte, die den Frauen besonders am Herzen liegen. Sie arbeiten hart dafür, versuchen Spenden einzutreiben und beleben die Kultur des Quiltens neu. Die drei wollen stark sein, möchten es besser machen, denn wenn es ihre Vorfahren mit so wenig geschafft haben, finden sie keine Ausreden mehr. Denn viele Städte in Kansas liegen im Sterben, aber sie meinen Prairie Hill hat es verdient wiederaufgebaut zu werden.

Die drei Hauptcharaktere berichten als Ich-Erzählerinnen und haben jeweils eigene Kapitel. Die einzelnen Schicksale und Geschichten werden gut beschrieben. Darüber liegt ihr gemeinsames Schicksal: der Tornado, der ihre Stadt zerstörte. Und ihre gemeinsame Liebe zu Büchern und zu Bibliotheken. Interessant ist, wie die Kulturförderung in Kansas funktioniert und die traurige Tatsache, dass Kultureinrichtungen ständig mit Geldnöten kämpfen und an Spenden angewiesen sind. Imponierend sind die starken Frauen, sowohl damals zur Zeit der Siedlerfrauen als auch heute. Während der Roman wenig aufregend, aber liebevoll geschrieben ist, machen ihn die Hintergrundinformationen interessant. Die Geschichte plätschert leider mit wenig Höhepunkten dahin und auch das Ende ist nicht besonders eindrucksvoll. Wer Spannung liebt, sollte das Werk nicht lesen. Mag man aber eine flüssige, nicht langweilige Geschichte über besondere Frauen eingebettet in die amerikanische Geschichte, Umgebung und Kultur lesen, ist man hier richtig beraten.

Über die Autorin:

Romalyn Tilghman hat ihr ganzes Leben in der Kulturförderung gearbeitet. Nach ihrem Universitätsabschluss in Journalismus leitete sie eine Vereinigung für Kulturförderung in Kansas. Im Lauf ihrer Karriere arbeitete sie in ländlichen Kulturvereinen überall in den Vereinigten Staaten. In ihrer täglichen Arbeit ist sie Zeugin, wie Gruppen von vorwiegend Frauen in den entlegensten Winkeln des Landes für Kultur kämpfen. »Die Bücherfrauen« ist ihr erster Roman. Er wurde zum Überraschungserfolg des Independent-Verlages ›She Writes Press‹ und gewann zahlreiche Preise. Heute lebt Romalyn Tilghman in Los Angeles, USA.

Über das Buch:

Verlag: S. Fischer
Originaltitel: To the stars through difficulties
Aus dem amerikanischem Englisch übersetzt von Britt Somann-Jung
384 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag mit strukturiertem Umschlagpapier und farbigem Vorsatz
ISBN: 978-3-10-397080-7

Eure Sonja Stummer

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