Irisches Tagebuch

Irisches TagebuchHeinrich Böll verbrachte viele Jahre in Irland und war von der rauen, bergigen Landschaft und den lebensfrohen Menschen sehr begeistert. Seine Eindrücke, Geschichten und Gedanken verarbeitet er in diesem Werk. In der feinen Sprache und den ausdrucksstarken Worten erkennt man in jedem Absatz seine Liebe zu Irland. Durch die genauen Beobachtungen und den gewissen Humor ist das Werk bemerkenswert und einfach lesbar. Seine fast schon poetischen und wunderbar bildlichen Vergleiche wie zum Beispiel: „Schon schmolz das Weiß der Zigarette auf ihre dunklen Lippen zu.“ machen das Werk des Literaturnobelpreisträgers einzigartig.
In den 18 Kapiteln behandelt der Autor seine chaotische Ankunft, den irischen Regen, das Treiben in der Stadt Limerick, irische Redensarten und vieles mehr. Hier beschreibt er das Irland der 1950er Jahre. In einem weiteren Essay das Irland bei seinem Besuch 13 Jahre später. Am Ende des Buches ist ein Lebenslauf Bölls mit allen seinen Werken abgedruckt.
Diese Sonderausgabe ist zu seinem 100. Geburtstag erschienen.
Wer Irland mag oder die Landschaft, Besonderheiten und die Lebensweise und Einstellung der Iren kennen lernen möchte oder Heinrich Böll schätzt, sollte dieses Werk auf jeden Fall lesen.

Details zum Buch
dtv-Verlag
Limitierte Sonderedition 2017
Hardcover, 144 Seiten
ISBN 978-3-423-14604-3

Eure Sonja Stummer

Die Zeitenbummlerin

Josdiezeitenbummlerinefine ist Journalistin und gerade von ihrem Mann nach 18 Jahren Ehe wegen einer Jüngeren verlassen worden. In dieser für sie schweren Zeit soll sie für ihre Zeitschrift einen Artikel über das Glück der Langsamkeit schreiben. Sie möchte dazu Menschen begegnen, die aus dem Alltag ausgebrochen sind und ein anderes Leben jenseits von Stress genießen.
Um die Langsamkeit selbst zu entdecken, entscheidet sie sich spontan dazu ihre Interviewpartner per Fahrrad zu besuchen. So steigt die 52-jährige, unsportliche Berlinerin mit viel zu viel Gepäck auf ihr klappriges Fahrrad und begibt sich in Etappen an die Ostseeküste und schließlich über Dänemark nach Norwegen.
Dabei wird sie immer wieder mit ihren Schwächen konfrontiert, von anderen angestarrt, bemitleidet und bestaunt. Im Laufe ihrer Reise lernt sie aber sich, die Umgebung und die Menschen, die ihr begegnen, besser kennen und findet letztendlich wieder zu sich selbst.

Der Roman ist in einer flüssigen und poetischen Sprache geschrieben und liest sich leicht.
Die Geschichte ist schön und man sollte sich vielleicht selbst auch manchmal überlegen, ob man wirklich immer erreichbar sein möchte und jede Nachricht, die per facebook, whatsapp, E-Mail oder dergleichen eintrudelt, gleich beantwortet werden muss. Vielleicht sollte man sich ein Beispiel an Josefine und ihren Interviewpartnern nehmen, die es schaffen aus dem Alltag auszubrechen und sich einfach treiben zu lassen. Der Begriff der Entschleunigung ist in der heutigen Zeit moderner denn je, so sind es auch die Gedanken des Buchs.

Details zum Buch:
Autorin: Leonie Faber
Verlag: Knaur
Klappenbroschur TB, 336 Seiten
ISBN: 978-3-426-51880-9

Sonja Stummer