Kapusta – Osteuropäische Gemüseküche

Das Kochbuch über die osteuropäische Gemüseküche überzeugt bereits beim ersten Durchblättern durch seine ansprechende Gestaltung und die vielen appetitlichen Fotos. Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut und verständlich beschrieben, sodass sowohl Kochanfänger*innen als auch erfahrene Köch*innen passende Gerichte finden können.
Schön ist, dass es oft eine Geschichte zum Gericht gibt, wodurch das Essen lebendiger wirkt. Zum Beispiel wird erzählt, dass knishes ursprünglich von aschkenasischen Juden in der Ukraine, Polen und Belarus stammen. Berühmt wurden sie allerdings Anfang des 20. Jahrhunderts von in die USA eingewanderten Juden in New York. Man erhält dankenswerterweise zugleich eine Adresse von der besten knishes-Bäckerei in Manhattan.
Weiters fällt die abwechslungsreiche Auswahl an Rezepten positiv auf. Von einfachen Gerichten für den Alltag bis hin zu besonderen Speisen für Sonntage oder Gäste. Praktisch sind die Seiten gegen Ende des Buches über typische Zutaten aus der Küche Osteuropas mit Ratschlägen, wo man zum Beispiel Matze kaufen oder welche Alternativen es für Twarog gibt. Grundsätzlich sind aber die Zutaten gut erhältlich. Auch die einzelnen Arbeitsschritte werden nachvollziehbar erklärt und mit Bildern optisch bereichert.
Jedes Kapitel ist in einer der fünf beliebtesten Gemüsesorten Osteuropas (Kraut, Rote Rüben, Kartoffel, Karotten, Pilze) gewidmet. Zwei weitere Kapitel widmen sich dem Thema Teigtaschen mit allerlei süßen und pikanten Füllungen und sauer eingelegtem Obst und Gemüse.
Durch ihre aufwändige Recherche weiß die Autorin über die verschiedenen Arten eines Gerichts in unterschiedlichen Regionen Bescheid. Sie beschreibt die jeweils anderen Zutaten oder Zubereitung und teilt mit uns ihr bestes Rezept. Denn trotz dem über viele Jahrzehnte ein sozialistisches Regime mit ihrem Wunsch nach Einförmigkeit in Osteuropa herrschte, gibt es in allen Regionen zahlreiche Gerichte, die in ihrer Ursprünglichkeit erhalten geblieben sind.
Man erkennt, dass dieses Kochbuch mit ganz viel Liebe und Leidenschaft zu der dortigen Küche entstanden ist.

Über die Autorin

Alissa Timoshkina wurde in Sibirien geboren; ihre Familie hat Wurzeln in der Ukraine, Polen, Russland und Belarus. Sie studierte Film und kam Ende der 1990er Jahre nach Großbritannien, wo sie promovierte und als Dozentin arbeitete. Doch sie entschied sich gegen eine akademische Karriere und für das Kochen und gründete zunächst einen Supper Club und ein Catering-Unternehmen. Die Arbeit an diesem Buch, das ihr zweites ist, unterbrach sie 2022 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, um die Spendenaktion „Cook for Ukraine“ ins Leben zu rufen. Nun ist das Buch doch noch fertig geworden; werfen wir einen Blick hinein.
Kapusta bedeutet „Kohl“ – in mehreren slawischen Sprachen. Alissa Timoshkinas Schwerpunkt liegt auf der osteuropäischen Küche und mit diesem Buch nimmt sie sich der osteuropäischen Gemüseküche an. Der Titel ist bewusst gewählt, will sie doch zeigen, dass Kohl (so wie es das Klischee sagt) zwar eine wichtige Rolle in der Osteuropäischen Küche spielt, es jedoch noch weitaus mehr gibt.

Details zum Buch

Dorling Kindersley Verlag GmbH
ISBN 978-3-8310-5179-3
Übersetzung: Helmut Ertl
224 Seiten, 197 x 255 mm, fester Einband

Eure Sonja

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