Die Nachtigall singt nicht mehr

Andreas Götz

Als in einem Postamt in München 1955 eine Bombe explodiert, weiß noch niemand, was hinter dem Anschlag steckt. Journalist Karl Wieners befindet sich just in diesem Moment auf Recherche ebenfalls in dem Postamt, doch das Glück ist auf seiner Seite. Der Empfänger der Paketbombe allerdings kommt bei der Explosion um.

Gemeinsam mit seiner Nichte Magda, die mit dem ehemals kriminellen und noch immer dubiosen Bauunternehmer Blohm verheiratet ist, hat Wieners an einer Reportage über Immigranten in München gearbeitet. Bald stellt sich heraus, dass es um Spionage und gefährliche Machenschaften geht und dass auch Wieners bester Freund, der ehemalige Polizist und nunmehrige Privatdetektiv Ludwig Gruber, mit seinem aktuellen Fall in die ganze Geschichte verstrickt ist.

Das sich im Aufbruch befindliche Deutschland, in dem die Narben des Naziregimes noch lang nicht verheilt sind, bildet den Hintergrund zu diesem zweiten Teil einer Trilogie rund um Karl Wieners und Ludwig Gruber, die beide ein recht kompliziertes Privatleben haben. Exil-Slowake Tomas Cierny und seine litauische Assistentin Agota sind beide Personen, die zahlreiche Geheimnisse haben und die in Verbindung mit Magdas Ehemann Walter Blohm stehen, der eine ebenso undurchsichtige Rolle spielt und bald Fotografin Magda und Journalist Karl gefährlich wird…

Dieser Kriminalroman war atmosphärisch dicht und interessant zu lesen, thematisiert er doch auch das große Schweigen, das auf den Zweiten Weltkrieg folgte und das Entstehen neuer Feindbilder. Eine orientierungslose Jugend, traumatisierte Kriegsheimkehrer und KZ- Überlebende spielen in dem Buch eine wichtige Rolle und erklären auch so manche Verhaltensweisen der Protagonisten, die es ebenfalls nicht leicht haben, ihr Glück zu finden! Der Roman hat mir wirklich gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung in Teil 3!

Über den Autor:

Andreas Götz wollte ursprünglich seine Kriminalromane in der Nazizeit ansiedeln, entschied sich dann aber für die 1950er Jahre. Der freie Autor, der in der Nähe von München lebt, schrieb nach „Die im Dunkeln sieht man nicht“ mit „Die Nachtigall singt nicht mehr“ den zweiten Teil einer Trilogie.

Details zum Buch:

2021

Fischer Verlag

ISBN 978-3-651-00075-9

Bettina Armandola

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