Sommerverschwendung

Barbara Schwarcz

Es sind die ersten Sommerferien für die siebenjährige Erzählerin und obwohl ihr die Geschwister und alle Freunde prophezeit haben, dass das die tollste Zeit im Jahr werden wird, ist dem Mädchen vor allem eins: langweilig! Denn alle ihre Schulkameraden und die meisten Kinder aus der Hochhaussiedlung in Linz sind auf Urlaub und der Familienurlaub in Ungarn bei der Verwandtschaft des Vaters beginnt noch lange nicht…

Eigentlich sind es aber gerade mal fünf Tage, bis zum „Lift- off“, doch die sind zäh wie Minzkaugummi, den das Nesthäkchen der Familie immer nur bei Reiseübelkeit im Auto angeboten bekommt. Gut, dass es „Die Kinder von Bullerbü“ gibt und das Mädchen, das oft als Bub angesehen wird, sogar eine Antwort auf einen Brief an Astrid Lindgren erhält. Die älteste Schwester lüftet das Geheimnis ihrer Schwangerschaft und die Mutter geht mit der Erzählerin zu den Wäit Wotschers, die anders als erwartet gar keine Band sind. Überhaupt ist das Leben der Siebenjährigen von Sprache, der geschriebenen, die sie beherrscht und der gesprochenen, die sie oft verwirrt und stocken lässt, geprägt und damit auch von den vielen Missverständnissen und Fehlinterpretationen, die man als Kind mit bestimmten Wörtern verbindet.

Eine Kindheit in den späten Siebzigerjahren ist hier ganz wunderbar, humorvoll und liebevoll eingefangen und hat auch mich in diese Zeit zurückversetzt. Das Phänomen Sprache ist genial thematisiert worden, die verschiedenen Muttersprachen der Eltern, die Dialekte und die ganz normale lautmalerische Interpretation des Gehörten, die für Kinder oft jahrelang eine andere Bedeutung hat. Dieses Buch ist ein echter Glücksgriff und hat mich wirklich begeistert!

Über die Autorin:

Barbara Schwarcz wurde 1972 in Wels geboren und studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Publizistik. Mehr als zehn Jahre war sie journalistisch tätig und veröffentlichte in dieser Zeit auch erste literarische Texte. „Sommerverschwendung“ ist ihr erster Roman.

Details zum Buch:

2019

Picus Verlag

ISBN 978-3-7117-2083-2

Bettina Armandola

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