Stille Städte

Stille Städte
Als die Welt den Atem anhielt
teNeues Publishing Group

Dieses Buch ist mit traumhaften Fotos ausgestattet. Kaum habe ich dieses Werk aufgeschlagen sehe ich ein Foto aus Venedig (mit nur unglaublich einer Person auf dem Foto) keinem Bootsverkehr, mit einem Blick von der Ponte Marcello.

Vor ein paar Monaten, also im März/April 2020 hätte die Vorstellung einer Pandemie im Ausmaß von Corona wohl die Fantasie der meisten Menschen auf dieser Welt überfordert. Was hatten wir für ein freies Leben. Jeder konnte hinfahren wo immer er wollte, Urlaube im Ausland verbringen. All das war einfach kein Problem.

Die in Reiseführern vorkommenden Beschreibungen hatten fast alle pulsierenden und lebhaften Charakter. Jetzt haben wir nicht einmal die Möglichkeit, seit über einem Jahr all diese Destinationen zu besuchen.

Die Welt hält fast buchstäblich den Atem an und eine große Ruhe überzieht die gesamte Welt.

Der Mensch wurde gezwungenermaßen häuslicher und zum Teil mußte man sich in Quarantäne begeben.

Wunderschöne Fotos von Amsterdam bis Wuhan (nahm hier die Infektionswelle ihren Anfang?), Sydney Hamburg, New York etc. füllen dieses Werk. Zum Teil erschreckend, wenn man sieht wie 1969 ein Foto für Berliner und Besucher entstand, mit der zehn Meter hohen Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz mit vollem Leben und im Vergleich auf der anderen Buchseite 2020 mit einen Leere, als ob die Welt stumm stehen würde. Menschenleere Strände werden ebenso gezeigt, es macht direkt ein wenig Angst.

Der Shutdowm hat die Welt gezwungen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Leider ist Corona eine Krankheit, die schon viele Menschenleben gekostet hat. Doch die Impfung gibt ein wenig einen Hoffnungsschimmer. Der Mensch sollte umzudenken anfangen und alles etwas entschleunigen.

Es gibt ein uraltes Sprichwort: „Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er auf das Eis stanzen“.

Vielleicht sollten wir weniger „aufs Eis tanzen“ gehen.

Schrecklicherweise gibt es noch immer Leugner dieser Pandemie, traurig aber wahr.

Zum Thema:

Das London Eye im Stillstand, vor strahlend blauem Himmel. Venezianische Gondeln, schlafend unter Planen. Die Fontana di Trevi in Rom, Schloss Sanssouci in Potsdam, die Brooklyn Bridge in New York – alle menschenleer. Mitten am Tag.

Der große Lockdown, der Menschen weltweit im Frühjahr und Sommer 2020 in ihre Wohnungen verbannte, hat solche Aufnahmen möglich gemacht. Sie fangen einerseits den Kontrast ein: von Orten, die sonst überfüllt, nun vereinsamt sind. Andererseits zeigen sie ästhetische Strukturen, die man sonst kaum wahrnehmen kann: die Symmetrie von Plätzen und Boulevards, die Schönheit eines unbelebten Sandstrands, die Harmonie von Fassaden, von keinen Werbebotschaften verstellt.

Ein Buch zum Nachdenken!

Brigitte H. Schild

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