Blackout

BlackoutSarah Hepola

Blackout

 

Sarah Hepola hat es als Journalistin von Texas nach New York geschafft. Eigentlich ist die junge Frau schüchtern und weiss von sich selbst nicht wirklich viel. Was sie will, wer sie ist und ob sie liebenswert ist. Um den Erwartungen anderer zu entsprechen und ungehemmter, weniger einsam, kreativer zu sein, trinkt sie. Schon als Kind hat Bier eine eigene Faszination auf sie ausgeübt, doch bald wird Alkohol zur Sucht.

Wenngleich in den wilden Unijahren akzeptiert und auch unter schriftstellerisch tätigen Köpfen sehr beliebt, wird bei Sarah der Alkohol doch zu einem umfassenden Problem. Erschreckend, wenn sie wieder einen suffbedingten blackout erlebt und nicht mehr weiss, was sie in der Zeit getan hat. Es fehlen Momente, Stunden, ganze Nächte, Freundinnen erzählen ihr, wie sie andere vor den Kopf gestossen hat, sich peinlich benommen hat. Oder sie wacht neben einem wildfremden Mann im Bett auf und es fehlt ihr jede Erinnerung, wie sie dorthin gekommen ist…

Doch nach zwischenzeitlicher Erkenntnis, dass sie Alkoholikerin ist, fällt sie doch immer wieder in das jahrelang erprobte Suchtverhalten zurück. Erst nach vielen Abstürzen, Selbstzweifeln und Therapien erkennt sie, dass nicht die Umwelt, ihre Freunde und Bekannten, das Leben da draußen und schon gar nicht der Alkohol ihre Persönlichkeit ausmachen sollten. Der Drang, zu überleben, nicht den Rest des Lebens in der Suchthölle zu verbringen und sich selbst zu finden, ist der erste Schritt in ein neues, selbstbestimmtes Leben.

Aus jeder Zeile dieses Buches liest man die persönliche Erfahrung der Autorin, die ungeschminkt ihr Leben erzählt. Wie schwer ihr Weg war, sich mit sich selbst anzufreunden, Nein zu sagen zum Alkohol und Typen, die ihr nicht gut taten und Ja zu einem Leben, das sie selbst gestalten kann, erzählt Sarah Hepola ohne Mitleid zu erwarten. Es ist keine Erweckungsgeschichte sondern ein langer, schmerzhafter Prozess, bis sie dahin kam, wo sie sich heute befindet. „Blackout“ ist ein wichtiges Buch zu einem weitverbreiteten Thema mit großer gesellschaftlicher Akzeptanz (Stichwort „Komasaufen“), das weite Kreise betrifft. Ein Buch, das berührt und zum Nachdenken bringt!

 

Über die Autorin:

Sarah Hepola war Reisekolumnistin, Musikredakteurin und Bloggerin und schrieb für New York Times Magazine, Glamour und Guardian. Sie lebt in Texas und ist seit fünf Jahren nüchtern.

 

Details zum Buch:

2016

Eichborn Verlag

in der Bastei Lübbe AG

ISBN 978-3-8479-0609-4

 

Bettina Armandola

 

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