Bücher des Monats September

 

Selten habe ich so wahrhaftige, berührende und gleichzeitig witzige Bücher gelesen wie die von Joachim Meyerhoff! Über den Sommer habe ich „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ ( Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04681-6), „Alle Toten fliegen hoch  Amerika“ (Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04436-2) und „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ (Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04944-2) verschlungen!

Der ausgezeichnete Schauspieler Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar und aufgewachsen in Schleswig, hat viel zu erzählen, denn sein Leben hat alles, was es für einen (oder auch mehrere) spannende(n) Roman(e) braucht. „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ erzählt von Joachims Kindheit als jüngstem Sohn, der mit einem cholerischen Temperament ausgestattet ist. Sein Vater ist Direktor einer psychiatrischen Klinik in der norddeutschen Provinz, die Familie lebt am Gelände der Einrichtung, was dem kleinen Joachim und seinen beiden älteren Brüdern interessante Begegnungen mit den Patienten beschert und ihn für sein weiteres Leben prägt: das Schreien und Stöhnen der Bewohner der Klinik in der Nacht hat für ihn etwas zutiefst Beruhigendes. Die Begegnungen mit Krankheit und Tod haben für Joachim etwas Selbstverständliches, trotzdem ist seine Kindheit nicht nur traurig, sondern auch unwiderstehlich lustig, wenn beispielsweise das Schliessen der Blutsbrüderschaft mit seinem Hund beinahe in einem Massaker endet oder er in der Schule eine Krankheit simuliert, um in Ruhe daheim fernsehen zu können…

In „Alle Toten fliegen hoch  Amerika“ verabschiedet sich der uns liebgewordene Held als Austauschschüler nach Wyoming. Um seine Chancen bei dem Programm zu erhöhen, gibt sich Joachim als strenggläubiger Naturliebhaber aus, was ihm einen Platz in einem kleinen Nest in der Prärie beschert…Nach kurzer Zeit muss Joachim, der seine Gasteltern inzwischen lieb gewonnen und auch mit dem Großteil der Söhne Freundschaft geschlossen hat, seinen Aufenthalt unterbrechen: bei einem Autounfall ist sein mittlerer Bruder ums Leben gekommen…

„Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ begleitet Joachim Meyerhoff bei seinen ersten Theaterengagements in Bielefeld und Dortmund und auch bei seinen ersten Liebesbeziehungen, die sich alsbald als logistische Herausforderung entpuppen. In Bielefeld hat er seine Freundin Hanna, die ihn mit ihrem messerscharfen Verstand und ihrer literarischen Besessenheit immer wieder herausfordert und ihm das Leben nicht eben leicht macht. Wegen eines Engagements in Dortmund nimmt sich Joachim in der neuen Stadt eine Wohnung und reist an den vorstellungsfreien Tagen nach Bielefeld zu Hanna. In Dortmund allerdings wartet bald die feierfreudige und unkomplizierte Tänzerin Franka auf ihn und dann gibt es da auch noch eine mütterliche Bäckersfrau…

Alle drei Romane Joachim Meyerhoffs haben mich begeistert, wobei ich bei dem Band über Amerika am meisten lachen musste!

Die Schicksalsschläge in der Familie, vom frühen Unfalltod des mittleren Bruders bis zum Krebstod des Vaters, bei dem sich herausstellt, dass er offenbar ein Doppelleben geführt hat, werden ebenso als Teil des Lebens erzählt wie die (unfreiwillig) komischen Ereignisse, die sich in der Familie ereignen. Diese Bücher sind lustig, traurig, voll von Schwächen und Stärken, von Liebe und Betrug: sie sind wie das Leben! Und für mich waren sie eine Bereicherung, die ich jedermann nur weiterempfehlen kann! Den ausstehenden Band „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ werde ich in jedem Fall noch lesen und freue mich, dass ich diesen Genuss noch vor mir habe!

 

Eure Bettina Armandola

 

 

Leseklub

Leseklubs sind en vogue, sogar Hollywood Stars wie Reese Witherspoon oder Emma Watson haben ihre eigenen Klubs gegründet. Die Liebe zum Lesen hat auch mich dazu gebracht Rezensionen zu schreiben und euch täglich neue Bücher vorzustellen. Ich würde gerne ein neues Projekt mit euch starten und hoffe ihr seid mit dabei.

Die Idee wäre pro Monat 1 Buch auszuwählen – abwechselnd aus einem anderen Genre – dieses Buch dann zu lesen und bei uns hier darüber zu diskutieren und zu sprechen.

Was haltet ihr davon?

Auf unserem Facebook Account: https://www.facebook.com/bookreviews.at 

könnt ihr ab 7. September abstimmen, ob ihr mitmachen wollt, oder ihr die Idee nicht so gut findet.

Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen und euch fleißige Leser auch in die Auswahl der Bücher gerne einbinden.

Alles Liebe und ich drücke die Daumen, dass es klappt!

Barbara

 

Buch des Monats – August

Unsere Jahre in Millers Valley von Anna Quindlen

Mein Buch des Monats:

Unsere Jahre in Miller’s Valley 

von Anna Quindlen 

Die vollständige Rezension findet ihr hier. 

Die Autorin gehört mit ihren Romanen und Sachbüchern zu den ganz großen Autoren in den USA. Und mit diesem Roman beweist sie es wieder.

Die Geschichte der Mimi Miller aus Miller’s Valley, ist eine tolle Geschichte, die das Leben der Mimi von klein auf, bis zum Erwachsenen Dasein erzählt. Besonders die sprachlichen und erzählerischen Qualitäten sind hier hervorzuheben und ein wesentlicher Grund, wieso es unter so vielen tollen Büchern, zum Buch des Monats wurde.

Ein Buch, welches sich liest, als würde man „nicht“ lesen, sondern erzählt bekommen, die Intensität der Geschichte zu erleben, das Grundwasser zu riechen, die Verzweiflung der Anwohner zu schmecken, die Sorgen der Eltern zu tragen, einfach ein Teil der Geschichte zu werden.
Dann hat das Buch seine Aufgabe erfüllt und dem Leser ein neues Abenteuer beschert.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein spannendes Abenteuer und viel Freude beim Lesen.

Eure Elisabeth

Buch des Monats Juli

Mein Buch des Monats ist ein Buch, das mich wirklich sehr bewegt hat. Es ist ein Bildband von National Geographic und heißt „Artenreich“. Es ist so wunderschön gemacht, stylisch, hochwertig, erstklassig und vorallem eines: sehr informativ. Die Fotos gehen bis ins Herz und sind wirklich einzigartig gemacht. Alles dreht sich um die Artenvielfalt der Tiere unserer Erde – viele von Ihnen sind fast ausgestorben oder sogar schon ausgestorben, manche „nur“ gefährdet – umso berührender sind die Fotos und die herrlich geschriebenen Texte dazu. Es ist seit langem ein Buch, dass ich wirklich sehr oft zur Hand nehme, seitdem ich es besitze und es genieße darin zu blättern. Ich zeige meinen Kindern gerne die Fotos und die vielen Tierarten – für mich ist es auch ein Lexikon, dass man weitergeben kann und welches die Bibliothek oder das Wohnzimmer ziert. Ein wunderschönes Buch und deswegen absolut mein Buch des Monats – vielleicht sogar des Jahres!

Die Rezension dieses Buches findet ihr in Kürze auch hier bei uns. Ich hoffe ihr habt sie schon entdeckt.

Eure Barbara

Buch des Monats Juni: Wer hier schlief

Wer hier schliefEs ist wieder Zeit für das Buch des Monats, also eines, das uns besonders gefallen/ berührt/ beeindruckt hat. All das trifft bei diesem Roman der österreichischen Autorin Isabella Straub zu, die einen schrägen Plot mit seltsamen Protagonisten genial umgesetzt hat!

Philipp Kuhn ist dabei, sein Leben radikal zu verändern: er hat soeben seine Partnerin Vera, dank der er ein sorgenfreies Leben als Mitarbeiter ihrer Sicherheitstürenfirma und Mitbewohner in ihrer großzügigen Villa genossen hat, verlassen. Nun ist er mit seinem letzten Besitz, einer Reproduktion aus Hausners Adam- Serie, unterwegs, um mit Myriam ein neues Leben zu beginnen. Doch diese taucht am vereinbarten Treffpunkt nicht auf, meldet sich nicht am Handy, arbeitet nicht mehr an der Rezeption des Hotels, in dem sie angestellt war und in ihrer Wohnung lebt eine fremde Frau.

Es dauert seine Zeit, bis Philipp erkennt, dass er das Opfer eines Betrugs geworden ist: seine Ersparnisse, die er bei Myriam aufbewahrt hat, sind verschwunden, die lebensnotwendigen Refluxtabletten, die er wegen seiner Magenbeschwerden nehmen muss, neigen sich dem Ende zu und sein Kinderzimmer wurde von seiner Mutter untervermietet. Zumindest ist die Firmenmitgliedschaft im Fitnesscenter noch gültig, sodass Kuhn dort im Meditationsraum etwas Ruhe finden kann. Dort ist es auch, wo er Tamara kennenlernt.

Die ist Teil einer Hausbesetzerszene, die leerstehende Wohnungen renoviert und während dieser Zeit kostenfrei dort leben darf. Sie rekrutiert Philipp, Teil der SUHOS zu werden. Mit seinem vermeintlichen Wissen über Sicherheitstüren soll er die „Suddenly Homeless“ unterstützen und ihnen den Weg ebnen, um in leerstehenden Häusern übernachten zu können. Zwischen seiner immer aussichtsloser werdenden Suche nach Myriam und der Sorge, einen Schlafplatz zu finden, hin- und hergerissen, macht Philipp Kuhn die Bekanntschaft mit neuen Menschen, existenziellen Problemen und nicht zuletzt auch mit sich selbst…

„Alles, was wichtig war im Leben, hatte nur eine einzige Silbe: Herz. Kopf. Bauch. Frau. Sex. Bett. Haus. Traum. Bild.

Die Sprache war sparsam, dachte Kuhn, also konnte er es auch sein.“ (S 124)

Mit Ironie, Witz und großer Menschenkenntnis hat mich dieser, auch sprachlich faszinierende Roman von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen! Der Kritik von Sabine Oppolzer, ORF, kann ich mich nur anschließen: „Man überschlägt sich mit Adjektiven wie eloquent, leichtfüßig, originell, grotesk, anspruchsvoll, empfehlenswert oder bereichernd.“ Unbedingt lesen!!!!

Über die Autorin:

Isabella Straub wurde 1968 in Wien geboren und arbeitete nach ihrem Studium der Germanistik und Philosophie als Journalistin und Werbetexterin. Ihr Roman „Südbalkon“ erhielt unter anderem den Franz-Tumler-Preis für das beste deutschsprachige Debüt. Die Autorin lebt in Klagenfurt und Wien.

Details zum Buch:

1.Auflage 2017

Blumenbar bei Aufbau Verlag

ISBN 978-3-351-05042-9

 

Bettina Armandola

 

 

 

Buch des Monats – Mai

Mein Buch des Monats:

Der Premierminister 

von Andrew Marr 

Die vollständige Rezension findet ihr hier. 

Wir alle waren überrascht, dass sich Großbritannien über einen EU-Austritt berät. Die Befürworter waren felsenfest überzeugt, dass die Gegner keine Chance haben werden, und dann kam die böse Überraschung für Alle, die Briten haben NEIN gesagt. Sie steigen aus. Und der Autor hat diesen, wie ich finde sehr spektakulären Tag, hergenommen und in eine sehr humorvolle Geschichte gepackt.

Ich muss gestehen, anfangs war ich mehr als skeptisch, der Titel, das Cover… zu klischeehaft, und dann geht es auch noch um Politik! Um Gottes willen! Aber, wie sehr kann man sich täuschen. Die ersten Seiten noch „vorsichtig“ gelesen, dann immer gieriger, begierig zum Ende zu gelangen, zu erfahren, wer da alles seine Finger im Spiel hatte. Zu staunen, den Kopf zu schütteln, warum ist man nicht selbst darauf gekommen?!

Wie es bei Büchern so ist, die nie enden sollen, sind 352 Seiten einfach zu wenig, diese Bücher könnten ewig dauern, aber leider wurde das noch nicht erfunden… 😉

In diesem Sinne wünsche ich Euch viele tolle und spannende Bücher, die Euren Tag versüßen.

Eure Elisabeth

Buch des Monats: New York

Als ich dieses Buch in meinen Händen gehalten habe, war von der ersten Sekunde an klar, dass es difinitiv ein Buch des Monats werden muss. Der April ist eine traumhafte Zeit, um nach New York zu fahren und dort den Frühling erleben zu können. Eine Vielzahl an Inspirationen für eure Reise findet ihr hier in diesem Buch!

Als großer New York und auch Megan Hess Fan ist dieses Buch ein richtiges Highlight für mich! Im Prestel Verlag
erschienen ist dieses Buch ein Statement des New Yorker Lifestyles. Auf 208 Seiten reihen sich großartige Illustrationen, die man sofort alle für zu Hause oder fürs Büro haben möchte, aneinander. Tolle Tipp von stylisch bis hin zu klassisch findet sich hier so einiges an heißen New York Tipps. Romantische Cafes und angesagt Partys bis hin zu Events der Luxusklasse, aber auch ruhige Minuten in der Stadt, die niemals schläft – alles ist hier in diesem Stylebook vereint. Die Illustrationen sind sind phänomenal und einfach nur wunderschön! Dieses Buch ist ein absolutes Muss für alle Fashionistas und Freunde von hübschen Illustrationen und Bildern. New York wird hier sympathisch und gekonnt in Szene gesetzt! Eine Illustration von Megan Hess zu Hause ist dann das ultimative Highlight! Auf der Website von Megan Hess könnt ihr einige der hübschen Postkarten und Illustrationen anschauen und kaufen. Reinschauen lohnt sich!

 

Zum Inhalt:

Spätestens seit der Kultserie »Sex and the City« ist klar, dass für It-Girls (und solche, die es werden wollen) an New York kein Weg vorbeiführt. Ob auf der Fashion Week, in den neuesten Hotspots oder direkt auf der Straße: Im Big Apple werden Trends gesetzt, die sich auch jenseits des großen Teichs in Windeseile durchsetzen. Kein Wunder also, dass die Stadt, die niemals schläft, zu den absoluten Traumzielen von Fashionistas aus aller Welt zählt. Für den perfekten Überblick in der Style-Metropole hat Megan Hess einen ganz besonde-ren Guide zusammengestellt: Mit launigen Illustrationen verrät die gefragte Modezeichnerin ihre persönlichen Lieblings-Locations in den Shopping-Areas uptown und downtown. Darunter finden sich nicht nur die großen Namen der internationalen Mode- und Designszene, sondern auch so mancher Insidertipp, der in keinem anderen Reiseführer verzeichnet ist. Und weil selbst die hartgesottenste Shopping-Queen irgendwann mal eine kleine Pause braucht, gibt es neben den besten Einkaufsadressen auch jede Menge Tipps für hippe Bars, Cafés und Restaurants, Hotels mit traumhaften Spas oder entspannende Spaziergänge durch den Park.

Viel Freude beim Reinschmökern!
Barbara

Buch des Monats – März

Mein Buch des Monats ist das Hörbuch von Hannes Jaenicke:

Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche

Warum wir dringend Helden brauchen

Allein der Titel hat ich schon angesprochen, weil er so treffend ist. Vor meinem inneren Auge hat sich bereits eine Herde gebildet, hinter der ich hinterherdackle. Je länger ich dieser Hörbuch gehört habe, umso faszinierender war ich vom Inhalt. Hannes Jaenicke spricht das Verhalten der Gesellschaft so pointiert, aber auch humorvoll an. So hat mich zum Beispiel das vorgetragene Ergebnis einer Studie sehr zum Nachdenken und zur Verwunderung gebracht: Probanden mussten in einem Institut einen Fragebogen ausfüllen. Nach der Instruktion, was zu tun sei, wurden sie in dem Raum alleine gelassen. Nach einiger Zeit wurde Rauch in das Zimmer geleitet. Sofort denkt man, dass alle aufspringen und nach der Ursache schauen bzw. jemanden informieren. Weit gefehlt! Bei einer Gruppe kam erst dann Bewegung in die Gruppe, als der Fragebogen aufgrund des dichten Rauches nicht mehr zu sehen war. War nur eine Person im Raum, so wurde hier viel schneller darauf reagiert.

Dieses Beispiel hat mir gezeigt, wie oft man in der Gruppe das Denken und die Übernahme von Verantwortung aufgibt. Für mich ist diese Haltung doch eher verwunderlich, will doch jeder über sich selbst bestimmen. Aber in der Masse – vielleicht auch in der Anonymität – gelten ganz andere Regeln. Hannes Jaenicke zeigt aber auch die Vorteile einer Gruppe auf.  So kann man für sich selbst entscheiden, ob man lieber ganz vorne läuft oder der Herde hinterherdackelt.

Eine zweite Übung aus diesem Hörbuch möchte ich noch bringen: Herr Jaenicke hat im Zuge seiner Recherche seine Freunde nach ihren Helden und Vorbildern gefragt. Die meisten konnten nur die Namen von bereits verstorbenen Personen nennen. Noch lebende Vorbilder gibt es anscheinend keine mehr. Wurden Namen genannt, so kam sofort ein Einspruch, dass z.B. diese Person bei Rot über die Kreuzung gefahren ist. Ist es nicht traurig, dass jeder in allen Lebensbereichen unfehlbar sein muss, um ein Vorbild oder Held sein zu können. Neid, Missgunst und Schadenfreude sind die täglichen Begleiter in unserem Leben. Ohne diese wäre es wahrscheinlich viel schöner.

Ich werde dieses Hörbuch meinen Kindern ans Herz legen, weil dieses Thema auch sie in irgendeiner Form treffen wird, und hoffe, dass sie zum Nachdenken animiert werden. Vielleicht können sie in manchen Fällen besser entscheiden, ob sie lieber Held oder Herdentier sein wollen.

Details zum Hörbuch:
5 CDs, Laufzeit ca. 5 h 25 min
ISBN: 978-3-942175-87-6
Head Room

Viel Spaß beim Hören!

Eure Christina

 

Buch des Monats

Mein Buch des Monats ist eines, das ich mir zu Weihnachten gewünscht habe und das mir das Christkind gebracht hat. Denn schon die Besprechungen in diversen Buchsendungen im TV haben mir Lust gemacht, diesen Roman zu lesen! Und ich wurde nicht enttäuscht:

Sven Regeners „Wiener Strasse“

Wiener Strasse

ist ein selten lustiges Buch, das die Berliner Hausbesetzerszene der 1980er, die Künstler und Lebenskünstler und ihre kleinen und größeren Probleme mit scharfem Blick und Gefühl für das Absurde unter die Lupe nimmt.

Erwin Kächeles Partnerin ist schwanger und besteht darauf, dem gemeinsamen Kind ein wohnliches Umfeld zu bieten. Deshalb müssen Frank Lehmann, die rebellische Berufsnichte Chrissie und die Extremkünstler Karl Schmidt und H.R.Ledigt aus der Wohnung raus! In ihrem neuen, renovierungsbedürftigen Domizil über dem Café Einfall widmen sich die WGler in sehr unterschiedlicher Aktivität und Kreativität der „Verschönerung“ der Wohnung…

Auch im Café kündigen sich umwälzende Neuerungen an, hat doch Chrissie die Idee, den Laden schon vormittags zu öffnen und Kaffee und Kuchen anzubieten. Deshalb muss das antike Kaffeemaschinenmonstrum repariert und Kuchen gebacken werden. Beides stellt sich als nicht ganz einfach heraus. Gut, dass Chrissies Mutter auftaucht und die Apfelkuchenproduktion startet.

Währenddessen schleppt sich der werdende Vater Erwin mit einem sogenannten Schwangerschaftssimulator, einem Umschnallbauch, durch die Gegend, eine Vernissage findet statt und ein Fernsehteam macht einen Bericht über die Hausbesetzerszene.

Die Absurditäten häufen sich, wenn die Protagonisten, einer schräger als der andere, versuchen, sich durchs Leben zu schlagen! Sie machen das auf so liebenswerte, unterhaltsame und witzige Art und Weise, dass es kein Wunder ist, dass „Wiener Strasse“ mein erstes persönliches Lesehighlight 2018 geworden ist. Denn es gibt ganz wenige Romane, bei denen ich so oft während des Lesens lachen musste! Sven Regeners Humor trifft genau meinen Nerv und hat mich ganz wunderbar unterhalten!

 

Über den Autor:

Sven Regener ist Schriftsteller und Musiker (Element of Crime). Seinen ersten Roman „Herr Lehmann“ veröffentlichte er 2001. Es folgten „Neue Vahr Süd“, „Der kleine Bruder“ und „Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt“. Sven Regener drehte mit Leander Haußmann den Film „Hai-Alarm am Müggelsee“ und schrieb das Theaterstück „Die Danksager/ Bunter Abend“. Der Autor lebt in Berlin.

 

Details zum Buch:

4.Auflage 2017

Verlag Galiani Berlin

ISBN 978-3-86971-136-2

 

Bettina Armandola

 

Buch des Monats – Jänner

 

Mein Buch des Monats:

Der Anruf kam nach Mitternacht

Von Tess Gerritson

Die vollständige Rezension findet ihr hier. 

 

Ich habe dieses Buch erst kürzlich in die Hand bekommen und als klar war, dass wird mein Buch des Monats, habe ich wie eine Verrückte gelesen, damit ihr nicht noch länger warten müsst.

Und ehrlicherweise muss ich gestehen, dass dieses Buch einen bereits fixierten Titel vom Thron gestoßen hat. Aber ich konnte einfach nicht widerstehen.

Ein Hauptgrund für meine Wahl ist sicher die Protagonistin Sarah Fontaine. Eigentlich eine „einfache“ Mikrobiologin macht sich ohne Wenn und Aber auf die Suche nach ihrem tot geglaubten Ehemann. Reist dafür um die halbe Welt, mit der CIA auf den Fersen, lässt sich mit ehemaligen Mossadagenten ein, läuft einem Killer nicht nur einmal, sondern mehrmals davon, und dank ihrem persönlichen Schutzschild Nick O’Hara taucht sie in Berlin unter. Dort zweifelt sie aber dann an Nicks Glaubwürdigkeit und macht sich alleine auf nach Amsterdam, wo sie einem der gefährlichsten Männer Europas in die Arme läuft.
So wie aussieht war ihr Mann doch kein einfacher Angestellter der Bank of London…

Dieser Lara Croft Charme von Sarah hat mich von Anfang mitgerissen, es hat einfach was, wenn eine „einfache“ Frau von einem Tag auf den anderen zur Quasi-Agentin wird und sie nur mit ihren Instinkten und Geschick den Geheimdiensten und Killern davon laufen kann. Das lässt mich „einfache“ Angestellte noch hoffen, auf mein persönliches Sarah-Fontaine Erlebnis. 😉

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein wundervolles und Aktion-geladenes Jahr 2018.

Eure Elisabeth