Seelöwen auf dem Parkplatz

Seelöwen auf dem Parkplatz

Leonora Todaro

Annika Siems

Minedition Verlag

Am Cover sieht man drei wunderschöne Seelöwen, in der Mitte ist sicher das mächtige Männchen.

Dieses Buch zeigt wie, bedingt durch die Covid 19 Pandemie, sich die Welt auch für die Natur verändert hat. Für Naturschützer und Wissenschaftler wurde dieser Moment zu einem unerwarteten Experiment. Wenn die Aktivitäten der Menschen aufhört bzw. pausiert, was geschieht mit der Tierwelt?

Die Menschen blieben lange Zeit wirklich zu Hause und gingen nur nach draußen, wenn es unbedingt notwendig war. Geschäfte und Schulen waren geschlossen, Schiffe lagen vor Anker, Lärmbelästigung durch Flieger und Autos fielen ebenso weg.

Es wurde bemerkt, wie schon der Titel des Buches sagt, Tiere haben sich an menschliche Orte gewagt. Sie überschritten Grenzen, die die Menschheit ihnen in den letzten Jahrhunderten gesetzt haben. Eigentlich waren dies die Lebensräume der Tiere und sie haben versucht einen Teil zurückzuerobern. Dieses Buch erzählt davon einige, sehr interessante Geschichten.

In Adelaide (Australien) tauchte eines Tages ein Känguru in der Stadt auf. Normalerweise bleiben sie in einem Gürtel vor der Stadt, denn die vielen Menschen und Autos machten ihnen Angst. Durch die Pandemie wagten sie sich in die menschenleere Stadt und hüpften völlig frei und angstlos umher.

In Nara (Japan) schlenderte plötzlich eine Herde von Sikahirschen durch einen Park in der Stadt Nara. Sie knabberten an Topfpflanzen und liefen satt und zufrieden durch die Stadt.

Wegen des geschlossenen Zoos und durch die Ruhe paarten sich in Hongkong (China) Yin Yin und Le Le nach zehn Jahren das erste Mal.

Flamingos halten sich normalerweise in den Feuchtgebieten von Navi Mubai (Indien) auf. Da die Menschen, die Fischerboote und geschlossene Bauten für Ruhe sorgten, haben sich Flamingos in einer Menge von ca. 150.000 versammelt.

In Mexiko brüteten, wegen der verlassenen Küsten, viele Meeresschildkröten in einer Rekordzahl.

In Südafrika faulenzte auf einer kargen Teerstraße in der südafrikanischen Savanne – eine Graslandschaft, in der hier und da vereinzelte Bäume auftauchen. Normalerweise sind die Straßen vollgestopft mit Safari-Fahrzeugen, in denen Touristen wild mit Kameras und Handys hantieren. Sie dösten ungestört von brummenden Fahrzeugen und lärmenden Menschenstimmen.

In Ruanda (Afrika) hörte man Berggorillas und einige Ranger wagten sich, mit Schutzmasken, damit der Virus nicht zu den Gorillas gelangt, zu den Gorillas.

In Haifa (Israel) geisterte eine Herde von Wildschweinen durch die verlassenen Straßen und anderer Metropolen, die an den Grenzen schrumpfender Wälder leben. Besonders nachts wagten sie sich aus ihren Verstecken.

In Venedig (Italien) paddelten Enten den Canal Grande hinunter. Tintenfische wurden gesichtet und gleiteten ruhig unter dem gläsernen Wasserspiegel. Ohne Wassertaxis und Gondeln wurde Venedigs Wasser nahezu durchsichtig.

In Mar del Plate (Argentinien) tauchte eine Kolonie von Seelöwen auf, die träge am Strand herumlagen und ruhten sich auf den Kais aus. Sie bewegten sich sogar in die Stadt.

In Amerika strolchten Scharen von Kojoten am helllichten Tag durch die Straßen von in San Francisco oder New York City.

Dies gibt einem schon zu denken, wie die Welt sich verändert, wenn die Menschen, bedingt durch eine Pandemie ich ihren Häusern bleiben. Die Tierwelt hatte ein freieres Leben.

Dieses Buch ist äußerst interessant und kann ich weiterempfehlen. Annika Siems hat außerdem dieses interessante Buch fantastisch illustriert, das ist eine „Augenweide“, so schön sind die Illustrationen.

Brigitte H. Schild

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