Besuch bei Zerberus
Die Dichterin reist nach Cerbère, zu Deutsch: Zerberus. Der Name des Höllenhundes, der die Pforte zum Tod bewacht, hat sie angelockt. An diesem Ort erreicht sie die Nachricht einer lebensgefährlichen Erkrankung ihres Vaters.
Die Reise nach Cerbère wird zur Reise in die eigene Kindheit, zur Vaterfamilie, der so kultivierten und allem Körperlichen überlegenen Künstlersippe.
Eine Auseinandersetzung mit der Kindheit, der eigenen Existenz und der des Vaters findet sich auch in Vergleichen mit der Natur und ihren Phänomenen.
“ Das Weltall ist ein Kind, das ausprobiert, wie weit es gehen kann. Sein Bedürfnis nach Grenzen lässt es immer weiter vorwärtsdringen, doch seine antiautoritär gesinnten Eltern haben ihm einfach nie Grenzen gesetzt und nie eine geknallt, nur einmal, ganz zu Anfang, aber dieser Urknall hatte nicht den erwünschten Effekt.“ (S 29)
Dieses kleine Stück Literatur hat mich bezaubert, vor allem und gerade wegen seines Humors und der Ironie, die auch ernsten und düsteren Situationen nicht übertriebenes Gewicht verleiht. Ein poetisches Büchlein über das Erwachsenwerden hat Anne Weber geschrieben, das unbedingt gelesen gehört!
Über die Autorin:
Anne Weber wurde 1964 in Offenbach geboren.Sie arbeitet als Übersetzerin und Autorin in Paris. Für ihr Werk erhielt sie bereits mehrere Preise und war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Die Schriftstellerin schreibt auf Deutsch und Französisch.
Details zum Buch:
Januar 2013
ISBN 978-3-596-18906-9
Bettina Armandola
