Pinot Grigio stand nicht im Testament

Paul Grote
Pinot Grigio stand nicht im Testament

Der Fotograf Frank Gatow, der auf Weingebiete spezialisiert ist, wird vom Winzer Werner Kannegießer nach Südtirol eingeladen. Doch kaum ist er angekommen, erfährt er von dessen Tod. Der Großteil der Familie, inklusive Witwe, sprechen von einem Tauchunfall in der Karibik, nur seine Tochter Theresa ist felsenfest davon überzeugt, dass es Mord war. Da der Fotograf ein Händchen dafür hat, in Mordermittlungen hineingezogen zu werden, kann er es auch diesmal nicht lassen, nicht wenn diese Behauptung ein Fünkchen Wahrheit beinhaltet. Dann muss der Mörder dingfest gemacht werden. Seinen Aufenthalt verlängert er spontan, seine Frau, schwer eifersüchtig, macht im per Telefon das Leben zur Hölle, die Polizei sieht seine Einmischungen auch nicht gerne, nur Theresa ist dankbar, dass ihr irgendwer glaubt. Nach einigen mysteriösen Vorfällen bereut er es aber schon wieder, den Fall angenommen zu haben. Aber er hat eine Spur und die führt direkt in die Familie.

Auf nach Südtirol! Dem mörderischen Plätzchen, wo sich Intrigen mit Familienfehden paaren, unerwünschte Mitmenschen einfach beseitigt werden. Gewürzt mit viel Wein-Wissen, wunderschönen Naturerzählungen bietet dieser Kriminalroman für jeden Wein affinen Leser, das passende Buch.

Über den Autor:
Paul Grote berichtete fünfzehn Jahre lang als Reporter für Presse und Rundfunk aus Südamerika. Seit 2003 lebt er als freier Autor in Berlin. Sein Gespür für Wein, sein Wissen und seine Erfahrungen spiegeln sich in allen seinen Krimis wider.

Verlag: dtv 
Erscheinungsdatum: 31. August 2018
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-423-21740-8
UVP: € 13,40

Elisabeth Schlemmer

Bücher über Kirche, Mord und Bleivergiftung

Ein guter Krimi muss nicht immer mit einem Detektiv zu tun haben, oder einem hinterlistigen Mörder,

es kann auch die nette Dame von nebenan sein, die still und leise ihr Süpplein kocht und dann ihren Mann um die Ecke bringt. Doch irgendwann wird es Zeit, sich die Schuld von der Seele zu schreiben, und davon erzählt das Buch von Sara Paborn „Beim Morden bitte langsam vorgehen“ erschienen bei der Deutschen Verlags-Anstalt.

Die nette Dame ist eine Bibliothekarin, die seit Jahren ihr wahres Ich ihrem Mann zuliebe unterdrückt hat. Und irgendwann hält sie es nicht mehr aus, und dank eines Kellerfundes wird sie die Besitzerin von einem Schuhkarton voll Bleibänder. Und wer ein bisschen in Chemie aufgepasst hat, weiß, welchen Schaden Blei bei einem Menschen anrichten kann. Ihr toter Mann kann ein Lied davon singen.

Eine etwas andere Mordgeschichte, wo man durchaus Sympathie für die Mörderin aufbringen kann.

Die Gebrüder Grimm spielen beim 2. Krimi eine tragende Rolle.
Ausgerechnet eine Geschichte aus der Märchensammlung der Gebrüder Grimm wird zur Vorlage für einen bestialischen Mord. Und nebenbei wird auch noch Jacob Grimm, beschuldigt diesen Mord begangen zu haben. Der kann diese Aussagen nicht auf sich sitzen lassen und beschließt nun selbst den wahren Mörder zu finden. Doch das gestaltet sich nicht so einfach, wie es sein analytischster Versand wünscht. Trotz der Hilfe seines Bruders Wilhelm, ist das wahre Motiv der Tat schwer zu finden. Erst als die Schwestern Annette und Jenny, die eigentlichen Verfasserinnen dieser Geschichte auftauchen, um zu helfen, kann Jacob Stück für Stück das Motiv des Mörders erkennen, doch vom Täter fehlt nach wie vor jede Spur. Und dann folgt der 2. Mord.

Die Gebrüder Grimm sind diesmal nicht unsere Märchenonkel, sondern Mordverdächtigte und ermitteln um Kopf um Kragen.
Die Autorin Tanja Kinkel  hat mit ihrem Buch „Grimms Morde“, erschienen beim Droemer Verlag, einen wahren Krimileckerbissen gezaubert.

Der 3. Krimi führt uns nach Irland,
im beschaulichen County Galway werden kurz vor Weihnachten Kirchenhelferinnen um die Ecke gebracht.
Hannah O’Brien erzählt im „Irischen Erbe“, erschienen bei DTV, einen grandiosen Krimi über Rache, Eifersucht und Kirchenmoral.

Die ermittelnden Beamten sind Grace O’Malley und Rory Coyne, die mit ihren manchmal etwas unorthodoxen Methoden, versuchen den Mörder auf die Schliche zu kommen. Die Zeit drängt, Weihnachten steht bald vor der Tür. Zwei Damen mussten bereits ihr Leben lassen, eine dritte darf es nicht geben. Doch trotz aller Vorkehrungen können sie auch den dritten Mord nicht vereiteln. Es nützt alles nicht, sie müssen tiefer in der irisch-katholischen Vergangenheit graben, um das Motiv und somit auch den Mörder zu finden. Doch gerade die Kirche weiß ihre Geheimnisse zu schützen und somit auch den Mörder.

Über 400 Seiten Krimifeeling pur, man verdächtig den einen, dann den anderen, bis zum Schluss ist man sich nicht sicher, wer nur der wahre Mörder ist.

Ein mörderisches Lesevergnügen wünscht Euch

Eure Elisabeth

 

Glühwein, Mord und Gloria

Manfred Baumann
Glühwein, Mord und Gloria

5 kriminelle Weihnachtsgeschichten um fehlende Hauptdarsteller eines Weihnachtstheaterstückes, vergiftetem Glühwein mit totem Hofrat, totem Nikolaus, alten Traditionen und Morde in der Dreikönigsnacht.

Merana und sein Team haben alle Hände voll zu tun rund um Weihnachten, aber der Tod schläft nicht.

Dieses Buch bietet 5 unterhaltsame Kurzgeschichten rund um Weihnachten, wobei mir die Geschichte mit dem Frauentragen am wenigsten zugesagt hat. Die erste: „Lebkuchen, Leichen und Lametta“ bietet einen „richtigen“ Merana-Fall.

Über den Autor:
Manfred Baumann, geboren 1956 in Hallein/Salzburg, war 35 Jahre lang Autor, Redakteur und Abteilungsleiter beim ORF (Österreichischer Rundfunk). Der Krimi »Drachenjungfrau« wird vom ORF für die Reihe »Landkrimi« verfilmt. Manfred Baumann ist auch bei facebook. www.m-baumann.at

Verlag: Gmeiner 
Erscheinungsdatum: Oktober 2016
Paperback, 256 Seiten
ISBN: 978-3-8392-1950-8
UVP: € 9,99

 

Elisabeth Schlemmer

 

 

Die Falle

Die Falle von Melanie RaabeLinda Conrads ist eine gefragte Bestsellerautorin. Sie lebt nur mit ihrem Hund in einem großen Haus. Aber nur in diesem Haus, denn das hat sie seit Jahren nicht mehr verlassen! Seit ihre Schwester ermordet worden ist, lebt sie dort traumatisiert und abgeschottet von der Außenwelt. Plötzlich sieht sie den Mörder ihrer Schwester im Fernsehen. Sie beginnt über ihn zu recherchieren, denn sie möchte ihn stellen. Da die Polizei den Mordfall aufgegeben hat, will sie dem Täter selbst eine Falle stellen. Sie lädt ihn wohlüberlegt zu sich nach Hause ein und interviewt ihn. Doch Victor Lenzen hat ein Alibi und redet ihr ein, dass sie ihre Schwester aus Neid ermordet hat. Sie weiß aber nicht, ob sie ihm glauben kann, da sie zu verwirrt ist.

Mich hat der Thriller „Die Falle“ von Melanie Raabe von Anfang an gefesselt. Er ist sehr spannend geschrieben und gut durchdacht. Dabei setzt die Autorin nicht auf traditionelle Gewalt und Blut, sondern spielt mit psychischer Gewalt. Das Werk ist gut lesbar. Besonders finde ich, dass zwei Bücher ineinander verwoben sind: Die Geschichte von Linda Conrads einerseits und ihr neues Buch, das den Mordfall als Thema hat. Dennoch ist es nie verwirrend und steigert die Spannung. Ich finde, dass alle, die gerne Thriller lesen, dieses Buch auf keinen Fall verpassen sollten.

Über die Autorin:
Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren. Ihr Thriller „Die Falle“ war international eines der heißumkämpftesten Bücher der letzten Jahre. Der Roman wurde bislang in 21 Länder verkauft. TriStar Pictures sicherte sich die Filmrechte. Melanie Raabe lebt und schreibt in Köln. „Die Wahrheit“ ist ihr zweiter Roman.

Details zum Buch:
Verlag: btb-Verlag
Taschenbuch mit Klappenbroschur
352 Seiten
ISBN: 978-3-442-71417-9

Eure Sonja Stummer