Monas Augen

Thomas Schlesser

Als die zehnjährige Mona von einem Moment zum anderen plötzlich nicht mehr sieht, ist die Panik bei dem kleinen Mädchen und ihren Eltern groß. Obwohl dieser Zustand nach einer Stunde wieder vorbei ist, sind doch alle geschockt. Physisch scheint Mona nichts zu fehlen, doch sie soll wöchentlich zu einem Kinderpsychiater gehen. Diese Aufgabe übernimmt Monas Großvater, der sie allerdings nicht zum Arzt bringt, sondern jede Woche mit ihr ein Kunstwerk in einem Museum betrachtet.

Henry möchte seiner Enkelin die Schönheit der Welt in der Kunst zeigen und ihr Erinnerungen schaffen, falls sie wieder erblinden sollte. Und so begibt sich das Opa-Enkelin-Gespann in den Louvre, ins Musée d´Orsay und ins Centre Pompidou und betrachtet jedes Mal nur ein einziges Gemälde, über das die beiden dann reden. Immer leichter fällt es dem Mädchen, ruhig vor den Kunstwerken zu verweilen und sie in sich aufzunehmen und mit jedem Botticelli, Rembrandt oder Pollock entdeckt sie eine neue Weisheit. Langsam ergründet sie dabei auch den Grund ihres plötzlichen Sehverlustes und arbeitet so die Familiengeschichte auf, in der ihre Großmutter eine wichtige Rolle spielt…

Dieser Debütroman des Kunsthistorikers Thomas Schlesser stand bereits kurz nach Erscheinen auf Platz 1 der französischen Bestsellerliste. Er vermittelt viel fundiertes Hintergrundwissen über berühmte Kunstwerke und ihre Kreateure und ist gleichzeitig eine Ode an die Weisheit und Schönheit und die Bedeutung der Kunst. Für Kunstliebhaber ist dieser Roman eine Bereicherung, auch wenn die Rahmenhandlung in meinen Augen etwas farblos blieb. Umso farbiger aber waren die Beschreibungen von Werken wie Frida Kahlos „Der Rahmen“, Edgar Degas „Tänzerin auf der Bühne“ oder Tizians „Das ländliche Konzert“!

Details zum Buch:

2024

Piper Verlag

ISBN 978-3-492-07296-0

Bettina Armandola

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