Lasst uns tanzen und Champagner trinken trotz alledem!

Michaela Karl

1877 wird Isadora Duncan in San Francisco geboren und wächst mit ihren Geschwistern bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf, die für ihre Zeit bereits sehr emanzipiert und weltoffen, ein künstlerischer Mensch war und so gar kein Händchen für Geld hatte. So musste die Familie oft von der Hand in den Mund leben, wegen Mietschulden übersiedeln und zum Teil sogar hungern.

Doch schon früh ist der kleinen Isadora klar, was sie will: sie will tanzen, doch anders als die reglementierten Ausdrucksformen des Ballett oder des Gesellschaftstanzes möchte sie mit ihren Bewegungen das Leben, Gefühle, Gedichte, Musik darstellen. Als die Familie nach Europa zieht, wird Isadora Duncan zur Jahrhundertwende ein gefeierter Star, der die Tanzwelt revolutioniert. Der moderne Tanz, den sie verkörpert, war Ausdruck eines neuen Frauenbildes, ein Befreiungsschlag gegen die männliche Dominanz, die herrschenden Klischees zum Thema Weiblichkeit und die politische Unterdrückung. Isadora lehnt sich nicht nur in ihrem Tanz gegen die gesellschaftlichen Normen auf, auch ihr Privatleben mit wechselnden Beziehungen und unehelichen Kindern, ist ein Zeichen der Revolution.

Viele berühmte Künstler ihrer Zeit sind ergebene Bewunderer, darunter auch Auguste Rodin. Isadora wird zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Doch sie bleibt von schweren Schicksalsschlägen nicht verschont. Nachdem sie ihre beiden Kinder bei einem Autounfall verliert, erholt sie sich trotz ihrer großen Lebenslust nie wieder von diesem Schlag und stirbt selbst spektakulär und tragisch und trotz ihres Ruhmes verarmt ebenfalls bei einer Autofahrt.

Michaela Karl erzählt spannend und in zahlreichen Zitaten die Biografie der großen Tänzerin, die detaillierten Recherchen lassen die Leser ganz in das Leben dieser schillernden Persönlichkeit eintauchen! Eine herrliche Lektüre über den Werdegang einer starken Frau, die auch heute noch Vorbild ist!

Über die Autorin:

Michaela Karl wurde 1971 geboren und promovierte 2001 an der FU Berlin mit einer Arbeit über Rudi Dutschke. Ihre Biografien, u.a. über Dorothy Parker oder Unity Mitford wurden zu Bestsellern. Die Autorin erhielt 2020 den Kulturpreis Bayern.

Details zum Buch:

1.Auflage 2021

btb Verlag

ISBN 978-3-442-75875-3

Bettina Armandola

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