Plötzlich ein Schuss

Franziska Waltz, Claus Schönhofer

Plötzlich ein Schuss

Unterhaltungsroman mit Krimi-Faktor

Wie schwer kann es für das Wiener Autoren-Duo Ilona und Kurti sein, gemeinsam einen Fernsehkrimi zu schreiben? Sehr! Denn außer einem Titel und sechs Wochen Zeit haben sie rein gar nichts. Die Suche nach der perfekten Story gestaltet sich schwieriger als gedacht, vor allem weil Ilona ausgerechnet jetzt nach Macau muss, um für einen Roman zu recherchieren. Die Kommunikation zwischen Wien und China ist nur mehr per E-Mail möglich. Bald schaffen Missinterpretationen des Geschriebenen und der Zeitunterschied Probleme. Auch nicht gerade hilfreich ist, dass ihnen ihre Lebens- und Liebeswirren zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt in die Quere kommen. Die Zeit läuft davon. Plötzlich verschwindet Kurti. Was ist passiert?
Was zunächst wie ein Krimi aussieht, entpuppt sich bald als irrwitzige Verwechslungsgeschichte mit echten und falschen Zwillingen, kalten Ravioli und einer völlig überraschenden Auflösung. Das müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn man daraus keinen Fernsehkrimi machen könnte.
Dieses Buch lässt sich nicht einfach einordnen. Und das macht es so reizvoll. Es ist reine Unterhaltung. Lustig, spannend, wendungsreich. Tiefgründig unter den oft flapsigen Formulierungen, absurd und realitätsnah zugleich. Es sprüht vor intelligentem und derbem Witz und hinterfragt politische Korrektheit, ohne sie aus Jux und Tollerei mit Füßen zu treten. Wer sich auf das Ping-Pong-Spiel der gedanklichen und sprachlichen Eruptionen der Figuren einlässt, wird diesen Roman mit Krimifaktor lieben.

Dieser Unterhaltungskrimi wird nur in E-Mails erzählt, die sich zwei befreundete Autoren schreiben, und zwar in jenem Schreibstil, wie sie miteinander kommunizieren. Was auf den ersten Blick cool und lustig ist, wird nach 300 Seiten nur mehr mühsam. Auch die Inhalte ihrer Mails habe ich nach 200 Seiten nicht mehr interessant und lustig empfunden. Was aber super ist, sind die in jedem E-Mail unterschiedlichen Anreden und Verabschiedungen. Da waren schon coole Ansagen dabei. Was ich mir aber gut vorstellen könnte, wäre eine Umsetzung als Film.

Über die Autoren:
Franziska Waltz wurde 1974 in Wien geboren. Sie studierte an der Universität Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und schreibt seit 2008 humorvolle Unterhaltungsromane („Die Alphajägerin“) und ernste Stoffe wie Thriller („Felizitas Schattenmänner weinen“ unter dem Namen Katharina Vokurka) sowie Prosa und Lyrik. 2019 debütierte sie als Produzentin mit einem österreichischen TATORT (Cult Film) und entwickelt gemeinsam mit ihrem Co-Autor Claus Schönhofer Drehbücher für Krimis und Komödien.

Claus Schönhofer wurde 1958 in Wien geboren. Der Journalist und Werbetexter arbeitet als Autor für zahlreiche TV-Shows im ORF (von „Life Ball“ bis „9 Plätze 9 Schätze“). Nebenbei veröffentlichte er bis dato zehn Bücher, hauptsächlich im humoristischen Bereich. Für das Medizin-Kabarett von Peter & Tekal zeichnet er seit vielen Jahren als Regisseur verantwortlich. Gemeinsam mit seiner geistigen Zwillingsschwester Franziska Waltz schreibt er Drehbücher für Krimis und Komödien.

Details zum Buch:
415 Seiten
ISBN: 978-3-903113-65-7
echomedia Buchverlag

Christina Burget

 

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