Buch des Monats November

Der November ist einer der Monate, in denen man es sich besonders gerne mit einem guten Buch daheim gemütlich macht. Meine Empfehlung ist diesmal der großartige Roman von Stefan Slupetzky „Der letzte grosse Trost“!

der-letzte-grose-trostIn diesem Buch geht es um Daniel und den frühen Tod seines Vaters, mit dem der Sohn nicht fertig wird. Seine Eltern kommen aus ideologisch und religiös gesehener Sichtweise aus ganz entgegengesetzter Richtung. Seine Mutter stammt aus einer jüdischen Familie, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde, sein Vater aus einer nationalsozialistischen Industriellenfamilie, die das Zyklon B Gas produzierte, mit dem so viele Juden getötet wurden.

Die Vergangenheit beider Familien und ihre Auswirkungen bis in die dritte Generation sind das eine Thema dieses fesselnden Romans. Das andere ist die Tatsache, dass wir alle in unserem Leben Verluste erleben und wie wir damit umgehen.

So nimmt Daniel die Entdeckung eines alten Tagebuches seines verstorbenen Vaters zum Anlass, eine gewagte Theorie zu entwickeln und sich damit einzureden, dass sein Vater noch lebt. Vielleicht war sein Tod nur eine Inszenierung, um aus seinem Leben auszubrechen? Und wenn dem so war, wie kann Daniel ihn wiederfinden?

Daniel hat zu diesem Zeitpunkt bereits selbst eine Familie und eine Verantwortung ihr gegenüber. Doch er fasst einen Entschluss, den er in die Tat umsetzen will, sobald seine Kinder erwachsen sind…

 

Viele Leser kennen Stefan Slupetzky, der 1962 in Wien geboren wurde, als Autor seiner Krimis rund um seinen Antihelden Leopold Wallisch in der „Lemming“- Serie. „Der letzte grosse Trost“ ist zwar kein Krimi im herkömmlichen Sinne, aber die Suche Daniels nach seinen Wurzeln und der Frage nach der Familienschuld ist mindestens ebenso spannend. Für mich ist dieses Buch eines der Highlights des fast abgelaufenen Jahres 2016!

Eure Bettina Armandola

 

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