Die Liebe unter Aliens

Die Liebe unter AliensTerézia Mora

Die Liebe unter Aliens

 

Ein japanischer Professor in Berlin geht in Pension: wie soll er jetzt Struktur in sein Leben bringen ohne seine Lehrarbeit? Der Plan, ein Buch zu schreiben, misslingt. Und so beginnt Masahiko mit Spaziergängen, in deren Lauf er eine Putzerei entdeckt, die ebenfalls von einer Japanerin geführt wird. Eigentlich ist er ja glücklich verheiratet, aber er spürt, dass hier das Schicksal auf ihn wartet. In der Zwischenzeit wird alles, was er tut, zum So-tun-als-ob:

„Es ergab sich nämlich, dass Masahiko Satos neue Routine daraus bestand, erst eine Weile in seinem Zimmer zu verharren, wo er nicht arbeitete, nur so tat, dann hinauszugehen, wo er nicht spazierte, nur so tat, und dass er auf dem Rückweg einkaufte, konnte er nur deswegen nicht simulieren, weil Spazierengehen und Nur-so-tun-als-ob-man-spazierte für den Betrachter gleich aussehen, aber ein Einkauf nicht, denn entweder hast du etwas eingekauft oder nicht. Wie auch immer, das Wesentliche ist, dass alles, was er tat, im Grunde nur Tarnung war, denn der einzig wichtige Punkt eines jeden Tages war jener, da er endlich bei der Reinigung vorbeikam.“ (S 246 f.)

Zehn Erzählungen drehen sich um zehn Leben, zehn Schicksale. Neben dem japanischen Professor lernen wir ein junges Paar kennen, Tom ist Kochlehrling und lebt mit seiner Freundin Sandy auf beengtem Raum zusammen. Sandy will unbedingt ans Meer, doch auf dem Weg dorthin verschwindet sie plötzlich. Wir treffen einen geschiedenen Vater, eine junge Frau, die Dank Stipendien durch Universitätsstädte reist, einen Alkoholiker, der eine Prüfung für Verwaltungsangestelltenanwärter macht. Allen ist gemeinsam, dass sie sich Hoffnung bewahrt haben, auch wenn ihnen das Leben doch immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Der Wunsch nach und die Angst vor Nähe, die Unmöglichkeit, den Ansprüchen anderer und von sich selbst gerecht zu werden, spiegelt sich in den unaufgeregt erzählten Geschichten wider.

In einer wunderbaren Sprache, mit Humor und viel Einfühlungsvermögen, werden wir Leser hineingezogen in die Leben der Protagonisten, die auftauchen, uns berühren und sich wieder verabschieden! Eine beeindruckende Sammlung von Kurzgeschichten!

 

Über die Autorin:

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Sie zählt auch zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Ungarischen.

 

Details zum Buch:

1.Auflage 2016

Luchterhand Literaturverlag

ISBN 978-3-630-87319-0

 

Bettina Armandola

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s