Zwanzig Zeilen Liebe

20 zeilen liebeRowan Coleman

Zwanzig Zeilen Liebe

Sorg dafür, dass dein Vater sich wieder verliebt. Iss jeden Tag Gemüse. Trau keinem Mann mit übermäßigem Bartwuchs. Tanz auf meiner Beerdigung zu Dean Martin. Nacht für Nacht bringt Stella diese und andere Zeilen zu Papier. Doch es sind nicht ihre eigenen Gedanken und Wünsche. Die Hospizschwester schreibt Abschiedsbriefe im Auftrag ihrer schwer kranken Patienten und überreicht deren Nachrichten, nachdem sie verstorben sind. Bis sie einen Brief verfasst, bei dem sie keine Zeit verlieren darf. Denn manchmal lohnt es sich zu kämpfen: Für die Liebe. Für das Glück. Für den einen Moment im Leben, in dem die Sterne am Himmel ein wenig heller leuchten.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Soviel Facetten, Geschichten, Eindrücke und Empfindungen erfährt man durch dieses Buch. Da ist einmal Stella, die Krankenschwester, die ihren Besuchern – so nennt sie die Patienten im Hospiz, einen letzten Wunsch erfüllt, indem sie einen Abschiedsbrief schreibt. Diese sind manchmal sehr rührend und drücken auf die Tränendrüse, andere wollen noch schnell jemandem die Meinung sagen. Jeder ist auf seine Art einzigartig. Stella selbst hat derzeit Probleme mit ihrem Mann, der stark verwundet aus dem Krieg zurück kehrt und der sich noch immer die Schuld am Tod seines Kameraden gibt. Seit damals geht sie ihm aus dem Weg, weil sie hilflos mit ansehen muss, wie ihre Beziehung dadurch leidet. Und dann gibt es noch Hope. Sie hat Mukoviszidose und erholt sich im Hospiz von einer bakteriellen Infektion. Ben ihr Schulfreund kommt jeden Tag sie besuchen und versucht sie aufzumuntern. Sehr langsam erkennt Hope, dass Ben in sie wahnsinnig verliebt ist und dass nicht nur sie – sondern auch er – so manche Probleme hat. Als letzten Lebensschauplatz erfährt man noch von Hugh. Er wurde mit 10 Jahren von seiner Mutter verlassen und glaubt seitdem, dass sie tot ist. Als Stella für eine Krebskranke im Endstation einen Brief schreibt, muss sie ihr das Versprechen geben, den Brief erst nach dem Tod zu überbringen. Sie bricht das Versprechen und übergibt ihn Hugh, da sie glaubt, hier noch eine Wende herbei führen zu können. Das große Wiedersehen zwischen Mutter und Sohn, mag für viele kitschig sein, für andere wieder ein Grund zum Taschentuch zu greifen. Jedes Kapitel wird aus Sicht einer Person erzählt. Dazwischen liest man immer wieder Abschiedsbriefe. Es ist ein ganz wunderbarer Roman, in dem Gefühle eine große Rolle spielen und meistens Achterbahn fahren.

Über die Autorin:
Rowan Coleman lebt mit ihrer Familie in Hertfordshire. Wenn sie nicht gerade ihren fünf Kindern hinterherjagt, darunter lebhafte Zwillinge, verbringt sie ihre Zeit am liebsten schlafend, sitzend oder mit dem Schreiben von Romanen. Da kann das Bügeln schon mal zu kurz kommen. Rowan wünschte, ihr Leben wäre ein Musical, auch wenn ihre Tochter ihr mittlerweile verboten hat, in der Öffentlichkeit zu singen. Sie hat bereits mehrere sehr erfolgreiche Romane veröffentlicht.

Details zum Buch:
416 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-492-06017-2
Piper Verlag

Christina Burget

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