Science Schmankerl

Science-SchmankerlKochen einmal anders!
Das neue Kochbuch von einem der Science Busters bringt Rezepte aus der molekularen Küche. Nach einer allgemeinen Einführung über dieses neuartige Kochen sind die Gerichte in acht Kategorien wie zum Beispiel Gele, Espuma oder Kryo eingeteilt. Toll sind Gerichte wie Parmesan-Air, Gel-Augen, Mozzarella-Papier, Joghurt-Bomben oder umstrukturierte Birne. Am Ende jedes Kapitels gibt es Tipps und Tricks, damit alles klappt. Im Anhang sind die Texturgeber, die verwendet werden, erklärt und für das neuartige Geschmacksempfinden sorgen. Hier steht praktischerweise auch, wo man diese kaufen kann, woraus sie gewonnen oder hergestellt werden und wozu man beziehungsweise die Lebensmittelindustrie sie verwendet. Beispiele dafür sind Agar-Agar, Glycerin oder Methylcellulose. Ganz am Schluss gibt es nach Literaturempfehlungen für an weiteren Kochideen Interessierte und eine Übersicht mit den verwendeten Geräten und Hilfsmitteln. Hier erfährt man wo man das Räuchergerät Aladin oder flüssigen Stickstoff kaufen kann.

Mir gefällt dieses Kochbuch sehr gut. Es enthält gute Rezepte – leichtere und kompliziertere. Die Tipps sind vor allem für Anfänger der molekularen Küche sehr brauchbar. Das Buch an sich ist sehr übersichtlich und ansprechend gestaltet. Die Fotos sind sehr gelungen und locken zum Experimentieren.
Für alle, die sich gerne mit dieser neuartigen Methode zu kochen auseinandersetzen möchten, ist das Werk sehr zu empfehlen. Ausgezeichnet geeignet sind die Gerichte bestimmt zum Gäste überraschen. Will man nur einmalig etwas ausprobieren, ist es wahrscheinlich zu aufwendig. Schließlich muss man sich neue Zutaten und eventuell neue Geräte zulegen.

Über den Autor:
Helmut Jungwirth hat in Graz Molekulare Biowissenschaften studiert und auf dem Feld der Apoptoseforschung habilitiert. Seit 2008 ist er geschäftsführender Leiter der 7. Fakultät, einer Einrichtung für Wissenschaftskommunikation und Nachwuchsförderung der Karl-Franzens-Universität Graz, der auch das Geschmackslabor angehört. Seit Ende 2015 ist er Mitglied der Science Busters, der nach eigenem Bekunden »ungebrochen schärfsten Scienceboygroup der Milchstraße«. Im Herbst 2016 wurde er zum österreichweit ersten Professor für Wissenschaftskommunikation berufen.

Details zum Buch:
Amalthea-Verlag
1. Auflage 2017
168 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
ISBN: 978-3-99050-108-5
Ausgezeichnet mit dem Prix Epikur 2018 des Zentrums für Gastrosophie der Uni Salzburg

Sonja Stummer

Verkannte Pioniere

cover_pioniereVerkannte Pioniere
Abenteurer – Erfinder – Visionäre
Armin Strohmeyr

Der Autor porträtiert insgesamt drei Erfinderinnen und 19 Erfinder von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Diese habe zu ihren Lebzeiten nicht immer die Würdigung erfahren, die ihnen aufgrund des Stellenwertes ihrer Ideen für ihr Fach hätte zu Teil werden müssen. Häufig waren ihre Entwicklungen und Entdeckungen bahnbrechend, konnten sich jedoch nicht durchsetzen, weil sie nicht die richtigen Fürsprecher im akademischen Betrieb oder die richtigen Verbindungen in die Industrie hatten. Etliche Male wurden die Ideen auch schlichtweg gestohlen und die Betrogenen konnten, mangels rechtzeitiger und ausreichender Patentierung, nicht dagegen vorgehen. In gewisser Weise tragisch erscheint mir, dass viele der vorgestellten Personen zwar in ihrem Fach äußerst fähig, jedoch in der Absicherung und Vermarktung ihrer Ideen und Entwicklungen wenig versiert waren. Besonders die Geschichte von Ilse Kober-Essers entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Trotz beachtlicher Chancen im akademischen Betrieb entschied sie sich gegen eine wissenschaftliche Karriere, sondern für die klassische Rolle als Mutter und Hausfrau. In späteren Jahren schrieb sie Biografien über Naturwissenschafter und Techniker, die sich mit ihren Ideen und Erfindungen nicht durchsetzen konnten.

Manche der vorgestellten Naturwissenschafter/innen und Techniker/innen sind allgemein bekannt, wie z.B. Ignaz Philipp Semmelweis oder Nikola Tesla. Die meisten jedoch sind weniger geläufig, wie z.B. Rosalind Franklin oder Hippolyte Bayard. Empfohlen für alle, die sich für Technikgeschichte interessieren und/oder gerne Biografien lesen.

Über den Autor
Armin Strohmeyr, geb. 1966, promovierter Germanist, preisgekrönter Buchautor, Herausgeber, Autor zahlreicher Radio-Features, schrieb Gedichte und Theaterstücke und lebt in Berlin. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u. a. viel beachtete Biografien und Porträtsammlungen. Bei Styria: First Ladys (2013).

Details zum Buch
styria premium Verlag
Erschienen im Mai 2015
Broschiert, 304 Seiten
ISBN 978-3-222-13394-7
€ 18,90 (A)