Die Reisenden der Nacht

Armando Lucas Correa

Anfang 1939 wird die Lage in Deutschland für Ally und ihre Mischlingstochter Lilith immer gefährlicher. Liliths Vater, ein schwarzer Musiker, ist verschwunden und auch Ally droht ein ähnliches Schicksal. So entschließt sich die Schriftstellerin, ihre achtjährige hochintelligente Tochter mit einem jüdischen Ehepaar nach Kuba zu schicken. Sie selbst bleibt zurück.

Jahre später muss auch Lilith eine folgenschwere Entscheidung treffen: nachdem ihr Mann Martin von den Männern Fidel Castros verhaftet und getötet wurde, schickt sie ihre dreijährige Tochter Nadine über ein katholisches Netzwerk zu einem Ehepaar nach New York, wo sie aufwächst, bis ihre Adoptivmutter die eigene Nazivergangenheit einholt.

Erst Nadines Tochter Luna, die mit ihren Eltern in Berlin aufwächst, wagt es, sich auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Herkunft zu machen und stößt dabei auf einen lange zurückliegenden Verrat…

Von 1931 bis 2015 spannt sich der Erzählbogen, der das schwierige Leben von vier Frauen umfasst. Vier Generationen, die sich mit ihrer Herkunft, den politischen Gegebenheiten und ihren Hoffnungen und Ängsten auseinandersetzen müssen. Dramatische Schicksale, die doch sehr ruhig erzählt werden und so bei mir nicht allzu viele Gefühle ausgelöst haben. Für mich fehlt es der Erzählweise ein wenig an Emotionalität, vielleicht ist es aber auch der Weg des Autors, unsagbare Ereignisse sagbar zu machen. In jedem Fall ein interessanter Roman, der vier starke Frauen zeigt, die das Liebste in ihrem Leben weggeben, um es zu retten!

Über den Autor:

Armando Lucas Correa ist Herausgeber des Magazins „People en Espanol“, er lebt in Manhattan und arbeitete auf Kuba als Herausgeber eines Kulturmagazins. Für seine journalistische Arbeit erhielt er mehrere Auszeichnungen.

Details zum Buch:

2023

Lübbe Verlag

ISBN 978-3-7857-2844-4

Bettina Armandola

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