Kaiserin Elisabeths Hermesvilla

Kaiserin Elisabeths Hermesvilla
Michaela Lindinger
Residenzverlag

Im Lainzer Tiergarten in Wien 13 befindet sich in einem Areal von 2.450 ha die Hermesvilla. Die Mauer rund um den Lainzer Tiergarten beträgt eine Länge von ca. 22 Kilometer.

In den Jahren 1882 – 1886 ließ Franz Joseph I. im stadtnahen, östlichen Teil des Tiergartens die Hermesvilla als Refugium für seine geliebte Frau Kaiserin Elisabeth errichten. Früher ist Franz Joseph in dem riesigen Areal seiner Jagdlust nachgegangen. Später wurde die Jagdlust des Kaisers geringer und es wurde daher ein Teil dieses riesigen Areals anderwertig genutzt. Er wollte seiner Ehefrau dieses Jagdschloss erbauen lassen. Er beauftragte den Architekten Karl Hasenauer mit der Ausführung des Baues der privaten Villa, seinerzeit auch „Villa Waldesruh“ genannt. Die Kosten für die Errichtung dieser wurde aus der kaiserlichen Privatkasse bezahlt.

Im Jahr 1884 fand die Schenkung der „Villa Waldesruh“ an Kaiserin Elisabeth statt. 1985 wurde die Statue des Hermes von einem Bildhauer namens Ernst Herter aufgestellt und seit diesem Zeitpunkt hatte das Haus „Villa Hermes“.

Im Mai 1884 kam das Kaiserpaar mit Tochter Marie Valerie zur Erstbesichtigung in die Hermesvilla.

Franz Joseph und Elisabeth wohnten nur zeitweise in der Hermesvilla, meistens in den Sommermonaten. Dort fanden vielerlei Empfänge in kleinerem Kreise statt. Auch die Freundin Katharina Schratt, die Hofschauspielerin wurde zu mehreren Diners eingeladen.

Kaiserin Elisabeth war leider von einer Reiselust besessen und ihr Gemahl wünschte sich nichts sehnlicher, als daß diese rastlose Seele sesshaft werden würde. Das war einer der Gründe diese Villa in der traumhaften Gegen zu erbauen. Manchmal empfand der Kaiser sogar, Elisabeth befinde sich ständig auf der Flucht.

Die Kaiserin lernte im Alter von 53 Jahren einen jungen Mann, der aus Athen stammte und als Student beschrieben wurde, kennen. Dieses lud sie in ihr Refugium ein. Der Treffpunkt war in der Nähe der Hermesvilla. Der Student namens Konstantin Christomanos studierte Philosophie an der Wiener Universität. Er wurde von Oberhofmeister als Sprachlehrer empfohlen.

Wie bekannt, reiste Sisy sehr gerne nach Korfu, in ihr Traumschloß, benannt nach dem Heldenliebling Achilles. Dorthin begleitete sie der Student, der ihr mit der griechischen Sprache sehr zur Seite stand.

Der Kaiser war sehr enttäuscht, da er dachte er tut der Familie im speziellen seiner Ehefrau, etwas gutes. Doch im Jahre 1887 verbrachte das Kaiserpaar einige Woche im Frühling gemeinsame Zeit in der Hermesvilla. Dies hatte aber vorwiegend damit zu tun, daß die Kaiserin ihren Vorstellungen Änderungen vornehmen ließ. Sie war seinerzeit in keinerlei Weise in die Planung miteinbezogen worden.

Die für sie mangelhaft erscheinenden sanitäre Ausstattung trug das übrige dazu bei, daß sie sich nicht so sehr wohl fühlte. Anläßlich eines längeren Aufenthaltes in Lainz, wurde am Hohenauer Teich, der gleich ziemlich an Anfang des Weges zur Villa liegt, eine Umkleidekabine installiert, damit sie bei Schönwetter schwimmen gehen konnte.

In ihrer Anwesenheit betrieb sie nicht nur Sport, sondern widmete sich auch ihrer Dichtkunst. Während ihrer Waldspaziergänge führte Elisabeth immer eine Holzratsche bei sich, da sie eventuell Wildschweine oder sonstiges Wild mit dieser verschrecken konnte. Mufflons, die aus Sardinien und Korsika stammten, gehörten auch zum Wildbestand. Die Nachkommen dieser sind bis heute im Lainzer Tiergarten ansässig.

Vorliegendes Buch ist wunderbar mit Fotos und Bildern ausgestattet und in der Hermesvilla gibt es ein Museum, wo man die Räumlichkeiten besichtigen kann. Ich habe einmal an einer Führung teilgenommmen, bei der man vieles was auch in diesem Buch beschrieben ist, gehört hat.

Im Erdgeschoß befindet sich jetzt in einem Teil ein Restaurant, wo man in der warmen Jahreszeit im Freien genußvoll speisen kann und genießt die wunderbare Umgebung und wer will kann sich ein das frühere Jahrhundert hineinversetzt fühlen. Auch dient die Villa als romantische Hochzeitslocation. Vis-a-vis der Villa befindet sich der berühmte Dianabrunnen und einige Nebengebäude.

Zum Inhalt:

Inmitten des ehemaligen kaiserlichen Jagdgebietes Lainzer Tiergarten liegt idyllisch eingebettet das Schloss der Träume , wie Kaiserin Elisabeth ihre Villa einmal nannte. Kaiser Franz Joseph machte sie ihr zum Geschenk, in der Hoffnung, seine reisefreudige Frau damit öfter in Wien halten zu können. In ziemlich kurzer Bauzeit schuf der bekannte Ringstraßen-Architekt Karl von Hasenauer diesen romantische Bau, der sich an Landhäusern des Großbürgertums orientierte. Ihren Namen gab der Villa die im Garten stehende Statue des griechischen Gottes der Reisenden und der toten Seelen. Welche Beziehung hatte die rastlose Monarchin zu dem Refugium im kaiserlichen Jagdgebiet? Welche Stilmittel, die Elisabeth wichtig waren, hat sie in der Hermesvilla verewigt? Michaela Lindinger, Kuratorin im Wien Museum und Elisabeth-Forscherin, liefert mit ihrer pointierten Darstellung einen Schlüssel zum Verständnis des Wiener Kultortes .

Viel Freude beim Anschauen und lesen dieses Buches, das viel Interessantes preisgibt.

Brigitte

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