Nichts als die Nacht

Nichts als die NachtJohn Williams

Nichts als die Nacht

 

Der vierundzwanzigjährige Arthur Maxley lebt in den Tag hinein, gleichzeitig ist er aber ein Getriebener eines traumatischen Kindheitserlebnisses. Er fühlt sich einsam und allein und versucht vergeblich, mehr als eine ironische Distanziertheit zu anderen Menschen an den Tag zu legen.

Ein Treffen mit einem Bekannten geht ebenso schief wie das Essen mit seinem Vater, der die letzten Jahre durch Abwesenheit geglänzt hat und jetzt vergeblich versucht, ein Verhältnis zu seinem Sohn aufzubauen. Unausgesprochen steht der tragische Tod von Arthurs Mutter zwischen ihnen, der den jungen Mann in seinen Träumen heimsucht. Auch die Bekanntschaft mit einer jungen Frau in einem Tanzlokal nimmt kein gutes Ende…

Der Leser begleitet Arthur Maxley durch einen Tag seines Lebens, das diesem trost-, sinnlos und langweilig erscheint. Obwohl ihn keine existenziellen Fragen quälen, denn sein Vater ermöglicht ihm ein finanziell sorgenfreies Leben, ist Arthur unglücklich. Er weiß nicht, was er mit sich und seinem Leben anfangen soll, er versteht weder seine eigenen Gefühle, noch die anderer Menschen und ist getrieben von seinen Dämonen.

John Williams erzählt in seinem Debütroman „Nichts als die Nacht“, den er mit zweiundzwanzig nach einem Flugzeugabsturz mit dem Army Air Corps im burmesischen Dschungel festsitzend schrieb, über die inneren Abgründe eines jungen Mannes, der den Tod viel zu früh kennengelernt hat. Virtuos beschreibt er die Gemütszustände Arthurs vor dem Hintergrund der Straßen und Bars des nächtlichen San Francisco. Das Gefühl von Schuld und Scham, das Unvermögen, zu anderen eine Verbindung aufzubauen, das Unverständnis seinen eigenen Gefühlen gegenüber, treibt den jungen Mann durch die Nacht…

Dieser Roman hat mich wirklich beeindruckt! Ich habe vor ein paar Monaten „Augustus“, seinen Roman über den römischen Kaiser, von John Williams gelesen und war begeistert. Dieses Buch nun ist komplett anders, aber ebenso fesselnd im Stil und hat eine Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann!

 

Über den Autor:

John Edward Williams lebte von 1922 bis 1994 und wuchs in Texas auf. Anfang der vierziger Jahre wurde er Mitglied des Army Air Corps. Er überlebte einen Flugzeugabsturz im burmesischen Dschungel und wurde nach seiner Rückkehr in die USA Lektor und Universitätsdozent. Sein Roman „Stoner“ wurde posthum zum Welterfolg.

 

Details zum Buch:

Deutsche Erstausgabe 2017

dtv

ISBN 978-3-423-28129-4

 

Bettina Armandola

 

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