Ich sehe immer den Menschen vor mir

Ich sehe immer den Menschen vor mirHermann Vinke

Ich sehe immer den Menschen vor mir

 

Dies ist die erste Biographie über den deutschen Wehrmachtsoffizier Wilm Hosenfeld, der den polnischen Pianisten Wladyslaw Szpilman vor der Vernichtung rettete. Aber Szpilman war nur einer von zahlreichen Menschen, die Hosenfeld unterstützte. In seiner Funktion als Sportoffizier in Warschau während des Zweiten Weltkriegs gelang es ihm auch bei anderen Polen, ihnen das Leben zu retten.

Wilm Hosenfeld wurde 1895 in Mackenzell geboren und wuchs in einer katholisch-konservativ geprägten Umgebung auf. Sein Vater war Dorfschulmeister und auch Wilm schlug die Pädagogenlaufbahn ein. Schon hier zeigte sich sein Mitgefühl und seine Menschlichkeit, denn er wollte einen neuen Erziehungsstil einführen, der die Kinder zu mehr Eigenverantwortung führen sollte und ohne Gewalt auskam.

Hosenfeld war zunächst überzeugter Nationalsozialist, doch schon während des Ersten Weltkriegs kamen ihm Zweifel an der Notwendigkeit von kriegerischen Einsätzen. Seine Frau Annemarie wuchs in einer von Kultur geprägten Umgebung auf und war Pazifistin. Trotzdem war Hosenfeld zu Beginn begeistert von Hitler. Erst im Laufe der Zeit wendete er sich immer mehr gegen den Nationalsozialismus, bis er zu dem Schluss kam, dass man sich schämen musste, Deutscher zu sein.

Zahlreiche Briefe an seine Frau und sein Warschauer Tagebuch belegen seinen Mut und seine Menschlichkeit in Zeiten des Todes. „Ich habe keinen Hass weder gegen die Polen noch gegen die Russen. Wie rasch fällt das alles ab, wenn man dem Menschen gegenübersteht.“ (S157)

Zum Kriegsende kommt Hosenfeld als Kriegsverbrecher in sowjetische Gefangenschaft, wo er nach sieben Jahren auch stirbt, obwohl viele seiner geretteten Freunde sich für ihn einsetzten. Erst 2008 wurde er rehabilitiert, wurde mit dem polnischen Orden Polonia Restituta geehrt und von Yad Vashem postum zum „Gerechten unter den Völkern“ ernannt.

Diese Biographie ist ein berührendes Stück Zeitgeschichte, das uns den Menschen Wilm Hosenfeld nahebringt, der Dank seiner intakten Moralvorstellungen Mensch geblieben ist und uns zeigt, dass es möglich war, auch in Zeiten des Nationalsozialismus Mitleid und Hilfsbereitschaft zu zeigen!

 

Über den Autor:

Hermann Vinke wurde 1940 geboren und studierte Geschichte und Soziologie. Er arbeitete als Redakteur und ist Autor preisgekrönter Sachbücher.

 

Details zum Buch:

Originalausgabe 2015

Arche Literatur Verlag

ISBN 978-3-7160-2714-1

 

Bettina Armandola

 

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