Die kleine Souvenirverkäuferin
Julien ist Botschaftsarzt in Hanoi und lernbegierig: der Sprachunterricht im Vietnamesischen bei der jungen Hoa verlangt dem jungen Franzosen einiges ab. Und auch Diplomatie ist gefragt, Kritik an der politischen Führung untersagt und als Ausländer steht Julien sowieso unter Beobachtung.
Das diplomatische Gleichgewicht wird ziemlich belastet, als eine Virusepidemie um sich greift und erste Todesopfer fordert. Gemeinsam mit einer französischen Kollegin und Exfreundin versucht Julien am Land dem Ursprung der Krankheit auf den Grund zu kommen. Doch mit den Gedanken ist er bei der jungen Souvenirverkäuferin Minh Thu´, die er bei einem Spaziergang am See kennengelernt hat und die ihn durch ihre Bescheidenheit und naive Schönheit beeindruckt hat.
Neben der sehr realen Angst, sich angesteckt zu haben, hat Julien damit zu tun, sich seiner Gefühle gegenüber der kleinen Souvenirverkäuferin klar zu werden. Diese wiederum ist ständig der Gefahr ausgesetzt, von der Polizei verhaftet zu werden wegen illegalen Handels mit Touristen, ihrer einzigen Einnahmequelle. Und so muss ein diplomatischer Freund von Julien sich bald dafür einsetzen, dass Minh Thu´aus der Haft freikommt.
Als Julien erkrankt, ist das junge Mädchen vom Land diejenige, die ihn pflegt…
Diese zarte Liebesgeschichte ist wunderbar erzählt und fernab von jedem Kitsch. Der politische Hintergrund in Vietnam, die drohende Epidemie und die sozialen Schwierigkeiten sind mehr als nur der Hintergrund der Romanze und fesseln den Leser, der auf diese Art und Weise interessante Einblicke in eine fremde Welt erhält und mit der Hauptperson mitfühlt.
Über den Autor:
Francois Lelord wurde 1953 in Paris geboren und ist Psychiater und Schriftsteller. Berühmt wurde er durch seinen Roman „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“.
Details zum Buch:
Taschenbuchsonderausgabe
März 2014
ISBN 978-3-492-30406-1
Bettina Armandola
