Kiezkinder – Wir mischen mit! Der Geheimplatz

Eines Tages schlüpft die etwa 10-jährige Ava durch ein kleines Loch im Zaun auf ein verlassenes Fabriksgelände. Sie staunt nicht schlecht als sie nach ein paar Schritten auf einer wunderschönen Lichtung steht. Sie ist begeistert und berichtet ihren Freund*innen von ihrem neuen Geheimplatz. Am Nachmittag verabreden sich Ava und ihre fünf Freund*innen beim Metallzaun. Schnell haben sie viele Ideen, was man auf diesem alten Gelände machen könnte, denn ein Spielplatz für große Kinder fehlt in ihrem Stadtteil noch. Immer konkreter werden ihre Pläne, die sie schließlich der Stadtplanung vorlegen.
In diesem Jugendbuch geht es um Freundschaft und Zusammenhalt von Kindern, die in sehr unterschiedlichen Familien aufwachsen. Da gibt es Theo mit seinen zwei Papas, Jaron, der einer jüdischen Familie entstammt, Paul, welcher soeben von Finnland nach Deutschland übersiedelt ist, jemanden mit einer chronischen Erkrankung, eine hat ein Hörgerät, ein Mädchen wächst bei ihrer Oma auf, eine fühlt sich eher den Burschen zugeordnet,… Die Kinder sind somit sehr unterschiedlich. Jede*r hat Stärken und Schwächen. Doch die gemeinsame Idee für einen Bauspielplatz verbindet diese Kiezkinder.

Das Buch ist in 19 Kapitel gegliedert. Neben der Nummerierung steht der Name des Kindes, um welches es in dem jeweiligen Kapitel geht. Dadurch erhält man Einblick in die jeweilige Lebenssituation der Kinder und behält den Überblick. Grundsätzlich ist die Sprache und die Länge der Sätze sowie Kapitel sehr kindgerecht. Die zahlreichen Illustrationen sind freudig und machen gute Laune. Ich könnte mir vorstellen, dass die vorgestellten Kinder Leser`*innen auf dem Land überfordern, da in ländlichen Gegenden nicht so viele verschiedene Familien wohnen und somit viele Fragen auftauchen könnten. Leider ist die eigentliche Handlung sehr kurz und etwas unglaubwürdig. Dennoch ist es ein empfehlenswertes Werk, das es sich aufgrund der unterschiedlichen Lebensrealitäten der Kinder zu lesen lohnt.

Über die Autorin

Milena Bartels ist Ärztin und Kinderbuchautorin. Für das Buch führte sie anonymisierte Interviews mit vielfältigen Familien aus ganz Deutschland, um die Lebensrealitäten der Menschen zu Wort kommen zu lassen, die in Kinderbüchern oft unterrepräsentiert sind. Sie ist selbst Mutter von zwei Kindern und lebt in einer Familien-Wohngemeinschaft in Leipzig.

Über die Illustratorin

Roya Soraya ist freischaffende Illustratorin und Comicautorin aus Wuppertal. Mit feministischem Fokus zeichnet sie Figuren in ihrer Vielfalt und Menschlichkeit. 2022 ist ihr Comicdebüt »Faust – eine Tragödie« erschienen und nun arbeitet sie an einer autobiografischen Graphic Novel über eine Reise zu ihren Wurzeln in den Iran.

Details zum Buch

Verlag: Orlanda-Verlag, Berlin
Hardcover, 160 Seiten, mit farbigen Abbildungen
Reihe: kids bewegt
ISBN: 978-3-949545-57-3

Eure Sonja

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