Der Tempel der magischen Tiere

Carl von Siemens
Der Tempel der magischen Tiere

Der erste Teil führt uns nach Australien zu den Aborigines.
Dort erwartet uns ein seltsamer Mix zwischen Aberglauben und Realität, fast vergessenen Traditionen und ein stetiger Überlebenskampf. Die Aborigines sind ein uraltes Volk, doch in der jetzigen Zeit ist ihr Überleben ungewiss. Die jungen Leute haben wenig Perspektive, die Älteren versuchen soweit wie möglich die Traditionen weiter zu geben. Doch an wen, wenn die Nachkommen teilweise kein Interesse haben?
Die einzelnen Völker fangen an sich zusammen zu schließen, versuchen gemeinsam ihre Vergangenheit, ihre Traditionen wieder aufleben zu lassen. Doch das ist ein weiter Weg.
Die zweite Reise führt auf die Cookinseln. Die einstigen Inselbewohner hatten ihre eigenen Götter,  bis die ersten Missionare kamen und ihnen ihren Glauben aufgezwungen haben. Heute sind nur mehr sehr wenige Spuren vom einstigen Kult zu finden. Doch das Wissen über sie ist noch nicht ausgestorben, es schlummert in den Bewohner weiter.
Und in der dritten Reise führt uns der Autor von Berlin nach Amazonien, wo er die Medizin näher kennenlernen will. Aber auf diesem Trip lernt er nicht nur die geheimnisvolle Medizin besser kennen, sondern er lernt auch sich selbst, seine tiefsten Ängste und Sorgen kennen. Was ihm im Unterbewusstsein beschäftigt, was ihn blockiert und was ihn zurückhält. Die Medizin wird ihm Zuge einer geführten Mediation eingenommen, sie wirkt bei jeder Anwendung anders, der Prozess geht über mehrere Stufen und arbeitet sich langsam vor. Bis hoffentlich eines Tages der Durchbruch, das Erwachen, da ist.

Ich muss gestehen, der Titel des Buches hat mich etwas anderes erwarten lassen.
Aber diese 3 Reisen gehen trotzdem unter die Haut, vor allem die erste und dritte Reise. Teilweise etwas verwirrend geschildert, zieht es den Leser aber trotzdem in ihren Bann.

Über den Autor:
Carl von Siemens, Urururenkel des Firmengründers Werner von Siemens, studierte Philosophie, Politologie, Volks- und Betriebswirtschaftslehre am Trinity College in Oxford, der London School of Economics und der Ludwig-Maximilians-Universität in München. 1992, am Ende seines Studiums, reiste er über Land von Helsinki durch Finnland, Estland, Russland, die Mongolei, China, Tibet, und Nepal nach Bombay. Er war Unternehmensberater, Journalist sowie Gründer und Geschäftsführer einer Web-Agentur in Hamburg. Seine Reportagen, Essays und Kurzgeschichten erschienen u.a. in „Rolling Stone“, „Lettre International“, „Der Freund“ und „Das Magazin“. Bei Fischer veröffentlichte er sein Debüt „Kleine Herren. Ein Deutscher in Oxford“, über das Christian Kracht schrieb: „Kann man die Geister von Evelyn Waugh und Kingsley Amis auf Deutsch beschwören? Carl von Siemens ist eben dies mit Aplomb, Geist, großartigem Humor und einem besonders feinen Gespür für Dialoge gelungen.“

Für das vorliegende Buch suchte Carl von Siemens Australien, die Cook-Inseln und Peru auf. 2014 besuchte er zum ersten Mal seit Langem wieder die Hauptversammlung der Siemens AG. Er erfuhr von schweren ökologischen Bedrohungen für das Amazonasgebiet im brasilianischen Belo Monte durch ein Staudammprojekt, dem drittgrößten Wasserkraftwerk der Welt, an dem die Siemens AG über ein Joint Venture beteiligt ist. Carl von Siemens reiste in den Amazonas; er schrieb im Folgenden unter anderem in der „WELT am SONNTAG“ und wies auf die Zerstörung des Regenwalds und die Bedrohung der Ureinwohner hin.

Verlag: Malik
Erscheinungsdatum: 1. März 2018
Hardcover, 288 Seiten
ISBN: 978-3-89029-491-9
UVP: € 20,60

Elisabeth Schlemmer

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