Die Sprache der Menschlichkeit

Christie Watson
Die Sprache der Menschlichkeit

Wie wir Kranke wieder als Menschen wahrnehmen und nicht als Patienten

Die Autorin selbst hat über 20 Jahre als Krankenschwester gearbeitet, sie weiß wovon sie spricht.
Von zu wenig Zeit für jeden einzelnen Patienten, von der Arbeitsüberlastung, von den seelischen und körperlichen Belastungen, die sie ausgesetzt sind. Sie weiß was es heißt, daneben auch noch eine Familie zu haben. Sie hat diesem Beruf, oder besser gesagt dieser Berufung, eine Stimme gegeben. Sie richtet sich aber auch gegen jene Pflegekräfte, die die Menschen in Krankenhäuser nicht mehr als Menschen wahrnehmen. Jeder menschlichen Würde beraubt, liegen sie in ihrem eigenen Kot und Urin und warten sehnsüchtig darauf, dass endlich jemand auftaucht, um sie zu reinigen. Gerade ältere Menschen sind davon betroffen. Krank sein, heißt nicht, kein Mensch mehr zu sein. Im Gegenteil, gerade wenn ein Mensch krank ist, benötigt er besondere Aufmerksamkeit und die ist in dem jetzigen Pflegesystem schwer umzusetzen.

Mir sind beim Lesen einige Male die Tränen gekommen, wenn die Autorin über besonders schlimme Fälle berichtet hat. Das sollte eine  Pflichtlektüre im Zuge der Ausbildung sein, damit die Pflegekräfte nie vergessen, dass Patienten auch Menschen sind.

Über die Autorin:
Christie Watson war zwanzig Jahre als examinierte Krankenschwester tätig, bevor sie nach einem Studium ihre zweite Leidenschaft zum Beruf erhob: das Schreiben. Für ihr Debüt »Tiny Sunbirds Far Away« wurde sie 2011 mit dem Costa Award, einem der begehrtesten britischen Literaturpreise, ausgezeichnet, 2015 folgte der international ebenfalls vielbeachtete Roman »Where Women are Kings«. Ihre Bücher wurden in 22 Sprachen übersetzt. Christie Watson lebt in London.

Verlag: Goldmann
Aus dem Englischen von Pociao und Roberto de Holland
Originaltitel: The Language of Kindness
Originalverlag: Chattoo & Windus, London 2018
Erscheinungsdatum: 29. Oktober 2018
Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten
ISBN: 978-3-442-31473-7
UVP: € 20,60

Elisabeth Schlemmer

Pinot Grigio stand nicht im Testament

Paul Grote
Pinot Grigio stand nicht im Testament

Der Fotograf Frank Gatow, der auf Weingebiete spezialisiert ist, wird vom Winzer Werner Kannegießer nach Südtirol eingeladen. Doch kaum ist er angekommen, erfährt er von dessen Tod. Der Großteil der Familie, inklusive Witwe, sprechen von einem Tauchunfall in der Karibik, nur seine Tochter Theresa ist felsenfest davon überzeugt, dass es Mord war. Da der Fotograf ein Händchen dafür hat, in Mordermittlungen hineingezogen zu werden, kann er es auch diesmal nicht lassen, nicht wenn diese Behauptung ein Fünkchen Wahrheit beinhaltet. Dann muss der Mörder dingfest gemacht werden. Seinen Aufenthalt verlängert er spontan, seine Frau, schwer eifersüchtig, macht im per Telefon das Leben zur Hölle, die Polizei sieht seine Einmischungen auch nicht gerne, nur Theresa ist dankbar, dass ihr irgendwer glaubt. Nach einigen mysteriösen Vorfällen bereut er es aber schon wieder, den Fall angenommen zu haben. Aber er hat eine Spur und die führt direkt in die Familie.

Auf nach Südtirol! Dem mörderischen Plätzchen, wo sich Intrigen mit Familienfehden paaren, unerwünschte Mitmenschen einfach beseitigt werden. Gewürzt mit viel Wein-Wissen, wunderschönen Naturerzählungen bietet dieser Kriminalroman für jeden Wein affinen Leser, das passende Buch.

Über den Autor:
Paul Grote berichtete fünfzehn Jahre lang als Reporter für Presse und Rundfunk aus Südamerika. Seit 2003 lebt er als freier Autor in Berlin. Sein Gespür für Wein, sein Wissen und seine Erfahrungen spiegeln sich in allen seinen Krimis wider.

Verlag: dtv 
Erscheinungsdatum: 31. August 2018
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-423-21740-8
UVP: € 13,40

Elisabeth Schlemmer

Sisis letzte Reise

Uwe Klausner
Sisis letzte Reise

Wir schreiben den 10. September 1898. Der Todestag der Kaiserin Sisi.

Sie macht Zwischenstation in Genf, dank der neugierigen Lokalpresse erfährt auch das gemeine Volk davon. Und einer davon ist ihr Mörder. Der nur darauf wartet, dass sich eine günstige Gelegenheit bietet. Mittendrin der Redakteur Cesare, der auf die Promenade geschickt wurde, um die Kaiserin abzulichten. Dass ihm dieses Foto dann fast das Leben kosten wird, weiß er im ersten Moment nicht. Zu geschockt ist er vom Attentat auf die Kaiserin. Als aber am nächsten Morgen sein Chefredakteur die Fotos unbedingt haben möchte, wird er misstrauisch und sieht sie sich genauer an. Und entdeckt Unglaubliches. Sein alter Freund und Privatermittler Auguste muss her. Ein leidenschaftlicher Pianist mit einer untrüglichen Nase, dem keiner so schnell was vormachen kann. Doch wird ihnen das Resultat gefallen?

Ein brisanter Kriminalroman, der durch scharfsinnige Protagonisten und wahrer Hintergrundgeschichte besticht, und abgesehen davon, die Kaiserin Sisi ist immer ein „heißes“ Thema.

Über den Autor:
Uwe Klausner wurde in Heidelberg geboren und wuchs dort auf. Sein Studium der Geschichte absolvierte er in Mannheim und Heidelberg, die damit verbundenen Auslandsaufenthalte an der University of Kent in Canterbury und an der University of Minnesota in Minneapolis/USA. Heute lebt er mit seiner Familie in Bad Mergentheim. Neben seiner Tätigkeit als Autor hat er bereits mehrere Theaterstücke verfasst, darunter »Figaro – oder die Revolution frisst ihre Kinder« (2007). Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Reformation wurde sein Einakter »Mensch, Martin!« im Rahmen einer Freileichtaufführung erstmals dem Publikum präsentiert.

Verlag: Gmeiner
Erscheinungsdatum: März 2018
Klappenbroschur, 347 Seiten
ISBN: 978-3-8392-2261-4
UVP: € 14,-

Elisabeth Schlemmer

Herzblut. Eine Liebeserklärung an den kleinen Laden

Eva-Maria Altemöller
Herzblut
Eine Liebeserklärung an den kleinen Laden

Die Autorin führt uns ins wunderschöne Lindau und Umgebung am Bodensee.
Dort macht sie gemeinsam mit dem Leser einen Stadtrundgang. Zeigt die wunderschönen und einmaligen kleinen Läden in denen nicht nur Sachen verkauft werden, um Gewinn zu machen, sondern hier wird ein Stück Liebe und Seele verkauft. Dort in diesen kleinen Läden, häufig Familienunternehmen, sind Menschen anzutreffen, die ihr ganzes Sein in ihre Geschäfte legen. Keine 0815 Läden, sondern Schmuckstücke, die in großen Städten immer seltener, bis gar nicht, mehr anzutreffen sind. Mittendrin blitzt bei der Autorin immer wieder die Wut gegen die großen Internet-Konzerne auf, und welchen Schäden sie an den kleinen Läden anrichten und wie sie sie zugrunde richten. Nur mehr wenige können sich dagegen wehren. Aber die Konsumenten fangen langsam an zu begreifen. Dass nicht alles was billig ist, gleichzeitig auch gut bedeutet. Dieses Buch ist wahrlich eine Liebeserklärung an den kleinen Laden, aber auch ein wachrütteln an uns Konsumenten, mit der Botschaft: jeder der in einen kleinen Laden einkauft, hilft beim Überleben.

Ich muss gestehen, ich gehöre zu den online Einkäufern, hauptsächlich weil ich einkaufen hasse, und den Aufwand dafür so gering wie möglich halten möchte. Aber dieses Buch hat an mein Gewissen appelliert, und ich versuche jetzt mein Einkaufsverhalten zu ändern. (was gar nicht so einfach ist 😉 ).

Über die Autorin:
Eva-Maria Altemöller – Autorin, Buchhändlerin und Inhaberin verschiedener, liebevoll ausgestatteter Läden – lebt in Lindau am Bodensee. Sie hat ein seltenes Talent, das sie auch in diesem Buch unter Beweis stellt: nämlich leicht, brillant, klug, witzig und mit Tiefgang schreiben zu können. Ihre Texte haben ein hohes Glücks- und Ermutigungs-Potential und versprechen reichen Erkenntnisgewinn.

Verlag: Sanssouci
Erscheinungsdatum: 1. September 2018
Flexcover gebunden, mit Lesezeichen ausgestattet, 144 Seiten
ISBN: 978-3-99056-067-9
UVP: € 12,30

Elisabeth Schlemmer

Nacht über den Wassern

Ken Follet
Nacht über den Wassern

Aus dem Englischen von Gabriele Conrad und Lore Straßl

September 1939.
England erklärt Hitler den Krieg.
Der legendäre American-Flying Clipper, ein Langstreckenflugzeug ist Mittelpunkt der Geschichte.
An Board eine aristokratische Familie, die aufgrund der faschistischen Einstellung des Vaters, England den Rücken kehrt oder besser gesagt flüchtet, ein Dieb, eine Schauspielerin, ein angesehener Wissenschaftler, der vor den Nazis flüchtet, ein Mörder, der nach Amerika überstellt werden soll, eine junge Frau, die mit ihrem Liebhaber vor ihrem Mann flüchtet, eben jener gehörnte Ehemann, eine erfolgreiche Geschäftsfrau und viele mehr.
Doch die wichtigste Person in dieser Geschichte ist Eddie, der Flugingenieur. Kurz vor Abflug bekommt er einen Anruf, seine geliebte Frau Carol-Ann wurde entführt und er muss den Anweisungen der Entführer folge leisten, sonst wird er seine schwangere Frau nie wieder sehen. Sie verlangen von ihm, den Clipper an einer bestimmten Stelle runter zu bringen. Eddie kann sich zuerst daraus keinen Reim machen, doch je länger der Flug dauert, und seine Wut wächst, glaubt er, den Grund dafür zu kennen. Nicht nur das Leben von Carol-Ann, sondern auch das Leben der Fluggäste und dem Bord – Personal Spiel stehen auf dem Spiel.

Ein rasanter Thriller, der geschickt, zwischen den einzelnen Protagonisten wechselt, ohne irritierend zu sein. Die Basisgeschichte und der Austragungsort machen das Ganze nur noch spannender. Bis zum Schluss hält man den Atem an, ob und wie das wohl enden wird. Der Meister seines Faches hat wieder ein Paradestück abgeliefert.

Über den Autor:
Ken Follett, Autor von über zwanzig Bestsellern, wird oft als „geborener“ Erzähler gefeiert. Betrachtet man jedoch seine Lebensgeschichte, so erscheint es zutreffender zu sagen, er wurde dazu „geformt“.
Ken Follett wurde am 5. Juni 1949 im walisischen Cardiff als erstes von drei Kindern des Ehepaares Martin und Veenie Follett geboren. Nicht genug, dass Spielsachen im Großbritannien der Nachkriegsjahre echte Mangelware waren – die zutiefst religiösen Folletts erlaubten ihren Kindern zudem weder Fernsehen noch Kinobesuche und verboten ihnen sogar, Radio zu hören. Dem jungen Ken blieben zur Unterhaltung nur die unzähligen Geschichten, die ihm seine Mutter erzählte – und die Abenteuer, die er sich in seiner eigenen Vorstellungswelt schuf. Schon früh lernte er lesen; er war ganz versessen auf Bücher, und nirgendwo ging er so gern hin wie in die öffentliche Bibliothek.„Ich hatte kaum eigene Bücher und war immer dankbar für die öffentliche Bücherei. Ohne frei zugängliche Bücher wäre ich nie zum eifrigen Leser geworden, und wer kein Leser ist, wird auch kein Schriftsteller.“
Mehr über Ken Follett finden Sie hier. 

Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2018
Taschenbuch, 605 Seiten
ISBN: 978-3-404-17809-4
UVP: € 11,-

Elisabeth Schlemmer

Plötzlich Millionärin – nichts wie weg!

Gaby Hauptmann
Plötzlich Millionärin – nichts wie weg!

Steffi ist geschieden, arbeitet in einer Drogerie und hat einen erwachsenen Sohn. Ihre Wohnung ist mehr zweckmäßig als gemütlich, das Leben fliegt nur so an ihr vorbei, bis sie eines Tages im Lotto gewinnt. Und nicht gerade wenig. Sie ist ab jetzt Millionärin.
Doch sie hält ihren Lottogewinn bedeckt, gesteht zwar ihren Sohn und Schwester, dass sie etwas gewonnen hat, aber nicht wie viel. Sie gibt den beiden einen kleinen Teil davon ab, aber wie es scheint, nicht genug. Sie wird mit bösen Anschuldigungen überhäuft.
Steffi wird das alles zu viel, sie nimmt Urlaub und macht sie auf nach Afrika. Endlich will sie die Tiere, die sie bis dato nur aus Dokumentationen kennt, in natura sehen. Dort erwartet sie nicht nur ein paradiesischer Urlaub, sondern sie lernt auch einen Mann kennen, der ihr Herz nach so langer Zeit endlich wieder höher schlagen lässt.

Die Autorin ist immer für ein paar amüsante Lesestunden gut. Mit viel Humor, einer Brise Witz und gerade der richtigen Dosis Kitsch und Romantik, zaubert sie eine tolle Geschichte. Man freut sich richtig mit der Protagonistin über ihren Lottogewinn, ärgert sich über die Familie und verflucht den Exmann und freut sich, wenn die Liebe siegt.

Über die Autorin:
Gaby Hauptmann, geboren 1957 in Trossingen, lebt als freie Journalistin und Autorin in Allensbach am Bodensee.
Ihre Romane

  • »Suche impotenten Mann fürs Leben«,
  • »Nur ein toter Mann ist ein guter Mann«,
  • »Die Lüge im Bett«,
  • »Eine Handvoll Männlichkeit«,
  • »Die Meute der Erben«,
  • »Ein Liebhaber zuviel ist noch zuwenig«,
  • »Fünf-Sterne-Kerle inklusive«,
  • »Hengstparade«,
  • »Yachtfieber«,
  • »Ran an den Mann«,
  • »Nicht schon wieder al dente«,
  • »Rückflug zu verschenken«,
  • »Ticket ins Paradies«,
  • »Hängepartie«,
  • »Liebesnöter«,
  • »Zeig mir was Liebe ist« und
  • » Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud«sind Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt. Außerdem erschienen die Erzählungsbände »Frauenhand auf Männerpo« und »Das Glück mit den Männern«, ihr ganz persönliches Buch »Mehr davon. Vom Leben und der Lust am Leben«, das Kinderbuch »Rocky der Racker«, die mehrbändigen Jugendbuchreihen »Alexa, die Amazone« und die »Kaya«-Reiterbücher, sowie »Wo die Engel Weihnachten feiern« und die von ihr herausgegebene Anthologie »Gelegenheit macht Liebe«. Zuletzt erschien »Scheidung nie – nur Mord!«.

Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 1. August 2018
Klappenbroschur, 320 Seiten
ISBN: 978-3-492-06132-2
UVP: € 15,50

Elisabeth Schlemmer

Buch des Monats – April

Mein Buch des Monats:

Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen 
von Helen Jukes

Die vollständige Rezension findet ihr hier 

Die Biene ist ein „heißes“ Thema, gerade in den letzten Jahren, wird wegen, für und gegen sie diskutiert. Die Bauer können ohne Schädlingsbekämpfungsmittel nicht mehr die Erträge erwirtschaften, die sie zum Überleben brauchen, die Bienen sterben aber gerade wegen dieser Mittel aus. Wieso den Bienen nicht in der Stadt ein neues zu Hause bieten? Wenn die Bienen in London leben können, können sie es ja auch in Wien, Linz, Graz…. ?
Das Wollen ist angesagt und die Autorin hat mit ihrem Bienenstock einen Beitrag geleitest. Sie erzählt in diesem Buch anschaulich, wie sie Imkerin wurde, was sie so an den Bienen fasziniert, welches Hintergrundwissen sie sich angeeignet hat und welche Geschichte die Biene und der Bienenstock eigentlich hat, und wie viel Mut es erfordert für einen Bienenstock verantwortlich zu sein. Und für den Endkonsumenten interessant, wie viel Arbeit es einen Bienenstock kostet, um ein Glas Honig voll zu bekommen!

Dieses Buch wurde auch deswegen als mein Buch des Monats ausgewählt, weil die Autorin hier nur ihre Geschichte erzählt – ohne anzuklagen.

In diesem Sinne, denkt an die Bienen, wenn ihr jetzt im Frühjahr Blumen aussät und vielleicht blättert in der Zwischenzeit in diesem Buch 😉

Eure Elisabeth.

Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen

Helen Jukes
Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen
Über das Jahr, in dem ich Imkerin wurde

Aus dem Englischen von Sofia Blind

Die Biene ist eines der Tiere, die entscheidend für unser Ökosystem sind und trotzdem vernichten wir ihren Lebensraum.
Die Autorin ist in London zu Hause und sieht dort einen Imker, der seine Bienenstöcke mitten in der Stadt aufstellt. Bienen können fast überall leben, sie brauchen nur Nahrung. Die Idee lässt Helen nicht los, sie lernt von ihm das Imkerhandwerk, welches sie aber erst später, als sie in eine andere Stadt gezogen ist, alleine anwendet.
Zuerst ist sie skeptisch, ob ihr kleiner Hinterhof, auch Garten genannt, für die Bienen ausreicht. Aber dann sieht sie den Bienenstock immer öfter vor ihrem inneren Auge und als sie sich entschließt einen Bienenstock anzuschaffen, bekommt sie ihn von ihren Freunden geschenkt. Ihre Bienen kommen!

Die Autorin hat mit diesem Buch einen weiteren Meilenstein gesetzt um der Biene, die ein so wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems ist, eine Stimme zu verleihen.  Bienen selbst können nicht aufschreien, wenn ihr Lebensraum zerstört wird, wir können es aber. Und was mir hier besonders gut gefällt, die Autorin zeigt nicht nur mit erhobenen Finger auf uns, sie lebt vor, wie wir den Bienen ein zu Hause bieten können.

Über die Autorin:
Helen Jukes, geboren 1984, studierte Psychologie. Sie schreibt u. a. für BBC Wildlife, Junket und LITRO und arbeitet als Tutorin für das Creative-Writing-Programm der Universität Oxford. Zudem engagiert sie sich in gemeinnützigen Organisationen wie Free Word oder Crisis. Sie lebt in Wales und ist Mitbegründerin des Bee Friendly Trusts, einer Londoner Initiative, die sich für den Schutz der Bienen einsetzt. http://www.helenjukes.com

Verlag: Dumont
Originalverlag: Scribner, New York 2018,
Originaltitel: ›A Honeybee Heart Has Five Openings‹
Erscheinungsdatum: 8. Oktober 2018
Gebunden Ausgabe, 304 Seiten, mit Lesezeichen
ISBN: 978-3-8321-8363-9
UVP: € 22,-

Elisabeth Schlemmer

Buch des Monats – März

Mein Buch des Monats:

Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube 
von Alessia Gazzola

Die vollständige Rezension findet ihr hier.

Ich habe dieses Buch nicht nur wegen des Inhaltes ausgewählt, sondern auch, weil wir nicht gerade viele italienische Autorinnen und Autoren in unserem Repertoire haben. Und diese Autorin zeichnet sich nicht nur durch eine tolle Geschichte aus, sondern auch durch ein Thema, welches jeden von uns irgendwann im Laufe seiner Karriere treffen kann – Kündigung im Job.
Außerdem hat mich der Lebenslauf der Autorin fasziniert. Chirurgin und Gerichtsmedizinern, Mutter von zwei Töchtern, und „nebenbei“ schreibt sie auch noch so tolle Bücher!
Zurück zum Thema des Buches. Die Mutlosigkeit, die einem nach einer Kündigung oder einem anderen Jobverlust befällt ist natürlich. Gerade wenn man die Gründe nicht verstehen kann, wieso kann die Kollegin, die schlechter qualifiziert ist bleiben, und ich nicht? Die Protagonistin Emma braucht ihre Zeit um ihre Wunden zu lecken, ihre Mutter greift in das Trickkistchen und aktiviert Freunde der Familie, damit ihre Tochter endlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Auch wenn es bei der Traumfirma anfangs nicht klappt, hat Emma (Achtung Spoiler!) später doch noch die Möglichkeit dort zu arbeiten. Bis es so weit ist, arbeitet sie in einem kleinen Laden für Kindermode und stellt unter Anleitung einer reizenden Dame wunderschöne Kleider her. Aber dieser Ausflug in eine andere Branche hat Emma gut getan. Oft ist der Blickwinkel entscheidend und gerade, wenn man einige Zeit in einem anderen Bereich zu tun hat, sieht man die Dinge wieder etwas klarer. Und Emma findet dadurch die Kraft, als die alte Firma erneut anklopft und ihr ein Praktikum anzubieten, abzusagen. Sie weiß jetzt, was sie wert ist.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen,

wünscht Eure Elisabeth.

Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube

Alessia Gazzola
Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube

Aus dem Italienischen von Reneé Legrand

Emma ist dreißig und die ewige Praktikantin in einer Film – Produktionsgesellschaft. Als Jobkürzungen anstehen, wird ausgerechnet sie, die ihr Leben für diese Firma geopfert hat, gekündigt. Sie ist schwer enttäuscht, nicht nur von der Firma, sondern auch von ihrem Leben.
Sie verbringt die Tage vor dem Fernsehen und hofft, dass sich irgendeine Firma auf ihre Bewerbung hin bei ihr melden werden. Aber nichts passiert. Ihre Mutter kann nicht länger untätig zuschauen und aktiviert ihre Kontakte. Die verhelfen ihr zu einem Vorstellungsgespräch bei einem katholischen Radio. Leider kann Emma nicht die notwendigen Priester auftreiben, die ihr einen tadellosen kirchlichen Leumund bestätigen können. Somit ist auch dieser Job Geschichte. Der Zweite klingt da viel spannender. Es geht um einen Job bei einer anderen Film-Produktionsfirma. Der hiesige Verantwortliche ist nicht gerade erbaut darauf Emma einzustellen, da ihm quasi die Pistole an die Brust gesetzt wurde, also geht Emma von sich aus. Sie will unter diesen Umständen nicht dort arbeiten, auch wenn es ihr Traumjob wäre. Auf dem Nachhauseweg erblickt sie ein Schild  – Aushilfe gesucht, in einem Laden der Kinderkleider selbst herstellt. Warum nicht, denkt sich Emma …

 

Das Leben ist kein Ponyhof, wie mein Papa gerne sagt. Das Leben von Emma auch nicht. Sehr oft werden gerade die fleißigsten Leute entlassen, weil sie den oberen Leuten ein Dorn im Auge sind, sie könnten ihnen ja gefährlich werden.
Emma versinkt zwar anfangs in Mutlosigkeit, aber dass finde ich absolut verständlich. Als ihr Kämpferinstinkt wieder erwacht, ergreift sie die erstbeste Möglichkeit um einen Job an Land zu ziehen und wieder zu leben.

 

Über die Autorin:
Alessia Gazzola, 1982 in Messina geboren, ist Chirurgin und Gerichtsmedizinerin. Sie reist, liest und kocht gerne. Mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Töchtern lebt sie in Verona. Sie schrieb erfolgreich Kriminalromane um eine Gerichtsmedizinerin bevor sie mit der Komödie Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube einen echten Coup landete. Das Buch wurde als moderner Jane-Austen-Roman gefeiert, eroberte die Herzen der Leserinnen im Sturm und war monatelang in den Top-Ten der italienischen Bestsellerliste.

 

Verlag: Thiele 
Erscheinungsdatum: 1. August 2018
Klappenbroschur, 272 Seiten
ISBN: 978-3-85179-407-6
UVP: € 15,50

 

Elisabeth Schlemmer