Finsternis in Deutschland

FinsternisInDeutschland-250x300Ernestine Amy Buller

Prof. Kurt Barling (Hg.)

Finsternis in Deutschland

Interviews einer Engländerin 1934-1938

 

In den Jahren 1934 bis 1938 reist die Engländerin Amy Buller immer wieder nach Deutschland und Österreich und führt Gespräche mit Zeitzeugen. Viele sind froh, dass es engagierte Bürger aus dem Ausland gibt, die jene Fragen stellen können, die sich die Deutschen nicht zu formulieren trauen. Denn trotz der auf Hochtouren laufenden Propagandamaschinerie und den damit verbundenen Erschwernissen für ausländische Gäste, hinter die Kulissen des Nationalsozialismus zu blicken, gelingt es der engagierten Engländerin sehr oft, die einstudierten Argumente der Verfechter von Hitlers Politik aufzubrechen.

Und es gibt, trotz unmittelbar drohender Strafen und Repressalien auch zahlreiche deutsche Bürger, seien es Offiziere, Studenten, Mütter oder Beamte, die dem Regime ablehnend gegenüberstehen. Amy Buller ist es ein Anliegen, die Ursachen herauszufinden, die es Hitler ermöglichten, an die Macht zu kommen. Zum einen ist es das Gefühl der Ohnmacht einer Nation nach dem Vertrag von Versailles, das viele Menschen radikalisiert, zum anderen ein Gefühl der Nutzlosigkeit wegen einer hohen Arbeitslosigkeit. Im Grunde, so erkennt Amy Buller, ist die Politik der Nationalsozialisten ein Glaubensersatz, eine Religion, die den Menschen und sein Leben mit (einem schrecklich falschen) Sinn erfüllt und ihn komplett in den Staat einbindet.

Dieses Buch ist erschreckend aktuell und wirklich faszinierend, weil hier tatsächlich die Deutschen selbst zu Wort kommen und ihre Faszination, ihre innere Zerrissenheit, ihre Gewissensnöte und ihren Widerstand formulieren. Die Wandlung eines kultivierten Landes in einen gleichgeschalteten Nationalstaat wird hier verständlicher vor dem Wissenshintergrund des Lesers über die geschichtlichen Ereignisse, die nach 1938 folgen. Ein wichtiges und aufrüttelndes Stück Zeitgeschichte!

 

Über die Autorin:

Ernestine Amy Buller lebte von 1891 bis 1974 und studierte Geschichte in London. Sie engagierte sich in der Christlichen Studentenbewegung und unternahm ab 1912 zahlreiche Reisen nach Deutschland. 1947 wurde sie von König George VI. und seiner Frau Elizabeth bei der Gründung eines eigenen Colleges unterstützt. Die Cumberland Lodge in Windsor wurde 1949 eröffnet und ist auch heute noch ein Begegnungsort für Studenten aus aller Welt.

 

Details zum Buch:

1.Auflage 2016

Elisabeth Sandmann Verlag

ISBN 978-3-945543-09-2

 

Bettina Armandola

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