Die Meisterin aus Mittenwald

Die Meisterin aus Mittenwald
Christiane Martini

Kaum, dass Anna siebzehn Jahre alt ist, scheint ihr Leben schon zu Ende zu sein: Im Jahre 1702 soll sie ins Kloster gebracht werden, nachdem die Kirche ihre Mutter als Hexe beschuldigt und umgebracht hat. Auf dem beschwerlichen Weg durch tiefe Alpenschluchten und schwindelnd-hohe Pässe geschieht ihren Bewachern der Inquisition ein dramatisches Unglück, das für Anna aber die Frei- heit bringt. Sie kann entkommen und nimmt die Identität eines jungen Mannes an. Ihrem brennen- den Lebenswunsch folgend, gelingt es ihr, eine Lehre als Geigenbauer in Mitten- wald zu beginnen. Annas Traum, die Kunst des Geigenbaus wie niemand sonst zu beherrschen, gerät in Gefahr, als sie sich in den Gesellen Moritz verliebt und beide Opfer einer blutigen Intrige werden, in die ihr Meister und ein skrupelloser, venezianischer Söldner verstrickt sind. Auf einmal steht wieder alles auf dem Spiel und eine atemlose Flucht nach Venedig beginnt …

Als Annas Leben ausweglos erscheint, ändert eine dramatische Wende ihr Leben. Sie nutzt ihre Chance, und tut  alles, um sich ihren Traum zu erfüllen: sie erlernt die hohe Handwerkskunst des Geigenbaus. Obwohl ihr Leben von der Angst vor Entdeckung geprägt ist, entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Als die beiden Liebenden fliehen müssen, steht wieder alles auf dem Spiel. Schließlich kommt die Handlung in Venedig an und hier betritt Antonio Vivaldi die Bühne. Durch seine Liebe zur Musik wendet sich alles zum Guten.
Eingebettet in einen historischen Rahmen lehnt die Autorin ihre Erzählung an geschichtliche Fakten an. Gleichzeitig nutzt sie ihre Erfahrung als Musikerin – man merkt, sie kennt sich aus. Die Handlung baut sich lange auf und nimmt viele Wendungen. Der Roman beschreibt den Kampf einer starken jungen Frau um Glück und Selbstbestimmung. Egal, wieviel das Schicksal Anna abverlangt, am Ende macht sie ihren Weg. Leider findet die Geschichte – gemessen an Dramatik und Aufbau – ein relativ unspektakuläres Ende, das etwas zu rasch abgehandelt wird. Nichtdestotrotz ein gut lesbares, unterhaltsames Buch, das ganz nebenbei Wissen rund um den Geigenbau mit einfließen
lässt. Spätestens nach dieser Lektüre, weiß man um das Mysterium, das Geigen bis heute umgibt …

Über die Autorin:
Christiane Martini ist Diplom-Musiklehrerin und Absolventin des Konzertexamens. Ihr Engagement als Tonkünstlerin ist vielfältig. Sie unterrichtet in ihrer eigenen Musikschule, komponiert und konzertiert. Darüber hinaus arbeitet sie als Autorin in verschiedenen Genres. Bisher veröffentlichte sie musikalische Lehrwerke, Krimis und Unterhaltungsromane.

Details zum Buch:
Monogramm Verlag
März 2015,
Taschenbuch, 383 Seiten
€ 15,50 [A] | € 14,99 [D]
ISBN: 978-3-945458-09-9

Gerlinde Götz