Tagebuch eines alten Narren
Der sechsundsiebzigjährige Tokusuke ist krank. Nach einem Schlaganfall einige Jahre zuvor, hat er sich nicht mehr ganz erholt und leidet unter ständigen Schmerzen in seiner Hand. Das hindert ihn aber nicht daran, sich an seiner Schwiegertochter Satsuko zu erfreuen, die ihn allein durch ihren Anblick und ihre herrische Art sexuell erregt.
Der Alte ist zwar impotent, trotzdem interessiert er sich noch sehr für das andere Geschlecht. Und daran können ihn auch weder seine Ehefrau, noch seine Pflegerin oder andere Familienangehörige hindern.
Im Bestreben, seine Angst vor dem Sterben zu vergessen, fixiert sich Tokusuke immer mehr auf Satsuko und beobachtet sogar ihr Verhältnis mit einem anderen Mann mit grimmigem Vergnügen.
Der Patriarch reist in Begleitung seiner Pflegerin und seiner Schwiegertochter von Tokyo nach Kyoto, wo er sich eine Grabstelle aussuchen möchte. Doch nach der Reise hat Tokusuke einen Rückfall und muss in die Klinik.
Dieser japanische Roman aus dem Jahr 1961 besteht aus den Tagebucheintragungen des alten Tokusuke, der akribisch seinen Gesundheitszustand und die Medikation festhält, daneben aber auch seiner Obsession Satsuko große Teile seiner Niederschrift widmet. Schonungslos aber auch ironisch schreibt der Autor über einen alten Mann, der zu seinem sexuellen Verlangen steht und es in dem Maße, in dem es ihm noch möglich ist, auch auslebt.
Der Roman ist abgründig und sinnlich zugleich, ein Stück erotischer Weltliteratur, das ohne Derbheit auskommt!
Über den Autor:
Tanizaki Jun`ichiro lebte von 1886 bis 1965 und wurde in Tokyo geboren. Berühmt wurde er durch seine Essays und Erzählungen. Es folgten zahlreiche Dramen und Romane, die ihn zu einem der wichtigsten japanischen Autoren der Moderne machten.
Details zum Buch:
Deutsche Übersetzung 2015
in der
Verlagsgruppe Random House GmbH
ISBN 978-3-7175-4089-2
Bettina Armandola

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