Kühn hat zu tun
Martin Kühn ist 44, verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in einer Neubausiedlung nahe München. Er hat sich damit abgefunden, dass er, obwohl ihn alle für brillant halten, bei der Polizei wohl keinen weiteren Karriereschritt mehr machen wird. Dass sein pubertierender Sohn ihm langsam entgleitet. Dass seine rothaarige Nachbarin seine sexuelle Fantasie entfacht, er sich aber niemals trauen würde, fremdzugehen. Dass von seinem Gehalt nach allen Abzügen ein verschwindend geringer Betrag zum Leben bleibt. Eines Tages wird Kühn von einem Kollegen zu einem Tatort gerufen: Es gibt eine Leiche, Tötungsdelikt, Kühn soll sich sofort auf den Weg machen. Er kann zu Fuß gehen. Das Opfer liegt gleich hinter seinem Garten in der Böschung. Keine 30 Meter von Kühns Gartentor entfernt.
In diesem Krimi geht es nicht nur um den Mordfall, sondern auch um eine Wohnsiedlung und vor allem um Kühn, der mit seiner Familie und seinen Erinnerungen an einen Sommerurlaub in seiner Kindheit genug zu tun hat. Er lebt in besagter Wohnsiedlung. Und als dort auch noch ein Mord geschieht, geht es dann so richtig rund. Der Erzählstil bleibt aber distanziert und trocken. Und doch kann man sich so schön in sein Leben hinein versetzen. Sehr überraschend ist das Ende. Vor allem, wenn einem bewusst wird, welche gut gemeinte Handlung auf einmal im schlechten Licht dastehen kann. Super.
Über den Autor:
Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, arbeitete zunächst als Texter in der Werbung. Er absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München und war viele Jahre Chefredakteur des Süddeutsche Zeitung Magazins. Jan Weiler lebt mit seiner Familie südlich von München. 2003 erschien sein erster Roman „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“, mit dem er über Nacht zum Bestsellerautor wurde. Mit „Antonio im Wunderland“ (2005), „Gibt es einen Fußballgott?“ (2006), „In meinem kleinen Land“ (2006), „Drachensaat“ (2008), „Mein Leben als Mensch“ (2009), „Mein neues Leben als Mensch“ sowie „Das Buch der 39 Kostbarkeiten“(beide 2011) und „Das Pubertier“ (2014) folgten weitere Bestsellertitel, die alle auch im Hörverlag erschienen sind. 2015 folgte der Roman „Kühn hat zu tun“. Außerdem hat Jan Weiler vier Originalhörspiele verfasst: „Liebe Sabine“, „MS Romantik“, „Uwes letzte Chance“ und „Das Babyprojekt“. 2010 erschien nach „Hier kommt Max!“ sein zweiter Titel für Kinder „Max im Schnee“. Jede Woche veröffentlicht er eine neue Geschichte unter http://www.janweiler.de
Details zum Hörbuch:
Ungekürzte Lesung
Gelesen von Jan Weiler
7 Audio-CDs, Laufzeit: 508 Minuten
ISBN: 978-3-8445-1822-1
Verlag: der Hörverlag
Christina Burget
