Der Schelm von Venedig

Cover_SchelmVenedigDer Schelm von Venedig

Christopher Moore
Aus dem Amerikanischen von Jörn Ingwersen

Der Hofnarr Pocket, der mit der englischen Königin Cordelia liiert ist, fährt in ihrem Auftrag nach Venedig, um dem Dogen klar zu machen, dass die Engländer keinen weiteren Kreuzzug unterstützen werden. Damit kommt er allerdings dem Senator Brabantio, dem Kaufmann Antonio Donnola und dem Soldaten Jago in die Quere. Um sich zu bereichern und ihre Positionen im Stadtstaat zu verbessern, käme ihnen ein weiterer Kreuzzug sehr gelegen. Und sie sind auch nicht zimperlich bei der Durchsetzung ihrer Pläne. Als Pocket von den drei Verschwörern in einen Hinterhalt gelockt und bei lebendigem Leib eingemauert wird, muss er erfahren, dass sie auch seine geliebte Cordelia vergiften ließen. Dem Wahnsinn nahe und von Wut und Trauer gepeinigt, gelingt es ihm sich mit Hilfe einer mythischen Kreatur zu befreien. Er flieht auf die Insel La Giudecca auf der die jüdische Bevölkerung Venedigs leben muss. Dort kommt er bei Shylock und seiner Tochter Jessica unter. Getarnt als Shylocks Gehilfe beginnt Pocket mit seinen Nachforschungen und feilt an seinem Racheplan.

Der Roman ist kein rein historischer Roman, sondern hat auch Fantasy-Elemente, die im Laufe der Handlung immer stärker zum Tragen kommen. Die Sprache ist eher deftig und einige Szenen sind durchaus blutrünstig. Insgesamt fand ich das Buch kurzweilig und unterhaltsam geschrieben.
Sehr interessant waren auch die Hintergrundinformationen des Autors im Anhang. Er hat sich von drei literarischen Werken inspirieren lassen: einerseits von „Der Kaufmann von Venedig“ und „Othello, der Mohr von Venedig“ von Shakespear und andererseits von der Kurzgeschichte „Das Fass Amontillado“ von Edgar Allan Poe. Für „Der Schelm von Venedig“ hat er einige Handlungsstränge dieser Werke aufgegriffen und die Hauptrollen neu arrangiert.

Über den Autor

Der ehemalige Journalist Christopher Moore arbeitete als Dachdecker, Kellner, Fotograf und Versicherungsvertreter, bevor er anfing, Romane zu schreiben. Seine Bücher haben in Amerika längst Kultstatus, und auch im deutschsprachigen Raum wächst die Fangemeinde beständig. Christopher Moore liebt – nach eigenen Angaben – den Ozean, Elefanten-Polo, Käsecracker, Acid Jazz und das Kraulen von Fischottern. Er mag aber weder Salmonellen noch Autoverkehr und erst recht nicht gemeine Menschen. Der Autor lebt in San Francisco, Kalifornien.

Details zum Buch

Wilhelm Goldmann Verlag
Erschienen am 26. Mai 2014
Paperback, 384 Seiten
ISBN: 978-3-442-31328-0
17,50

Rezensiert von Marlies Presser