Verspielte Jahre
Theresa befindet sich in einem Zwischenstadium: die Endzwanzigerin schreibt an ihrer Masterarbeit, wird von ihren Eltern unterstützt und wartet auf das richtige Erwachsenenleben. Sie macht Party und hält nach dem richtigen Mann Ausschau, verliert aber dabei sich selbst und ihr Leben aus den Augen.
Mit Benjamin führt sie eine aufreibende Beziehung: Machtkämpfe zwischen den beiden stehen auf der Tagesordnung und die ständigen Streitereien und Erpressungsversuche führen zum Scheitern. Um sich selbst aufzuwerten, beginnt sie ein Verhältnis mit dem lebensunfähigen Moritz, doch auch hier findet Theresa nichts, das ihre Ansprüche an das Leben erfüllen kann.
Immer wieder scheitert die junge Frau: an der Erwartungshaltung der Gesellschaft, eine fundierte berufliche Basis zu erarbeiten, an dem Bild von Liebes- und Familienglück, an dem Anspruch an sich selbst, schön, begehrenswert und interessant zu sein.
Alkohol und Männer scheinen lange die Lösung ihrer Probleme zu sein, doch dann muss sich Theresa der Realität stellen und erkennen, dass die „verspielten Jahre“ vorbei sind.
Mich hat dieses Buch sehr berührt, in so manchen Gedanken und Überlegungen zur Position einer jungen Frau im modernen Leben habe ich mich wiedererkannt. Wie schwer es ist, seinen eigenen Weg zu finden, ohne sich über Männer, Aussehen und soziale Akzeptanz zu definieren, darüber schreibt die Autorin beeindruckend und man hat das Gefühl, dass hier eigene Erfahrungen dazu geführt haben, einen „Frauenroman“ abseits der üblichen Definitionen zu schreiben!
Über die Autorin:
Laura Karasek wurde 1982 in Hamburg geboren und studierte Rechtswissenschaften in Berlin, Frankfurt am Main und Paris. „Verspielte Jahre“ ist der erste Roman der Rechtsanwältin.
Details zum Buch:
Originalausgabe 2012
in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG
ISBN 978-3-86995-038-9
Bettina Armandola
