Abbé Prévost
Aus dem Französischen von Jörg Trobitius
Nachwort von Kristina Maidt-Zinke
Der Chevalier de Grieux und Manon Lescaut treffen sich zufällig vor einer Herberge in Amiens. Die beiden verlieben sich sofort ineinander und brennen gemeinsam durch. Der junge Mann, der behütet und begütert aufgewachsen ist, sollte nach seinem Philosophie-Studium eine Laufbahn als Priester einschlagen. Die junge Manon Lescaut war gerade dabei ins Kloster zu gehen, wohin ihre Eltern sie geschickt hatten. Die beiden sind noch recht unerfahren, vor allem wenn es darum geht ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Da ihre finanziellen Mittel bald aufgebraucht sind und sie auf Dauer nicht von Luft und Liebe leben können, müssen sie zu Geld kommen. Und hier beginnen die Schwierigkeiten, denn die beiden sehen sich nur im Stande als Prostituierte und als Betrüger, die für ihren gehobenen Lebensstil nötigen Summen aufzutreiben.
In Rückblenden wird die Geschichte der beiden jungen Verliebten erzählt. Der Chevalier reitet sich, naiv und verliebt wie er ist, von einer Bredouille in die nächste und landet sogar im Gefängnis. Über die junge Dame erfährt man nicht viel. Hier muss man sich völlig mit den Beschreibungen ihres jungen Verehrers begnügen. Die Erzählung plätschert so dahin, die Handlung kommt nicht so recht in Fahrt. Auch die Figur der Manon Lescaut und die Beziehung der beiden Hauptcharaktere zueinander ist für mich nicht nachvollziehbar beschrieben. Ich habe das Buch nach ca. 200 Seiten weg gelegt. Empfohlen für hoffnungslose RomantikerInnen.
Über den Autor
Abbé Prévost (1697– 1763) floh als Benediktiner-Novize vor einem Haftbefehl nach England und Holland. In Utrecht lernte er die Kurtisane Lenki Eckhardt kennen – ihre gemeinsame Zeit weist viele Parallelen zu «Manon Lescaut» auf. 1735 kehrte Prévost heimlich nach Frankreich zurück, später wurde er Hauspfarrer des Fürsten von Conti und dessen Protégé.
Details zum Buch
Manesse Verlag – Bibliothek der Weltliteratur
Erschienen am 23. September 2013
Hardcover mit Lesebändchen, 384 Seiten
ISBN: 978-3-7175-2298-0
€ 23,60
Rezensiert von Marlies Presser
