Die Porsche Saga
Eine Familiengeschichte des Automobils
Alles beginnt mit Ferdinand Porsche: seinem Leben und seinen technischen Errungenschaften widmen die Autoren den meisten Raum. Vor und während dem 2. Weltkrieg führte Porsche ein reines Entwicklungsbüro. Besonders vom Volkswagenprojekt mit den Nazis hat er sehr profitiert. Die Idee der Massenmobilisierung wurde von Porsche forciert, die Nazis steuerten die nötigen Ressourcen bei. Für Porsche zählte vor allem die Verwirklichung seiner technischen Ideen und dafür nahm er die Nazis und deren mörderische Ideologie billigend in Kauf.
Gegen Ende des Krieges übernehmen langsam die Kinder die Führung im Unternehmen. Tochter Luise Piëch, die während der Kriegsgefangenschaft des Vaters die Firmenleitung übernommen hatte, kümmerte sich auch danach ums Geschäft. Sohn Ferry Porsche startete eine eigene Sportwagenproduktion. Mit der Firma ging es in den nächsten Jahren wirtschaftlich auf und ab. In den 1990ern folgte schließlich eine veritable Krise. Mit Wendelin Wiedeking an der Konzernspitze gelang jedoch eine Wende und es folgten Jahre sensationellen wirtschaftlichen Erfolges. Diese endeten mit dem Übernahmepoker zwischen Porsche und Volkswagen, das die Firma Porsche fast in den Ruin trieb.
Das Buch ist gut recherchiert und mit etlichen Fotos versehen. Diese hätte man durchaus auf hochwertigerem Papier und – falls in Farbe vorliegend – auch in Farbe drucken lassen können. Die Schilderungen technischer Details und Entwicklungen sind sehr verständlich beschrieben und daher kommen auch weniger technikaffine Leserinnen und Leser auf ihre Kosten. Es ist kritisch geschrieben und teilweise spannend wie ein Krimi. Ich kann das Buch nur empfehlen!
Infos zu den Autoren:
Stefan Aust, Jahrgang 1946, langjähriger Chefredakteur des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel« und Gründer von »Spiegel TV«. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, darunter das Standardwerk zur Geschichte der RAF, »Der Baader-Meinhof-Komplex«. Aust bereiste China immer wieder, und er ist einer von ganz wenigen Journalisten, die ein chinesisches Staatsoberhaupt interviewt haben: 2002 den damaligen Präsidenten Jiang Zemin.
Thomas Ammann, Jahrgang 1956, studierte nach einer Ausbildung zum Kfz-Schlosser Dokumentarfilm an der Hamburger Hochschule für bildende Künste. Seit 1985 Stationen als freier Autor, NDR-Mitarbeiter und Redakteur für »Spiegel TV«. Dort ab 2002 in leitender Position tätig. Zurzeit selbstständiger Journalist und TV-Autor sowie Mitgesellschafter und Redaktionsleiter der Agenda Media GmbH in Hamburg.
Details zum Buch:
Bastei Lübbe Verlag
Hardcover, 400 Seiten
Ersterscheinung: 21.09.2012
ISBN: 978-3-86995-014-3
€ 25,50
Rezensiert von Marlies Presser
