Der Kärntner Fürstenstein im Bild

FuerstensteinDer Kärntner Fürstenstein im Bild

Darstellung eines europäischen Rechtsdenkmales

Sabine Nikolay

 

Sabine Nikolay hat ihre Forschungsarbeiten über den Fürstenstein – das älteste Rechtsdenkmal in Österreich aus nachrömischer Zeit – für dieses Buch überarbeitet und zusammengefasst. Sie beleuchtet darin, wie der Fürstenstein v.a. ab 1991 politisch instrumentalisiert wurde. Bis dahin war er vor allem HistorikerInnen und interessierten Laien bekannt. Dies sollte sich mit den Kontroversen um den slowenischen Tolar (1991) und die slowenische 2-Cent-Münze (2007) ändern. Den meisten war bis dahin eher der Herzogstuhl – ein weiteres wichtiges Rechtsdenkmal – geläufig und es kam zu Beginn der Kontroversen häufig zu Verwechslungen.

Zum Schluss beschäftigt sich Nikolay mit der Frage, wie und von wem der Fürstenstein ab dem Mittelalter illustriert und beschrieben wurde und zeigt so, welchen Bedeutungswandel es in Bezug auf das Rechtsdenkmal gegeben hat.

 

Besonders interessant waren für mich die beiden Artikel im Anhang: Heinz Dopsch analysiert die drei mittelalterlichen Schlüsselquellen zum Fürstenstein. Da die chronologische Einordnung der Dokumente aus dieser Zeit nicht eindeutig ist, bleibt unklar, wer auf wen Bezug nimmt. Dadurch ist auch nicht gesichert, wie sich die Bedeutung des Fürstensteins bei der Einsetzung der Herrscher und auch das Zeremoniell im Laufe der Zeit verändert haben. Auch das Verhältnis zum zweiten wichtigen Rechtsdenkmal in Kärnten, dem Herzogstuhl, bleibt teilweise im Ungewissen.

Peter Štih setzt sich mit der Diskrepanz zwischen belegter Geschichte und der Bedeutung der Herzogeinsetzung und des Fürstensteins für das slowenische Selbstverständnis und das slowenische Geschichtsbewußtsein auseinander.

 

Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich für kärntner-slowenische Geschichte und Politik interessieren. Es ist gut verständlich geschrieben und mit reichlich Bildmaterial versehen.

 

Über die Autorin:

Sabine Nikolay war zunächst Buchhändlerin und Verlagskauffrau und studierte später Geschichte, Philosophie, Sprach- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. Während des Studiums arbeitete sie als Autorin in der Redaktion des „Historischen Lexikons Wien“, das vom Wiener Stadthistoriker Felix Czeike herausgegeben wurde. Seit 2001 Kunst- und Kulturvermittlerin am Kunsthistorischen Museum, Absolventin des postgradualen Lehrgangs für Museums- und Ausstellungsmanagement an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Wissenschaftsredakteurin des Radiosenders Ö1.

 

Details zum Buch:

Hermagoras Verlag / Mohorjeva založba, April 2010

Softcover, 299 Seiten

ISBN: 978-3-7086-0369-8

€ 25,90

 

Marlies Presser

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