Verkannte Pioniere

cover_pioniereVerkannte Pioniere
Abenteurer – Erfinder – Visionäre
Armin Strohmeyr

Der Autor porträtiert insgesamt drei Erfinderinnen und 19 Erfinder von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Diese habe zu ihren Lebzeiten nicht immer die Würdigung erfahren, die ihnen aufgrund des Stellenwertes ihrer Ideen für ihr Fach hätte zu Teil werden müssen. Häufig waren ihre Entwicklungen und Entdeckungen bahnbrechend, konnten sich jedoch nicht durchsetzen, weil sie nicht die richtigen Fürsprecher im akademischen Betrieb oder die richtigen Verbindungen in die Industrie hatten. Etliche Male wurden die Ideen auch schlichtweg gestohlen und die Betrogenen konnten, mangels rechtzeitiger und ausreichender Patentierung, nicht dagegen vorgehen. In gewisser Weise tragisch erscheint mir, dass viele der vorgestellten Personen zwar in ihrem Fach äußerst fähig, jedoch in der Absicherung und Vermarktung ihrer Ideen und Entwicklungen wenig versiert waren. Besonders die Geschichte von Ilse Kober-Essers entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Trotz beachtlicher Chancen im akademischen Betrieb entschied sie sich gegen eine wissenschaftliche Karriere, sondern für die klassische Rolle als Mutter und Hausfrau. In späteren Jahren schrieb sie Biografien über Naturwissenschafter und Techniker, die sich mit ihren Ideen und Erfindungen nicht durchsetzen konnten.

Manche der vorgestellten Naturwissenschafter/innen und Techniker/innen sind allgemein bekannt, wie z.B. Ignaz Philipp Semmelweis oder Nikola Tesla. Die meisten jedoch sind weniger geläufig, wie z.B. Rosalind Franklin oder Hippolyte Bayard. Empfohlen für alle, die sich für Technikgeschichte interessieren und/oder gerne Biografien lesen.

Über den Autor
Armin Strohmeyr, geb. 1966, promovierter Germanist, preisgekrönter Buchautor, Herausgeber, Autor zahlreicher Radio-Features, schrieb Gedichte und Theaterstücke und lebt in Berlin. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u. a. viel beachtete Biografien und Porträtsammlungen. Bei Styria: First Ladys (2013).

Details zum Buch
styria premium Verlag
Erschienen im Mai 2015
Broschiert, 304 Seiten
ISBN 978-3-222-13394-7
€ 18,90 (A)

Die 100 bedeutendsten Frauen Osteuropas

Cover_BedeutendeFrauenHelena Verdel / Traude Kogoj
Die 100 bedeutendsten Frauen Osteuropas

Im Gegensatz zu den anderen in der Reihe „Europa erlesen“ erschienenen Büchern, die sich einer Stadt oder Region widmen, geht es hier um bedeutende Frauen des europäischen Ostens. Wie die Autorinnen im Vorwort bemerken, ist der Titel auch als ironisches Zitat zum vielfach grassierenden Listen- und Ranking-Unwesen zu verstehen, denn es gibt mit Sicherheit noch viele weitere Frauen, die Eingang in dieses Buch hätten finden können.

Die einzelnen Biografien sind im Schnitt 3 bis 4 Seiten lang und schaffen einen Anreiz, sich mit der einen oder anderen Persönlichkeit näher zu beschäftigen. Das Buch will Bewusstsein schaffen für Frauen und ihre Leistungen, da die Geschichtsschreibung diesen Anteil lange Zeit vernachläßigt bis ignoriert hat. Die Autorinnen stellen Frauen vor, die Außergewöhnliches vollbracht haben oder sich eine gesellschaftliche Position erkämpft haben, die ansonsten Männern vorbehalten war. Zumeist sind die vorgestellten Frauen Künstlerinnen, Wissenschafterinnen oder Politikerinnen. Auch einige bekannte Namen sind dabei, wie Marie Curie, Martina Navratilowa oder Mutter Theresa. Über die Hintertür erfährt man zudem einiges über die historischen Entwicklungen in den verschiedenen osteuropäischen Ländern.

Leider gibt es im Text etliche Tippfehler und die Farbe des Einbandes ist schon nach kurzer Zeit an den Rändern abgegriffen. Ansonsten ist es ein schönes, kleines Büchlein: gebunden, mit Lesebändchen und goldenem Prägedruck.

Über die Autorinnen

Leider gibt es weder auf der Homepage noch im Buch selbst Informationen über die Autorinnen.

Details zum Buch

Wieser Verlag
Hardcover, ca. 256 Seiten
ISBN: 3-85129-421-1
EUR 14,95

Rezensiert von Marlies Presser